
Am Karsamstag triumphierte der FC Weiden-Ost in der Bezirksliga Nord mit 3:0 über den TSV Tännesberg. Noch vor dem Seitenwechsel stellte die Dütsch-Elf mit drei Treffern die Weichen auf Heimsieg. Dass der Erfolg der Hausherren hochverdient war, darin bestanden letztendlich keine Zweifel. Rein sportlich gab es also nicht so viel zu diskutieren nach Spielende. Vielmehr sorgte ein anderes Thema für erhitzte Gemüter im Lager der Gäste.
Ein sichtlich enttäuschter André Klahn, Spielertrainer des Aufsteigers aus Tännesberg, wollte hinterher nichts schönreden und sprach von einer „Katastrophen-Leistung“ seiner Mannschaft, die leistungsmäßig „komplett versagt“ habe. Eine andere Sache störte ihn aber noch mehr als der schwache Auftritt per se. Gegenüber FuPa schilderte er am Samstagabend: „Mehrere unserer Spieler haben eine andere Herkunft. Ein Spieler des FC Weiden-Ost begann auf einmal mit rassistischen Beleidigungen. Das ist für mich allerunterste Schublade. Wenn es nach mir gegangen wäre, wäre ich vom Feld gegangen und hätte das Spiel nicht mehr weitergeführt. Die Mannschaft wollte allerdings weiterspielen“, so Klahn, dem es ein Anliegen ist, diese Thematik auch öffentlich kundzutun. „Wer heutzutage solche Sachen von sich gibt, hat für mich einen an der Waffel. Das ist eine absolute Frechheit. Dafür habe ich kein Verständnis“, redet sich der ehemalige Bayernliga-Spieler in Rage.
Ein Rassismus-Eklat in der Oberpfälzer Bezirksliga? Der FC Weiden-Ost möchte die Anschuldigungen nicht auf sich sitzen lassen. „Ich habe mit einigen Leuten gesprochen, die in der Nähe standen, aber keiner hat etwas gehört. Auch nicht seitens Tännesberg“, gibt der 1. Vorstand Franz Bäumler zu Protokoll. Vereinssprecher Denis Strohbach, der selbst nichts mitbekommen hat, möchte betont wissen: „Der FC Weiden-Ost steht für Vielfalt und ist entschieden gegen Rassismus.“ In diesem Kontext weist er darauf hin, dass im Verein Menschen unterschiedlichster Nationalitäten Fußball spielen würden, darunter über 30 Syrer sowie Somalier, Kosovaren, Ägypter, Amerikaner oder ein Chinese.
Fakt ist: Auf dem Spielfeld kam es am Samstagnachmittag zu einer hitzigen Debatte, in deren Folge Schiedsrichter Christian Killermann beide Mannschaften im Strafraum versammelte und mit den beiden Trainern Josef Dütsch und André Klahn sprach. Nach einer kurzen Besprechung wurde das Spiel wie gehabt fortgesetzt. Welche Worte und etwaigen Beleidigungen genau fielen, ist unklar.
Sportlich bietet sich für den TSV Tännesberg schon am Ostermontag die Chance auf Wiedergutmachung. Die schwere Auswärtsaufgabe beim formstarken Tabellendritten FC Wernberg bildet den zweiten Teil des Doppel-Spieltags. „Da wollen wir den Bock umstoßen und drei Punkte holen. Die schlechte Leistung vom Samstag gilt es auszubügeln“, hofft Klahn auf eine Reaktion. Der FC Weiden-Ost muss erst nächsten Sonntag wieder ran und gastiert da beim 1.FC Schlicht.