
Am kommenden Samstag um 14.00 Uhr empfängt der Vorjahresdritte PSV Neumünster auf dem Sportplatz an der Stettiner Straße den amtierenden Meister FC Kilia Kiel. Für beide Mannschaften läuft es in dieser Saison sportlich nicht ganz nach Wunsch. Während Kilia – das in der Vorsaison noch ungeschlagen Meister wurde – in dieser Spielzeit bereits sechs Niederlagen einstecken musste und mit 18 Punkten Rückstand auf Tabellenführer SV Todesfelde die Titelverteidigung längst ad acta legen musste, läuft es auch für die Ordnungshüter nach einem personellen Umbruch zum Ende der letzten Saison noch lange nicht richtig rund.
Nach dem hart erkämpften 3:2-Auswärtserfolg – durch einen diskutablen Strafstoß in der Nachspielzeit – beim TuS Rotenhof hat die Mannschaft vom Trainerduo Nils Voss und Dennis Buthmann zumindest den Anschluss an das Verfolgerfeld wiederhergestellt und könnte bei einem weiteren Sieg den FC Kilia Kiel in der Tabelle überflügeln und näher an die Spitzengruppe heranrücken.
Doch das ist leichter gesagt als getan, auch wenn die Ordnungshüter im Hinspiel beim 3:3 am Hasseldieksdammer Weg einen Drei-Tore-Rückstand aufholen konnten und einen Zähler entführten. Ein Spiel, das Kilia-Trainer Nicola Soranno, der einst selbst für den PSV die Fußballstiefel schnürte, noch immer in unschöner Erinnerung hat.
„Nach dem Spiel waren wir unfassbar enttäuscht, weil wir fast über das gesamte Spiel ein sehr gutes Spiel gemacht haben, allerdings hinten raus völlig wild wurden. Ich habe selten so ein Spiel erlebt, das im Endeffekt – auch vom Ergebnis her – grundsätzlich so unverdient war. Auch wenn der PSV aufgrund der letzten Minuten das verdient hat. Ich glaube, alles andere als ein Sieg wäre in dem Spiel nicht gut gewesen. Aber es ist, wie es ist.“
Doch nun werden die Karten neu gemischt, und Kilia stehen zu dem richtungsweisenden Spiel auch alle Akteure zur Verfügung.
Obwohl die Landeshauptstädter in den beiden ersten Duellen des Jahres gegen den Regionalligaabsteiger Holstein Kiel II (0:2) und gegen den Dritten SV Eichede (2:2) keinen Sieg einfahren konnten, sieht der Kieler Coach seine Farben auf einem guten Weg.
„Grundsätzlich bin ich mit dem Auftritt meiner Mannschaft zufrieden, auch wenn es aus zwei Spielen nur einen Punkt gab. Aber dafür, dass wir – wie fast jeder – keine vernünftige Vorbereitung hatten, haben wir viele Sachen schon recht gut gemacht. Wir merken aber auch, dass wir natürlich noch nicht da sind, wo wir zum Ende der Hinrunde waren. Von daher liegt noch ein bisschen Arbeit vor uns, die wir sowohl in den Trainingseinheiten als auch in den Spielen bewältigen müssen.“

Kurz vor dem Spiel unterhielt sich der Autor mit Dennis Buthmann aus dem Trainerduo des PSV Neumünster und befragte ihn zur aktuellen Situation.
Ist der PSV nach dem Erfolg beim TuS Rotenhof wieder im Aufwind und wie siehst du die sportliche Ausgangslage vor dem Spiel gegen den amtierenden Meister FC Kilia Kiel?
„Ob man nach einem Spiel schon von Aufwind sprechen kann, weiß ich nicht. Aber ich ordne dem Sieg gegen Rotenhof eine immense Bedeutung zu, da er besonders für den Kopf, das Gemüt und die Gemeinschaft sehr wichtig war. Nach der schwachen Endphase im letzten Kalenderjahr hat man gemerkt, dass wir nicht dieses Selbstvertrauen und diese Selbstverständlichkeit der ersten Wochen hatten. Ich hoffe daher, dass der Sieg uns besonders in dieser Hinsicht Vertrauen gibt.“
Im letzten Spiel bei Kilia konntet ihr einen Drei-Tore-Rückstand egalisieren. Spielt das auch noch eine Rolle in den Köpfen, dass man den Meister durchaus ärgern kann?
„Das ist natürlich wahnsinnig schwer zu sagen, aber es könnte schon sein. Unabhängig vom Hinspiel wird es aber wichtig sein, dass wir viel Mut in unser Spiel bekommen, um Kilia vor allem mit dem Ball vor Probleme zu stellen.“
Mit Til Küffner und Tim Möller verlassen zum Saisonende zwei bewährte Kräfte den PSV aus beruflichen Gründen. Wie könnten diese Abgänge sportlich aufgefangen werden?
„Die Abgänge von Til und Mölli sind natürlich schmerzhaft wie nachvollziehbar. Die beiden haben in den letzten Jahren zum Stammpersonal gehört und haben auch in der Kabine und auf dem Trainingsplatz eine wichtige Rolle übernommen. Ich bin gleichzeitig aber sehr guter Dinge, dass wir die beiden gut ersetzt bekommen. Es wird sicherlich auf mehreren Schultern verteilt werden müssen, aber ich bin mit der Kaderplanung dahingehend sehr einverstanden.“
Wer wird euch am Wochenende nicht zur Verfügung stehen?
„Tom Zarpe wird nach seiner Auswechslung am vergangenen Wochenende nicht zur Verfügung stehen. Es sieht allerdings glücklicherweise so aus, als wenn es dabei zu keinen schwerwiegenden Verletzungen gekommen ist. Er wird uns vermutlich dennoch noch ein paar Wochen fehlen.
Fyn Claasen laboriert weiter an Schmerzen in seinem lädierten Sprunggelenk und Marvin Ehlert plagt sich weiterhin mit seiner Achillessehnenreizung herum. Außerdem wird Grady Zinkondo fehlen, den wir bereits gegen Rotenhof aufgrund von Leistenproblemen auswechseln mussten.
Jesper Tiedemann war letzte Woche beruflich verhindert, ist aber gegen Kilia wieder einsatzfähig.“