
Der SV Raisting gewinnt 1:0 gegen den TSV Geiselbullach. Eine kuriose Elfmeterszene entschied das Abstiegsduell in der Bezirksliga Süd.
Abstiegskampf ist seit jeher weniger etwas fürs Auge denn für die Nerven. So stellte sich auch die nicht ganz unbedeutende Angelegenheit zwischen dem SV Raisting und dem TSV Geiselbullach in der Bezirksliga Süd dar. Es ging einzig um das Ergebnis. Und das verbuchte der SVR nach einer kuriosen Strafstoßszene. Der 1:0-Erfolg bugsiert die Raistinger wieder heraus aus der Relegationszone. Doch das reicht noch lange nicht, um sich der Sache sicher zu sein. Bereits am kommenden Mittwoch geht es beim SV Bad Heilbrunn erneut gegen einen Tabellennachbarn – und um das Verbleiben auf Bezirksebene.
Am besten lässt sich das Geschehen am Sonntag mit ein wenig Wortakrobatik zusammenfassen. Eigentlich hätte Hannes Franz nach den drei Punkten aufatmen können. Doch davon konnte keine Rede sein. Am Vortag des Spiels suchte sich ein grippaler Infekt ausgerechnet das Heim des SVR-Trainers aus. Mit fatalen Folgen. Franz blieb der Kabine fern, schickte erste Anweisungen über die Whatsapp-Gruppe und ließ sich während der Partie von Co-Trainer Manfred Kammerlander, dem verletzten Kapitän Gianluca Zandt und auch der spielenden rechten Hand namens Viktor Neveling im Verbund vertreten. Der Coach selbst beobachtete das Geschehen aus einiger Entfernung nahe der Eckfahne, um die Gefahr einer Ansteckung so gering wie möglich zu halten.
Ansteckend – im positiven Sinne – war der Spielbetrieb allerdings nicht wirklich. Hätte es sich jemand zur Aufgabe gemacht, Fehlpässe zu zählen, wäre es ihm gewiss nicht langweilig geworden. Verantwortliche differenzieren bei ihrer Bewertung aber bekanntlich gerne. Und so sah Franz wechselnde Momente der Dominanz. „Es gab Phasen, da war Geiselbullach besser, und umgekehrt.“
Im ersten Abschnitt bewahrte Urban Schaidhauf den SV Raisting in einem Eins-gegen-eins-Duell vor dem Rückstand, während auf der anderen Seite Luca Sigl, Sebastian Baur und auch Korbinian Hibler „in den zweiten Stock“ zielten. In Summe sah Franz seine Elf anderthalb Jota vorn. „Wir wollten einen Tick mehr gewinnen.“
Nach einem Foul an Lukas Matz bekam der SVR in der 71. Minute einen Strafstoß zugesprochen. Luca Sigl verschoss, doch der Linienrichter ließ Gnade walten und zeigte an, dass Schlussmann Stefan Held bei der Ausführung vor der Torlinie stand. Das darf er nicht. „Gibt vermutlich nicht viele Gespanne, die da wiederholen lassen“, merkte Franz anerkennend an. Im zweiten Anlauf traf Sigl dann. „Zeugt von mentaler Stärke“, betonte der Coach. In der Schlussphase sorgten noch einige hohe Bälle auf den groß gewachsenen Geiselbullacher Louis Frank für Aufsehen. Letztlich aber brachte der SVR den Bezirksliga-Krimi mit 1:0 erfolgreich über die Ziellinie.