2024-04-19T07:32:36.736Z

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Als Betreuer war Ralf Huth auf der SVW-Bank ganz nah dran am Geschehen – darüber hinaus packte er auf allen Ebenen mit an.
Als Betreuer war Ralf Huth auf der SVW-Bank ganz nah dran am Geschehen – darüber hinaus packte er auf allen Ebenen mit an. – Foto: rscp photo - Archiv

Ralf Huth: "Sein Herz schlug für den Verein"

Tod von Ralf Huth reißt beim SV Wiesbaden große Lücke – geschätzt und beliebt als Helfer und Jugendcoach

Wiesbaden. Als Betreuer erlebte Ralf Huth den Höhenflug der Gruppenliga-Mannschaft des SV Wiesbaden in dieser Runde quasi hautnah mit. Bis der 57-Jährige jetzt unmittelbar vor dem Jahresauftaktspiel gegen Germania Okriftel urplötzlich aus dem Leben gerissen wurde. Für seine Lebensgefährtin Anette, seine Angehörigen und Freunde und alle beim Sportverein noch unfassbar, wo doch Ralf Huth stets mit Leidenschaft und Herzblut auf allen Ebenen mitangepackt hatte. Er war sich für nichts zu schade, leerte Abfallbehälter und erledigte auch Putzarbeiten. „Für uns ein herber Schlag und ein herber Verlust. Ralf war immer da, auf ihn war immer Verlass. Alles, was er gemacht hat, hat er richtig gemacht. Er war bei den Spielen einer der Ersten, der kam, und einer der Letzten, der ging“, weiß SVW-Vorsitzender Markus Walter um die besonders ausgeprägte gemeinschaftliche Ader des gelernten Elektrikers, der beim Sportverein auch immer wieder sein berufliches und handwerkliches Know-how gerne einbrachte. Sein Vater Heinz half bei manchen Spielen oben an der Berliner Straße an der Kasse mit, seine Mutter Gertrud wurde am unteren Eingang an der Wettiner Straße direkt neben der Tribüne gar beim Verkauf der Eintrittskarten mit ihrer großen Herzlichkeit zur Institution. Familie Huth war für den Verein zum Glücksfall geworden.

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Während der Hessenliga-Phase zwischen 2012 und 2016 brachte sich Ralf Huth gemeinsam mit Thomas Andiel als Sicherheitsbeauftragter ein. Seinerzeit waren hohe Auflagen zu erfüllen. Aber auch diese Aufgabe erfüllte Ralf Huth, der stets ein äußerst sympathischer und authentischer Gesprächspartner war, mit der ihm eigenen Gewissenhaftigkeit. Bei Einsätzen in der zweiten Mannschaft oder bei den Alten Herren mischte er auch mal auf dem Feld mit.

Walter: "Sein Herz schlug für den Verein"

„Sein Herz schlug für den Verein. Aber er war auch nicht mit allem einverstanden. Dann hat er auch schon mal Bedenken geäußert: ‚Schaffen wir das? Sollten wir nicht lieber sicher planen, statt ins Risiko zu gehen?‘. Und es war ihm auch immer wichtig, dass der SVW nach außen ein gutes Bild abgegeben hat“, schildert Markus Walter. Als er mal im Rahmen eines Spiels in Sonnenberg seinen Emotionen freien Lauf gelassen hatte, habe Ralf Huth das direkt angesprochen, reflektiert Walter im Rückblick: „Da hat er mit mir geschimpft, ich hätte in offizieller Funktion doch Vorbildcharakter. Und er hatte im Prinzip ja auch recht.“

Trauerfeier am Samstag im Helmut-Schön-Sportpark

Auch als Jugendtrainer war Eintracht-Frankfurt-Fan Ralf Huth im Einsatz, bildete mit Tasso Ntatis (64) zunächst beim SV Wiesbaden ein Tandem, danach noch über mehrere Jahre beim TuS Nordenstadt unter Jugendleiter Rainer Netzel. Während seiner beruflichen Zeit bei der R+V Versicherung habe er Ralf Huth kennengelernt, der mit der Firma Elektro Hohl Aufträge für die R+V ausgeführt habe. „Ich habe ihn dann gefragt, ob er bei mir als Co-Trainer einsteigt. Ralf war der ruhende Pool, ich der Temperamentvolle. Er hatte so eine besondere Art, einen zu beruhigen und konnte sehr gut mit Jugendlichen umgehen. Und er hat über den Fußball hinaus viel für sie getan. Das war zwischen uns wie eine Waage, die genau ausgependelt ist“, erinnert sich Tasso Ntatis an gemeinsame Zeiten samt zweier Abschlussfahrten nach Tschechien mit dem SVW-Nachwuchs.

Ntatis: "Kann es immer noch nicht begreifen"

Ralf und er hätten seinerzeit auch Aleksandr Karapetyan quasi vom Bolzplatz zum Sportverein geholt. Später sollte Karapetyan zum Nationalspieler Armeniens avancieren. Ferner zählten Philip Reichardt und Lars Hanson zu SVW-Zeiten zum großen Kreis ihrer Schützlinge. „Es ist unglaublich. Ich kann es immer noch nicht begreifen. Er wird mir fehlen“, spricht Tasso Ntatis wohl allen aus der Seele, die Ralf Huth kannten. Und sich bei der Trauerfeier am Samstag um 11 Uhr auf der Tribüne des Helmut-Schön-Sportparks an gemeinsame Zeiten und Begegnungen mit ihm erinnern werden.



Aufrufe: 029.2.2024, 17:00 Uhr
Stephan NeumannAutor