2026-03-13T07:45:35.464Z

Spielbericht

„Rabenschwarzer Tag" – Raisting steckt im Abstiegskampf fest

Klare Niederlage in Obermenzing

von Andreas Mayr · Heute, 08:00 Uhr · 0 Leser
Mal wieder Anstoß: Maximilian Neufing (l.) mit Luca Sigl - Fußball - Bezirksliga Süd - Saison 2025/26 - SV Waldeck-Obermenzing München - SV Raisting (SVR) - 22. März 2026
Mal wieder Anstoß: Maximilian Neufing (l.) mit Luca Sigl - Fußball - Bezirksliga Süd - Saison 2025/26 - SV Waldeck-Obermenzing München - SV Raisting (SVR) - 22. März 2026 – Foto: Andreas Mayr

Die Raistinger kassieren gegen Waldeck-Obermenzing eine klare Niederlage. Coach Johannes Franz spricht von einem rabenschwarzen Tag.

Was ist nur mit dem SV Raisting passiert? Der starke Auftakt ins Frühjahr sieht nach dem Auftritt vom Sonntag nur mehr wie ein Strohfeuer aus. Stattdessen geht es für die Fußballer mitten hinein in den dichten Abstiegsnebel. Ohne Garantie, dort wieder herauszufinden. Das 0:6-Debakel, das Johannes Franz auch als solches benennt, hinterlässt einen völlig ratlosen Coach, der sagt: „Ich hoffe, dass das nur ein rabenschwarzer Tag war, aber der Trend ist sehr negativ.“

Man traut es sich kaum auszusprechen: Aber in Obermenzing, gegen diese jugendliche Wucht, sah der SVR aus wie ein Absteiger. Oder, etwas freundlicher formuliert, wie eine hilflose Maus, die dem schrecklichen Spiel einer hungrigen Katze nicht entkommen konnte. Vom Anstoß weg führten die Obermenzinger ihren Gegner vor, schoben den Ball von Fuß zu Fuß, als wären sie mit drei, vier Mann mehr auf dem Platz. Das nahm dermaßen beklemmende Zustände an, dass irgendwann nur noch beten half, die Hausherren mögen den Ball doch am Ziel vorbeisetzen. Ein Pfostentreffer, diverse Paraden von Urban Schaidhauf sowie ein auf der Linie geklärter Ball – so verhinderte Raisting in Hälfte eins Schlimmeres. „Du hast ja froh sein müssen, dass es nur 0:2 steht“, hielt Trainer Franz fest.

Das wirklich Beunruhigende war allerdings Raistings dröhnende Hilflosigkeit. Selbst die Führungsspieler verloren sich in Aktionen, die zum Scheitern verurteilt waren. Torwart Schaidhauf spielte zweimal den Ball direkt zum Gegner, Innenverteidiger Hermann Sigl verdribbelte sich im eigenen Strafraum, um nur ein paar Aktionen des blanken Horrors aufzuführen. „Das überträgt sich auf den Rest der Mannschaft“, weiß der Coach. Gleichzeitig packte er sich auch die Jungen, die bei Raisting für den Aufbau, die Spielfreude und die Leichtigkeit sorgen sollen. „Sie haben wenig angeboten, das Spiel ist extrem statisch“, berichtete der Coach.

Zur Halbzeit gab es kein Donnerwetter. Das hätte nichts gebracht. So weit weg waren die Gäste von einem halbwegs tauglichen Auftritt. Hannes Franz hielt nur fest: „Wir können uns so nicht präsentieren. Und wenn, dann müssen wir mit den Konsequenzen rechnen – und die heißen: Debakel.“ Auch am Spielfeldrand verfolgte er das Treiben stoisch. Die große Frage nach dem Warum treibt ihn um. War das nur eine Spur Leichtsinn, ein paar Prozent, die abgehen, weil sie so gut reingestartet sind? Oder schleicht sich hier gerade eine Seuche ein, die schwer zu bekämpfen ist? Franz hätte sich jedenfalls „Mentalität und Biss“ gewünscht, wenn schon fußballerisch gegen einen höchst überlegenen Kontrahenten nichts auszurichten war.

So aber blicken die Raistinger auf die neue Realität. Sie verirren sich wieder in den Morast der Bezirksliga. Offensiv sei das sehr dürftig gewesen, notierte der Coach. In der Abwehr hielten sie irgendwann dem Dauerdruck der Obermenzinger nicht mehr stand, mussten Tor um Tor hinnehmen. Für eine Trendwende, betonte der Coach, „müssen wir ein komplett anderes Gesicht zeigen“. Das einzige Positive, das festzuhalten war, war eine große Chance im zweiten Durchgang. Ansonsten nichts. Das sagte schon alles über diese Schmach an einen ansonsten wunderschönen Frühlingssonntag.