
Wenn der TSV Düren verliert, dann verliert er spektakulär. Der bislang einzige Ausrutscher des souveränen Tabellenführers war noch die 1:5-Klatsche gegen den SV Weiden. Nun gesellt sich auch noch die 2:4-Niederlage gegen den SC Elsdorf dazu. Dabei waren die Gäste knapp 75 Minuten in Überzahl.
Es blieb nicht nur bei dieser Überraschung am 20. Spieltag. Vier der fünf am schlechtesten platzierten Teams fuhren Siege ein. Vorletzter SSV Rot-Weiß Ahrem sammelte eminent wichtige Zähler durch eine Heimsieg gegen Viktoria Birkesdorf. Auch die JSG Erft fuhr Big Points im Abstiegskampf gegen eine ersatzgeschwächte Alemannia Lendersdorf ein. Auch Tabellenschlusslicht Germania Erftstadt-Lechenich rückte durch einen Erfolg gegen den SV Bessenich wieder etwas näher an das restliche Feld.
Im Rhein-Erft-Duell wurde es schlussendlich überdeutlich. Der SV Lövenich behauptete sich mit 6:2 gegen den Horremer SV.
Die idealen Vorzeichen standen nicht auf der Seite der Lendersdorfer. Die Rot-Weißen konnten nämlich nur mit einem Rumpfkader zum Aufsteiger anreisen. "Das soll wirklich nicht als Ausrede gelten, weil es andere in der Saison auch trifft und uns jetzt erstmalig in dieser Form", erläutert Lendersdorfs Cheftrainer Christopher Kall.
So stand für den Übungsleiter "effektiv eigentlich nur ein Auswechselspieler" zur Verfügung. Die anderen Spieler waren entweder lange aus dem Rhythmus oder verletzt. Dennoch stand bei den Gästen eine schlagkräftige erste Elf auf dem Platz, die sich um ein Haar auch schon für den aktiven Auftakt belohnen konnte, Thomas Betzer traf aber nur den Querbalken (6.). Stattdessen stach die JSG mit der ersten großen Tormöglichkeit zu. Ein Abschluss von Knipser Luke Bungart wurde unglücklich von Tim Greven ins eigene Tor gelenkt - 1:0 (14.).
Der Führungstreffer spielte Erft natürlich in die Karten. Besonders nach dem Seitenwechsel zog sich der Aufsteiger kompakt in die eigene Ordnung zurück und lauerte in erster Linie auf Umschaltsituationen. Nachdem Ben Bungart in der 67. Spielminute auch noch die Ampelkarte sah, versuchte Lendersdorf zunehmend mit der Brechstange den gegnerischen Abwehrriegel zu knacken, doch ohne Erfolg.
Nach einem Konter in der Schlussphase fällte Lendersdorfs Schlussmann Philip Kabil wohl den Erfter Luc-Seal Roggendorf im Strafraum. Den folgenden Strafstoß verwandelte Bungart zu seinem Doppelpack (82.). Ein spätes Comeback wollte Lendersdorf nicht gelingen, wodurch die JSG drei wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg einfährt. Für Kall fehlte seinem Team einfach die Durchschlagskraft: "In Summe war es einfach alles zu ungefährlich und das hat Erft dann nicht vor Probleme gestellt. Vom Gefühl hätten wir noch zwei Stunden spielen können, aber hätten an diesem Tag einfach kein Tor geschossen."
Während Erft also weiter den Vorsprung nach unten bewahrt, erleidet Lendersdorf einen Rückschlag im Rennen um Platz zwei. Und die Aufgaben werden in den kommenden Wochen nicht gerade leichter. Es stehen die Kracher gegen den Tabellenzweiten Hilal-Maroc Bergheim (29. März) und gegen den SC Elsdorf (12. April) an: "Das ist jetzt gerade die Phase, die wir als Mannschaft überstehen müssen. Wir werden aber sowohl gegen Hilal, als auch gegen Elsdorf alles reinwerfen, um die bestmögliche Punkteausbeute zu holen."
