
Ein Kreisligaspiel im Fußballkreis Düren zwischen der SG Neffeltal und Düren 77 II wurde am vergangenen Wochenende in der 87. Minute abgebrochen. Nachdem mehrere Platzverweise ausgesprochen worden waren, eskalierte die Stimmung auf und neben dem Platz. Der Schiedsrichter Patrick Vogel brach die Partie schließlich ab, nachdem er sich eigenen Angaben zufolge bedroht fühlte.
Bis kurz vor Schluss schien es ein intensives, aber reguläres Kreisligaspiel zu sein, bis sich die Ereignisse in den letzten Minuten überschlagen. Aus dem Sonderbericht des Schiedsrichters, der FuPa vorliegt, lässt sich entnehmen, dass alles mit einer Gelb-Roten Karte gegen einen Spieler von Düren 77 II in der 87. Minute begonnen habe. Der betroffene Spieler habe sich zuvor wiederholt über Entscheidungen beschwert und nach dem Platzverweis weiterbeleidigt.
Nach dem Zeigen der Karte finge der Spieler an, Vogel zu beschimpfen. Kurz darauf folgte der nächste Platzverweis: Ein weiterer Spieler von Düren 77 II habe sich trotz mehrfacher Ermahnungen weiterhin beschwert. Nach der Gelb-Roten Karte hätten mehrere Akteure des Gastes angekündigt, nicht mehr weiterspielen zu wollen.
Der Schiedsrichter versuchte nach eigenen Angaben, die Situation zu entschärfen. Nachdem sich herausstellte, dass nach der zweiten Ampelkarte ein Missverständnis mit einem Neffeltaler Betreuer vorlag, habe er die Spieler von Düren 77 II gebeten, zurück auf den Platz zu kommen, doch zu diesem Zeitpunkt war die Stimmung bereits gekippt.
Zwischen Zuschauern und Spielern soll es dann am Spielfeldrand zu hitzigen Wortgefechten gekommen sein. Vogel berichtet, dass ein Zuschauer aus dem Umfeld von Düren 77 mehrfach Beleidigungen in Richtung der Neffeltaler Fans gerufen habe. Er habe unzählige Male beleidigt und sei sogar auf einige Zuschauer losgegangen. Auch ein Spieler von Düren 77 II sei auf die Zuschauerseite zugelaufen und habe dort verbal provoziert. Als sich der Schiedsrichter bedroht fühlte, entschied er, die Partie abzubrechen.
Er äußert sich im Bericht, er hätte Angst gehabt, dass die Situation weiter eskaliert. Ein Zuschauer sei auf ihn zugekommen und habe sich vor ihm aufgebaut. Ohne das Eingreifen der Betreuer von Neffeltal hätte der Zuschauer ihn geschlagen, so Vogel. Mit Begleitung verließ er anschließend das Spielfeld und blieb im Vereinsheim, bis sich die Lage beruhigt hatte.
"In den letzten Wochen und Monaten ist es immer häufiger zu Sonderspielberichten im Zusammenhang mit unserer 2. Mannschaft gekommen. Daher waren wir bereits seit einigen Wochen im Austausch mit den Verantwortlichen der 2. Mannschaft, um eine Verbesserung der Situation zu erzielen. Aufgrund der neusten Eskalationen beim Auswärtsspiel bei der SG Neffeltal sind wir nun gezwungen, die 2. Mannschaft des FC Düren 77 mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb in der Kreisliga B Gruppe 3 abzumelden. Dies geschieht, um weiteren Image-Schaden vom Verein abzuwenden", heißt es in der Mitteilung des Vereins.
Den zuvor getroffenen Aussagen widerspricht der Verein entschieden: "Zusätzlich möchten wir uns mit aller Entschiedenheit von den getroffenen Aussagen zu den Vorfällen vom Wochenende distanzieren."