
Der SC Borussia Lindenthal-Hohenlind hat bei seinem ersten Spiel nach dem Aufstieg in die Mittelrheinliga einen bereits sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand gegeben. Gegen die SpVg Porz führte die Mannschaft von Trainer Sascha Zinken zwischenzeitlich mit 2:0, musste in der sechsten Minute der Nachspielzeit aber noch den Treffer zum 2:2-Endstand hinnehmen.
Dabei erwischten zunächst die Gäste aus Porz den besseren Start. Trainer Jonas Wendt sah seine Mannschaft in der ersten halben Stunde sogar als das bessere Team. „Wir hatten zwei, drei Gelegenheiten und sehr guten Zugriff“, erklärte der Porzer Coach. Besonders nach einer Ecke habe sein Team die Chance gehabt, früh in Führung zu gehen.
Stattdessen schlug Hohenlind auf der anderen Seite zu. In der 34. Minute brachte Ogino die Hausherren mit 1:0 in Führung. Wendt ärgerte sich vor allem über die Entstehung des Treffers. Die Tiefenläufe der Hohenlinder Achter seien vor der Partie ausdrücklich thematisiert worden, dennoch gelang es Porz in der entscheidenden Situation nicht, diese zu verteidigen. Nach dem Gegentor verlor Porz für einige Minuten den Zugriff. Noch vor der Pause ergab sich allerdings die Möglichkeit auf den Ausgleich, die ebenfalls ungenutzt blieb. Entsprechend ging Hohenlind mit einer knappen Führung in die Kabine.
Porz nahm sich für den zweiten Durchgang vor, früher Druck auf den Gegner auszuüben. „Wir wollten etwas höher pressen, weil wir das Gefühl hatten, dass Hohenlind kaum Lösungen gegen hohes Pressing hatte“, erklärte Wendt.
Doch erneut schlug der Aufsteiger zu. In der 57. Minute erhöhte Riering auf 2:0 und brachte Hohenlind damit scheinbar auf die Siegerstraße. „Dann schien der Drops erstmal gelutscht zu sein“, beschrieb Wendt die Situation nach dem zweiten Gegentreffer. Seine Mannschaft reagierte allerdings anders, als es in der vergangenen Saison womöglich noch der Fall gewesen wäre. „Ich habe der Truppe dann auch gesagt: Letzte Saison hätten wir das Ding mit 5:0 oder 6:0 abgegeben. Das war heute nicht der Fall“, erklärte der Porzer Trainer. Statt auseinanderzufallen, zeigte seine Mannschaft die von Wendt geforderte Reaktion. Nur fünf Minuten später meldete sich Porz zurück. Nach einer Standardsituation erzielte Hwang in der 62. Minute den sehenswerten Anschlusstreffer zum 2:1 und sorgte dafür, dass die Partie wieder völlig offen war.
Hohenlind bekam anschließend mehrere Möglichkeiten, die Begegnung endgültig zu entscheiden. Auch Wendt räumte ein, dass die Gastgeber den dritten Treffer hätten erzielen können. Dass es nicht dazu kam, lag aus seiner Sicht auch am eigenen Schlussmann. „Unser überragender Keeper hat uns heute im Spiel gehalten“, lobte der Porzer Trainer.
Für Hohenlind sollte sich das Auslassen der Chancen letztlich rächen. Dennoch war Zinken mit dem Auftritt seiner Mannschaft grundsätzlich zufrieden. „Es gab sicherlich die Möglichkeit, den Sack früher zuzumachen“, sagte der Trainer. Nach dem Aufstieg zeigte Hohenlind damit gleich zum Saisonstart, dass die Mannschaft auch eine Spielklasse höher konkurrenzfähig ist. Zu einem perfekten Auftakt fehlten am Ende allerdings nur wenige Sekunden.
Porz warf in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne und wurde für seinen Aufwand tatsächlich noch belohnt. In der sechsten Minute der Nachspielzeit erzielte Kizil den viel umjubelten Treffer zum 2:2.
Für Zinken war der späte Ausgleich entsprechend bitter. „Wenn man in der 90+6, mit Abpfiff, den Ausgleich kriegt, ist das verdammt ärgerlich“, erklärte der Hohenlinder Coach. Lange beschäftigen möchte sich seine Mannschaft mit dem verpassten Sieg jedoch nicht. „Ich bin mit dem Gesamtauftritt zufrieden. Wir werden uns kurz schütteln und dann geht es weiter“, kündigte Zinken an.
Auf Porzer Seite überwog dagegen die Freude über die späte Belohnung. Wendt sah insbesondere in der Reaktion auf den 0:2-Rückstand ein positives Zeichen für die kommenden Wochen. „Die Mannschaft hat Herz und Leidenschaft und hat nicht aufgegeben“, lobte der Trainer. Genau diese Eigenschaften hätten Porz im Spiel gehalten und letztlich noch den Punkt ermöglicht. „Die Mentalität und DNA, die wir uns von der Mannschaft wünschen, war heute unsere große Tugend“, sagte Wendt. Der Ausgleich praktisch mit dem Schlusspfiff sorgte anschließend für entsprechend große Emotionen. „So gehen wir mit einem super Gefühl in die Woche.“
Während sich der späte Treffer für Hohenlind wie zwei verlorene Punkte anfühlen dürfte, nimmt Porz nach einem 0:2-Rückstand zumindest einen Zähler mit. Für Unterhaltung haben beide Mannschaften damit bereits am ersten Spieltag gesorgt.