JSG Erft 01 Euskirchen – Alemannia Lendersdorf 2:0
JSG Erft 01 Euskirchen: Luca Krämer, Artur Schulz, Sandro Odekerken (63. Jan Walther), Rafael Oliveira (58. Ben Bungart), Lucas Spilles, Nicolas Woywod, Luc-Seal Roggendorf (82. Luke Duwe), Gian Luca Francesco Cardinale (84. David Heller), Max Eckert, Tobias Rick, Luke Bungart - Trainer: Christopher Kockerols - Co-Trainer: Thomas Fleck - Co-Trainer: Tsvetozar Doychinov
Alemannia Lendersdorf: Philipp Kabil, Marlon Köller (75. Tim Braun), Julio Pereira Oliveira, Tim Greven, Tom Palm, Fabian Welter, Fabian Lotz (61. Andreas Fuhs), Philipp Welter, Phillip Varona-Gracia, Thomas Betzer, Luca Nußbaum (61. Ahmad Mannaee) - Trainer: Christopher Kall
Schiedsrichter: Paul Willems - Zuschauer: 40
Tore: 1:0 Luke Bungart (14.), 2:0 Luke Bungart (81. Foulelfmeter)
Gelb-Rot: Ben Bungart (67./JSG Erft 01 Euskirchen/)
Auf dem Weg zur souveränen Meisterschaft muss der TSV Düren nicht mehr allzu viele Hürden überspringen. Die Auswärtsfahrt zum SC Elsdorf stellte allerdings eindrucksvoll unter Beweis, dass nicht immer und alles schlafwandlerisch von der Hand gehen kann. Nachdem Nullacht auch mit zwei gefährlichen Abschlüssen besser in die Partie kam, deutete nach dem Platzverweis von Elsdorf-Keeper Jonas Ruppert zunächst aber fast alles auf die Dürener. Der junge Schlussmann kam kurz vor der Strafraumgrenze zu spät und legte seinen Gegenspieler als letzter Mann (17.).
"Das war ein brutaler Schock", erinnerte sich Elsdorfs Coach Dustin Tesch an den Moment des Platzverweises zurück. "Da schießen einem natürlich tausend Gedanken durch den Kopf. Wir hatten uns sehr, sehr viel vorgenommen und haben die ersten 15 Minuten schon dominiert, mit und gegen den Ball."
Daraufhin war es wenig überraschend ein anderes Spiel, der TSV hatte nun deutlich mehr Feldvorteile, Elsdorf war darauf bedacht, sicher in der Defensive zu stehen. Dieser erzwungene Ansatz sollte fruchten. Die Hausherren blieben standhaft und setzten nach dem Seitenwechsel auch noch entscheidende Nadelstiche. Mohamed Dahas wurde zweimal mit langen Bällen auf die Reise geschickt und traf jeweils gekonnt ins Eck (51., 61.). Gegen den kurz benommenen Favoriten legte Luca Gruttmann direkt darauf sogar das 3:0 nach (62.). Ganz ohne Kopfschmerzen brachte Elsdorf die Führung aber nicht über die Zeit. Top-Torjäger Tugay Temel verbuchte seinen 24. Saisontreffer und brachte den TSV noch einmal heran (65.). Daraufhin hielt der Abwehr der Elsdorfer aber wieder stand. Daniel Dogans Treffer zum 4:1 war somit auch schon so etwas wie die Vorentscheidung (78.). Der erneute Anschluss von Emin Eren kam zu spät (88.).
"Und ich muss ehrlich sagen, wir haben das Spiel am Ende hochverdient gewonnen", resümiert Tesch. "Klar hatte der TSV dann auch viel Ballbesitz und wir haben uns auch gerade die letzte Viertelstunde dann auch hinten reingestellt. Aber wenn man gegen einen Tabellenführer in Unterzahl acht oder neun klare Torchancen hat und vier Tore schießt, dann ist das ein absolutes Qualitätsmerkmal."
SC 08 Elsdorf – SG Türkischer SV Düren 4:2
SC 08 Elsdorf: Jonas Ruppert, Mark Schiffer, Johannes Wenning, Mohamed Redjeb, Marcus Weber (21. Lennard Hövel), Niklas Kühnapfel (74. Evangelos Skraparas), Daniel Dogan, Paul Reichelt, Elias Römers, Luca Gruttmann (89. Charalampos Amanatidis), Mohamed Dahas (82. Moritz Perschmann) - Co-Trainer: Julian Rahn - Trainer: Dustin Tesch
SG Türkischer SV Düren: Kaan Gökcesin, Daniel Bleja, Yasin Taha Kalyoncuoglu (54. Joel Saengersdorf), Jawad Karnib, Mahmut Temür (79. Moussa Karnib), Alexandru Engels (84. Emin Eren), Semih Celik, Luca-Sebastian Kuschneruk, Yasin Isildak, Tugay Temel, Jordi Ndombaxi (71. Tayfun Pektürk) - Trainer: Yunus Kocak
Schiedsrichter: Andrey Stadnichuk (Merkstein) - Zuschauer: 169
Tore: 1:0 Mohamed Dahas (51.), 2:0 Mohamed Dahas (61.), 3:0 Luca Gruttmann (62.), 3:1 Tugay Temel (65.), 4:1 Daniel Dogan (78.), 4:2 Emin Eren (88.)
