2026-08-17T04:56:09.060Z

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Pokalcoup: "Wir wollten ihn mehr, egal, ob wir der Underdog waren"

Party beim TSGV Waldstetten: Der Landesligist schafft in der 3. Runde des WFV-Pokals die Sensation und besiegt den Oberligisten TSV Essingen mit 6:5 nach Elfmeterschießen.

von tsgv · 05.08.2026, 22:10 Uhr · 0 Leser
– Foto: TSGV Waldstetten

In der dritten Runde des Fußball-Verbandspokals hat der Landesligist TSGV Waldstetten heute den Oberligisten TSV Essingen empfangen. Als Underdog gestartet, entpuppte sich der Gastgeber als ebenbürtig mit dem Favoriten und rang diesen letztlich im Elfmeterschießen mit 6:5 nieder. Nach 120 Minuten stand es noch 1:1. „Das war ein verdienter Sieg. Wir wollten ihn mehr, ganz egal, ob wir der Underdog waren“, freute sich TSGV-Spielertrainer Tim Schraml über diesen nicht erwarteten Erfolg.

Professionell ging es bei diesem Spiel aufs Feld. Einige Kinder des Georg-Eichele-Junglöwencamps, das aktuell auf dem Walstetter Gelände stattfindet, freuten sich, dass sie als Einlaufkinder mit dabei sein durften. Die Partie wäre fast sensationell losgegangen für die Gastgeber. Patrick Nagler war plötzlich frei durch, verfehlte das Gehäuse jedoch knapp (1. Minute). Bitter für die Gäste: Nach bereits sieben Minuten musste Tarik Schwinger verletzt ausgewechselt werden, für ihn kam Gökalp Kilic in die Partie.

Die nächste dicke Gelegenheit hatte wieder der Underdog: Atakan Güllük brachte das Leder von der rechten Seite in den Strafraum, in dem wieder Nagler stand. Der zog ab, musste sich aber der starken Fußabwehr von Essingens Schlussmann Jerome Weisheit geschlagen geben (16.). Zwei Minuten später tauchten die Essinger das erste Mal gefährlich vorne auf: Yusuf-Serdar Coban verzog aber seinen Versuch aus rund 16 Metern. Dann noch einmal die Gäste. Coban steckte durch, Jannik Pfänder war ziemlich allein, scheiterte aber ebenfalls an der Fußabwehr des Schlussmanns, in diesem Fall an Max Helmli (27.).

Dann kam es knüppeldick für den Oberligisten, denn wieder musste ein Spieler verletzungsbedingt ausgewechselt werden: Taylor Colin Spitzlberger. Für ihn kam Daniel Schelhorn in die Partie. Kurz darauf wäre es fast noch unglücklicher gelaufen für den TSV: wieder war Nagler durch, schoss den Ball aber doch deutlich über das Gehäuse (37.). Unter den Zuschauern wurde es unruhiger, denn immer wieder vergaßen die Waldstetter es, Distanzschüsse loszulassen. Das schien sich auch Waldstettens Spielertrainer Tim Schraml gedacht zu haben, der das Leder aus rund 20 Metern in den Torwinkel schoss, ein sensationeller Treffer (42.). Mit dieser nicht unverdienten Führung ging es auch in die Pause.

Doch diese Führung dauerte nicht lange an. Nach einer Ecke wuchtete Lennart Ruther den Ball per Kopf zum Ausgleich in die Maschen (48.). Das war ein denkbar ungünstiger Start für den Landesligisten. Kurz darauf musste auch der bis dato starke Walstetter Kilian Reik verletzt vom Feld, für ihn kam Yannick Semet in die Partie. Die Essinger probierten aber nicht etwa, direkt nachzulegen, das Spiel verflachte etwas, ein erwartbarer Sturmlauf blieb aus. Abermals nach einer Ecke schraubte sich Jannik Pfänder hoch, köpfte aber drüber (69.). Die Waldstetter kamen in der Offensive in dieser Phase des Spiels nicht mehr zur Geltung. Doch es reichte auch so für die Gastgeber, mit 1:1 ging es in die Verlängerung.

Und in diese sind die Gastgeber wieder besser hereingekommen, spielten nun auch wieder selbst nach vorne. Pascal Werba war es, der den ersten Schuss abgab, das Ziel aber deutlich verfehlte (95.). Erman Kilic hatte sich auf er anderen Seite durchgesetzt und drang in den Strafraum ein, in letzter Instanz rettete Luca Benz mit einer starken Grätsche (101.).

Noch größer war dann aber die Chance für die Waldstetter. Joshua Szenk scheiterte an Weisheit und bekam den Ball noch einmal vor die Füße, bekam dann aber aus kurzer Distanz keinen Druck hinter den Ball (104.). Die Spieler hatten bei den Temperaturen mit einigen Krämpfen zu kämpfen. Dann foulte Spielertrainer Tim Schraml – und musste mit Gelb-Rot vom Platz (109.), er Weg für den Favoriten schien geebnet zu sein. Doch die Waldstetter retteten sich letztlich ins Elfmeterschießen, das allein galt es schon zu honorieren, es war ein Erfolg für den Landesligisten.

Im Elfmeterschießen dann hatten die Waldstetter dann tatsächlich das bessere Ende für sich. Alle, die antraten, waren treffsicher, einzig Jannik Pfänder traf die Latte. Max Dudium traf den entscheidenden Elfmeter für die Gastgeber, der Rest war Jubel pur beim TSGV. Spieler und Staff begruben Dudium unter sich. Der TSGV Waldstetten zieht ins Achtelfinale des Verbandspokals ein. Faire Geste von Essingens Trainer Simon Köpf: „Wir haben nie zu unserem Fußball gefunden. Das kreide ich auch mir an, weil wir relativ viel rotiert haben. Jetzt muss man Waldstetten gratulieren, die das Spiel verdient gewonnen haben.“