
Sportlich hatten sich die Verbandsliga-Fußballer des SV Eintracht Emseloh wenig Hoffnungen auf eine Sensation gemacht. "Das ist der Tabellenzweite der Regionalliga", betonte Christian Schlolaut die Klasse des Halleschen FC. Diesem standen die Freizeitkicker aus Mansfeld-Südharz am Sonnabend im Halbfinale des dachbleche24-Landespokals vor einer großen Kulisse gegenüber. "An den Tag wird jeder noch lange denken", betonte Schlolaut.
Extra für das Halbfinale war die Eintracht umgezogen. Die Austragung der Partie hätte die strukturellen Möglichkeiten im 500-Einwohner-Ort Emseloh bei weitem überstiegen - nicht aber die in der Lutherstadt Eisleben. "Man sieht, dass der MSV Eisleben in der Lage ist, auch solche großen Spiele über die Bühne zu bringen", adelte Schlolaut die eingesprungenen Gastgeber am MZ-Mikrofon und richtete "vielen Dank" an den MSV: "Das war eine super Zusammenarbeit. Man kennt sich, man schätzt sich."
Der Rahmen für ein besonderes Highlightspiel war also geboten. 2150 Besucher - mehr als viermal so viele wie in Emseloh wohnen - sorgten für eine tolle Kulisse beim Halbfinale. Noch viele Zuschauer mehr verfolgten die Partie im exklusiven Livestream der Mitteldeutschen Zeitung und der Volksstimme. Es sei "das Erlebnis, das wir wollten" gewesen, freute sich Schlolaut. Auch wenn sich das Team von ihm und seinem Trainerkollegen Steffen Heyer am Ende mit 0:5 geschlagen geben musste. "Wir haben das von vornherein realistisch eingeschätzt", bekräftige Schlolaut und attestierte: "Wir können den Platz erhoben Hauptes verlassen."
18 Minuten hielt das Bollwerk des Sechstligisten stand. Dann aber brachte Burim Halili den HFC in Führung. Nur wenige Minuten später machte Max Kulke den Doppelschlag perfekt (22.) - und selbst die kühnsten Optimisten wussten wohl in diesem Moment, dass das Wunder von Eisleben ausbleibt. Eine logische Konsequenz des Klassenunterschieds, wie Schlolaut untermauerte. "Die Grenzen, die ein Spieler hat, sind nunmal da - sonst würde er nicht in Emseloh in der Verbandsliga spielen", betonte er.
Am Ende habe seine Mannschaft die Aufgabe mit "guter Energie" und einer "seriösen Herangehensweise" gelöst, befand HFC-Coach Robert Schröder zufrieden zum Finaleinzug. Der Umzug in die Lutherstadt habe der Partie "einen würdigen Rahmen geboten", erklärte der 37-Jährige.
Auf der anderen Seite konnten auch die Emseloher zufrieden sein - nicht nur mit der wochenlangen Organisation, sondern auch mit ihrer Leistung im "Bonusspiel" gegen den Regionalligisten. "Wir haben uns ordentlich verkauft", attestierte Schlolaut. Nun richte sich der Blick wieder auf den Alltag in der Verbandsliga: "Da haben wir noch was zu tun." Die Erinnerungen an diesen besonderen Pokaltag in Eisleben sollen allerdings bleiben - und demnächst noch einmal bei einem Teamabend besprochen werden.