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Kommentar

Protest nach 1:5: TuS Koblenz tritt den Sportgeist mit Füßen

Der Protest von TuS Koblenz nach der 1:5-Niederlage gegen den TSV Gau-Odernheim ist einem Spitzenklub der Oberliga unwürdig, findet Claus Rosenberg

von Claus Rosenberg · 02.09.2026, 16:26 Uhr · 0 Leser
Torschütze Christopher Hahn (Mitte) und Gradi Nkunga (links) bejubeln auf dem (zu?) kleinen Gau-Heppenheimer Platz das Gau-Odernheimer 3:0 über TuS Koblenz.
Torschütze Christopher Hahn (Mitte) und Gradi Nkunga (links) bejubeln auf dem (zu?) kleinen Gau-Heppenheimer Platz das Gau-Odernheimer 3:0 über TuS Koblenz. – Foto: Stumpf/pakalski-press

Gau-Odernheim. Die Affäre um den Fußballplatz in Gau-Heppenheim nimmt allmählich die Züge einer Posse an. Die schlechteste Figur macht dabei Oberliga-Spitzenreiter TuS Koblenz, der bei seinem Gastspiel gegen den TSV Gau-Odernheim nicht nur seine ersten drei Punkte verspielte. Er ist auch dabei, seinem Ruf zu schaden.

Wer nach einer klaren 1:5-Niederlage in den Krümeln sucht, um das Resultat über die Sportgerichtsbarkeit zu korrigieren, tritt den Sportgeist mit Füßen. Pikanterweise zeigten gerade die Gau-Odernheimer eine Woche zuvor, wie es richtig geht: Ahrweiler BC kam wegen eines (vorhersehbaren) Staus erheblich zu spät. Pragmatisch akzeptierten die Petersberger, dass das Spiel eine Stunde später angepfiffen wurde. So geht man miteinander um.

Schlimm an der Sache ist, dass TuS Koblenz die Gau-Odernheimer zwingt, ihre Posse mitzuspielen. Und zwar dahingehend, dass Behauptungen, wie die falsche Platzgröße in Gau-Heppenheim, widerlegt werden müssen. Nichts wäre gegen das Vorgehen der Koblenzer zu sagen, wenn sie tatsächlich benachteiligt worden wären. Aber den Platz mussten beide Mannschaften bespielen. Ob der nun ein paar Zentimeter kleiner ist, als in den Statuten steht, oder nicht, ist bei einem 1:5 absolut egal.

Nun kann man nur hoffen, dass es das Sportgericht genauso sieht. Es darf kein Urteil geben, das einen solchen Dilettantismus, wie ihn TuS Koblenz praktiziert, auch noch belohnt. Das wäre das falsche Signal an die Liga – und an den Amateurfußball. Ärgerlich genug ist die Sache so schon für den TSV Gau-Odernheim. Da schlägt er sensationell einen Goliath der Liga, was aber leider im Protestgetöse der Rheinländer fast untergeht. Dabei wäre genau das, was die Schlagzeilen bestimmen sollte.