Rot: Jonas Ruppert (17./SC 08 Elsdorf/Notbremse)
Wird Ahrem noch zu so etwas wie dem Angstgegner von Birkesdorf? Wie im Hinspiel setzte sich der SSV durch. Dabei hatte der Favorit zunächst die Nase vorn. Jonas Schneider steckte auf Nikolaos Chouliaras durch, der sicher ins Eck abschloss (17.). Ahrem ließ sich aber einfach nicht abschütteln und nutze die entscheidenden Momente um zurückzuschlagen. Lukene Hellenthal glich zunächst infolge eines langen Balls aus (45. +2) und drehte mit einem Kopfball nach einem Freistoß sogar die Partie (51.). Anders als im Hinspiel meldete sich Birkesdorf aber noch einmal zurück, Chouliaras behielt auch per Strafstoß die Nerven (78.). Das letzte Wort hatte schlussendlich jedoch Ahrem, das in der Nachspielzeit mit dem ersten Saisontreffer von Marcello Ricciardi (90.+3) die Birkesdorfer erneut leer ausgehen lässt.
SSV Rot-Weiß Ahrem – Viktoria Birkesdorf 3:2
SSV Rot-Weiß Ahrem: Matthias Descik, Jerome Bendermacher, Louis Jeromin, Fabian Klünter, Lukas Kothen (37. Moriz Vesen), Lukas Kuss, Kai Weber, Jérôme Wenzel (23. Luca Heine), Nico Schmitz (93. Simon Pille), Marcello Ricciardi, Lukene Jonas Simao Hellenthal (86. Aaron Moll) - Trainer: Markus Hilmer
Viktoria Birkesdorf: Max Rogge, Niklas Greven, Jonas Schneider (70. Moritz Hoch), Florian Wirtz (88. Oualid Kasmi), Tahrek Bako (46. Ardit Hiseni), Redouan Toumi, Lucas Kirschbaum, Jakob Kutheus, Maurice Heinrichs, Nikolaos Chouliaras, David Rank - Trainer: Bernd Virnich
Schiedsrichter: Murat Bagli - Zuschauer: 105
Tore: 0:1 Nikolaos Chouliaras (17.), 1:1 Lukene Jonas Simao Hellenthal (45.+4), 2:1 Lukene Jonas Simao Hellenthal (51.), 2:2 Nikolaos Chouliaras (76. Foulelfmeter), 3:2 Marcello Ricciardi (90.+3)
Horremer SV 1919 – SV Lövenich/Widdersdorf 1986/27 2:6
Horremer SV 1919: Leonard Bujupi, Jan Schulz (23. Moritz Rommel), Sebastian Golz, Maximilian Arndt, Yannis Zechmeister, Noah Retterath (82. Alexander Holl), Stefan Weitz, Mats Flock (82. Mathias Luca Fasoli), Mohamed Bousfia, Florian Welter, Dominic Moll - Trainer: Oliver Lehrbach
SV Lövenich/Widdersdorf 1986/27: Denis Durukanli, Dennis Gardawski, Felix Klein, Franck Ananou (60. Jeffrey Julian), Naoki Kanagawa, David Strack (82. Oliver Brandt), Jan Lauterbach (60. Ebenezer Sarpong), Patrick Reisenauer, Muharrem Cicek (72. Cedrik Mathies), Maurice Wieting, Stephan Heiler (72. Edmond Qorrolli) - Trainer: Björn Effertz
Schiedsrichter: Peter Weidenfeld (Düren) - Zuschauer: 100
Tore: 0:1 Maurice Wieting (10.), 0:2 Maurice Wieting (34.), 1:2 Dominic Moll (45.), 1:3 Maurice Wieting (55.), 1:4 Maurice Wieting (61.), 1:5 Maurice Wieting (65.), 1:6 Maurice Wieting (71.), 2:6 Stefan Weitz (74.)
Hilal-Maroc Bergheim – SpVg Frechen 20 II 4:1
Hilal-Maroc Bergheim: Aleksandar Arsenovic, Mehmet Apaydin (81. Jaouad Chikri), Mohamed Allaoui, Redouan Aissa (86. Danijel Galic), Jaheim Altug, Koray Örgün, Akoete Henritse Eninful, Gaiton Barroso, Abdelkader Boubker (68. Friedrich Stolz), Luca Noll (68. Ismail Ouro-Bodi), Sherif Krasniqi (68. Ilias Afkir) - Trainer: Josef Pfeiffer
SpVg Frechen 20 II: Tobias Zillken, Ismail Deveci, Enes Özarici (66. Ali Koc), Seymen Demir, Kevin Trösser (66. Kilian Ziora), Jan Peterek, Vinicio Evora (66. Justus Marquardt), Maximilian Jansen, Luc Mäntele, Bartu Gökcen (75. Boil Tsvetkov) - Trainer: Oliver Klein
Schiedsrichter: Alexander Kratz - Zuschauer: 44
Tore: 1:0 Mohamed Allaoui (23.), 2:0 Abdelkader Boubker (35.), 3:0 Gaiton Barroso (56.), 3:1 Ismail Deveci (67.), 4:1 Ilias Afkir (82.)
