
Regionalligist Hertha 03 Zehlendorf wartet nach dem Pokalspiel beim Bezirksligisten Delay Sports seit Monaten auf seinen Anteil der Einnahmen, wie Präsident Kamy Niroumand berichtet. Es soll um ca. 4000 € gehen
Hier Bericht und Bilder vom Achtelfinale Delay Sports vs Hertha 03 (1:3)
Mitte November erreicht Regionalligist Hertha 03 Zehlendorf mit einem 3:1-Erfolg beim Bezirksligisten Delay Sports das Viertelfinale des Landespokals. Im Regelfall werden die Einnahmen aus diesem Wettbewerb zwischen beiden beteiligten Vereinen geteilt. Das sieht die Finanzordnung des Berliner-Fußball-Verbandes vor (§12 Absatz 1)
Laut Hertha-03-Präsident Kamy Niroumand belaufen sich die Bruttoeinnahmen bei rund 800 Zuschauern und einem Eintrittspreis von zehn Euro pro Karte auf etwa 8.000 Euro. Demnach stehen Hertha 03 rund 4.000 Euro zu – abzüglich der Kosten, die durch die Finanzordnung des Berliner Fußball-Verbands geregelt sind.

Trotz mehrerer Nachfragen und E-Mails geht bislang jedoch noch kein einziger Cent bei Hertha 03 ein, so Niroumand. Sein einziger Ansprechpartner ist der sportliche Leiter von Delay Sports, Andreas Schild, der ihn wiederum an andere Vereinsverantwortliche verweist. Auf keine E-Mail – weder auf Vereinsebene noch über den Verband – gibt es bislang eine Antwort.
„Vor dem Spiel einigen wir uns mit Delay Sports darauf, dass die Abrechnung spätestens innerhalb von 14 Tagen erfolgt. Gekommen ist bislang nichts. Das ist uns in dieser Form noch nie passiert. Im Normalfall wird direkt am Spieltag abgerechnet. Das Geld war für die Weihnachtsfeier der Spieler geplant “, erklärt Niroumand. Delay Sports verweist auf ein eigenes Ticketsystem.
Ungewöhnlich ist zudem, dass Hertha 03 kein eigenes Kartenkontingent erhält. Angeblich ist das Spiel ausverkauft. Der Verein muss die Tickets selbst erwerben – auch für Sponsoren. Für Berliner Verhältnisse sei dieses Vorgehen intransparent, so Niroumand. Sein Eindruck sei, dass Delay Sports bislang noch über keine gefestigte Vereinsstruktur verfüge.
FuPa Berlin hakt daraufhin beim sportlichen Leiter von Delay Sports nach.
„Die Abrechnung des Ticketdienstleisters hat mehr Zeit in Anspruch genommen als gedacht, und die der Security-Firma fehlt bisher. Somit konnte das Eintrittsgeld noch nicht aufgeteilt werden. Hertha 03 ist darüber ebenfalls informiert. Daher ist dies aktuell kein Thema. Von der von dir genannten Summe müssen zunächst die Kosten abgezogen werden, bevor der Betrag geteilt wird. Auch mit dem Verband stehen wir in einem guten und regelmäßigen Austausch.“ So Andreas Schild.
Auf Nachfrage, um welche Dienstleister und welche Security-Firma es sich konkret handelt, verweist Schild auf Jannik Kirchner. Eine Stellungnahme (Anfrage über Instagram) von ihm steht bislang noch aus.

In der Finanzordnung des Berliner Fußball-Verbands sind die Einnahmen in § 12 Absatz 1 geregelt. In der Regel handele es sich dabei um ein unkompliziertes Verfahren, erklärt Vizepräsident Joachim Gärtner:
„In den meisten Fällen wird direkt nach dem Pokalspiel abgerechnet und die Kosten werden sofort abgezogen. Sollte es zu Problemen kommen, können die beteiligten Vereine den Weg zum Sportgericht beschreiten.“
Ob Hertha 03 diesen Schritt letztlich geht, ist derzeit offen.
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