
Eigentlich würde man den Polizei SV Mönchengladbach angesichts seines Abschneidens in den A-Liga-Spielzeiten der vergangenen Jahre in dieser Saison höher platziert erwarten. Doch die Sieglos-Serie in diesem Kalenderjahr ließ den PSV jetzt bis auf Platz zehn fallen. Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang beträgt somit nur einen Zähler. Das Team von Trainer Erhan Kuralay steht vor dem nächsten Spieltag also unter Erfolgsdruck. Gegen Schlusslicht Rot-Weiß Venn muss ein Dreier her, ansonsten würde der schlechteste Fall eintreten: der PSV fiele auf einen Abstiegsplatz.
Kuralay ist wahrlich nicht zu beneiden, denn „zu unterschiedlich sei das Auftreten seiner Mannschaft im bisherigen Saisonverlauf gewesen“, wie er unserer Redaktion gegenüber erklärte. Aus den bisherigen fünf Spielen im Jahr 2025 holte der PSV magere zwei Zähler. Gegen die Aufsteiger Neuwerk II (1:2) und Mennrath II (1:1) kam so gut wie nichts Zählbares heraus. Im Spiel gegen Mennrath verhinderte die Gelb-Rote Karte nach genau einer halben Stunde ein besseres Ergebnis. Zumindest konnte das Team den Rückstand zumindest egalisieren.
Gegen Rheindahlen gab der PSV in den Schlussminuten inklusive Nachspielzeit noch eine 3:1-Führung aus der Hand und verlorbeim 3:3 weitere zwei Punkte. Gegen den Rheydter SV, der sich in der Winterwechselperiode mit zahlreichen Spielern verstärkt hatte, gab es mit 2:4 ebenfalls nur ein Hinterherschauen. „Da hat der RSV viele Spieler mit Bezirksliga-Erfahrung aus Waldniel geholt. Das hat man dann auch im Spiel gemerkt“, analysierte Kuralay im Nachhinein. Im Spiel gegen Neersbroich fiel der Siegtreffer der Sportfreunde zum 2:1 ebenfalls in der Schlussphase, nachdem der PSV frühzeitig (5. Minute) in Führung gegangen war.
Zwar hat das Kuralay-Team sich teilweise, vor allem gegen Rheindahlen und Neersbroich, sehr gut verkauft, doch vor allem individuelle Fehler haben einen positiveren Spielverlauf verhindert. „Außerdem brauchen wir viel zu viele Chancen, um Tore zu erzielen. Hinzu kommen Faktoren wie Verletzungen, Sperren oder private Verhinderungen, die wir nicht komplett kompensieren konnten“, erklärt der Übungsleiter, der dies aber nicht als Ausrede ansieht, „schließlich haben diese Probleme auch andere Vereine“.
Zumindest die kommenden drei Spiele müssen die „Polizeiler“ positiv gestalten. Gegen Schlusslicht Venn wird ein Dreier erwartet, ebenso gegen Schelsen und Hehn. Gegen Ligaprimus Lürrip ist wohl nichts zu holen. Danach geht es mit der Reserve des 1. FC Viersen gegen einen weiteren direkten Konkurrenten, dann folgt mit Türkiyemspor ein großer Brocken. Dann wären aber die Teams der Top vier schon abgehandelt. Die Hoffnung: Die Saisonschlussphase kann der PSV dann etwas entspannter angehen. Und eine Aufholjagd starten? Sportlich gesehen sieht sich der Polizei SV im ersten Drittel der Liga.