SC Kreuzau – VfL Sindorf 3:6
SC Kreuzau: Dominik Wirtz, Jannik Laufenberg, Leon Breuer (46. Nico Schröteler), Jannis Becker, Florian Uerlichs, Dominik Dick, Marcel Zimmer, Mirko Machetanz (46. Florian Post), Mario Fuchs, Seydouba Sylla, Amsal Kartalovic - Trainer: Olaf Ramm
VfL Sindorf: Luca Wydora, Niclas Braun, Philip Doppelgatz, Marius Kunze, Marvin Marin-Mielke (46. Ramón Alvárez Koch), Anil Yavuz (86. Emil Alic), Yigitcan Cinar, Cebrail Bayindir (90. Marius Zilger), Sam Wilberz, Patrick Bonsch (74. Arne Schmitz) - Co-Trainer: Sascha Vogt - Co-Trainer: Taylan Can Issi - Trainer: Arif Cinar - Co-Trainer: Fabio Kirchner
Schiedsrichter: Jonathan Brandt - Zuschauer: 100
Tore: 0:1 Yigitcan Cinar (12.), 1:1 Florian Uerlichs (19.), 1:2 Sam Wilberz (28.), 2:2 Amsal Kartalovic (33.), 2:3 Yigitcan Cinar (40.), 3:3 Nico Schröteler (66. Foulelfmeter), 3:4 Patrick Bonsch (67.), 3:5 Anil Yavuz (82.), 3:6 Sam Wilberz (85.)
SC Germania Erftstadt-Lechenich – SV Rhenania Bessenich 1928 2:1
SC Germania Erftstadt-Lechenich: Nils Grüttner, Bastian Rick, Mert Deniz Bozkurt, Felix-David Hilgers, Miro Eppert (62. Ousama Sollami Koubia), Noah Becker, Jan-Ole Koschinat, Aryan Suthaharan (62. Miguel Andres Koury), Jan-Philipp Schmitz (92. Leon Reimer), Colin Greis (71. Soner Kayan), Anas Bodabouz (56. Amin Alsabagh) - Trainer: Karsten Kochems
SV Rhenania Bessenich 1928: Eamonn Klein, Ümit Tünc (46. Arber Jashanica), Erjon Hoxhaj, Covenant Smart (46. Emrah Fikaj), Oliver Schäfer, Niklas Miszkiewicz (84. Jehon Vatovci), Kuss Kunzika, Valentin Ivanov, Kaloyan Petrov, Deniz-Can Isitmen, Manuel Macherey - Trainer: Stefan Storb - Trainer: Can Celik
Zuschauer: 65
Tore: 1:0 Felix-David Hilgers (45.), 1:1 Arber Jashanica (71.), 2:1 Miguel Andres Koury (89.)
TuS Langerwehe – SV Weiden 1914/75 0:2
TuS Langerwehe: Tobias Werres, Marvin Krischer, Nico Frank (60. Max Bremen), Niklas Hülscher (60. Max Blinne), Justin Krischer, Stephan Salger, Marius Mürkens, Justin Müller (65. Julian Eversheim), Almin Bečirević, Luca Michalke, Hussein Makki (75. Dominic Teichert) - Trainer: Tim Krumpen
SV Weiden 1914/75: Pepe Bünning, Hanke Veit Lennerts (70. Alexander Jureschko), Henry-Thoke Uchtmann, Daniel Mirlach, Patrick Odau, Niklas Boedts, Joel Karim Marenzi (79. Daniel Boerop), Sebastian Kratz, Philipp Solf, Jeongwoo Choi, Jannick Michalsky (88. Louis Strombach) - Co-Trainer: Thomas Eikel - Trainer: Adrian Student
Schiedsrichter: Lukas Wenz (Köln) - Zuschauer: 60
Tore: 0:1 Niklas Boedts (61. Foulelfmeter), 0:2 Niklas Boedts (65.)
Gelb-Rot: Patrick Odau (90./SV Weiden 1914/75/Mit Ansage)
Rot: Niklas Boedts (90./SV Weiden 1914/75/Wade touchiert)