2026-04-03T19:57:16.526Z

Pokal

Pokal: SG Spiesheim/Albig verliert, besteht aber den Lackmustest

Der SV Horchheim II zieht ins Pokalfinale des Kreises Alzey-Worms ein +++ Durch ein 1:0 über den Klassentieferen, der vor 300 Zuschauern ebenbürtig war

von Claus Rosenberg · Heute, 07:30 Uhr · 0 Leser
Philipp Mirwald von der SG Spiesheim/Albig attackiert den Horchheimer Dennis Hamm-Kiefer. So eng wie in diesem Zweikampf ging es auch zwischen den Teams zu.	Foto: Carsten Selak/pakalski-press
Philipp Mirwald von der SG Spiesheim/Albig attackiert den Horchheimer Dennis Hamm-Kiefer. So eng wie in diesem Zweikampf ging es auch zwischen den Teams zu. Foto: Carsten Selak/pakalski-press

Albig. Noch ist die SG Spiesheim/Albig Tabellenführer der B-Klasse Alzey-Worms. Das aber ganz überlegen. Mindestens neun Punkte Vorsprung auf den Tabellen-Zweiten TuS Hochheim. Das ist fünf Spieltage vor dem Saisonende verdammt viel für eine Mannschaft, die noch kein einziges Spiel in dieser Runde verloren hat. Der Titelgewinn und der Aufstieg in die A-Klasse sind längst öffentlich propagierte Saisonziele.

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Mehr noch: SG-Coach Mike Starkes schätzte, dass seine Mannschaft schon heute das Format hat, um kommende Runde mit um den Einzug in die Bezirksliga zu spielen. Eine kesse Aussage des Aufsteigers in spe. Sie hat aber gute Gründe: Zum einen werden nächste Saison ausnahmsweise circa sechs Teams das Ticket für die höhere Liga lösen können - der Strukturreform im Südwestdeutschen Fußballverband sei Dank. Und außerdem haben die Männer um Torjäger Steffen Einsfeld in dieser Pokalserie auf dem Weg ins Halbfinale bereits namhafte A-Klassisten ausgeschaltet: RWO Alzey/Lonsheim mit 10:0, die SG Armsheim/Flonheim 4:2.

Vorm Durchmarsch aus der B-Klasse in die Bezirksliga?

Nun aber, im Kreispokal-Semifinale, sollte es zum endgültigen Lackmustest kommen. Ostermontag gastierte mit dem SV Horchheim II der A-Klasse-Dritte in Albig. Das war eine echte Hausnummer und, um es vorwegzunehmen: Trotz der 0:1 (0:0)-Niederlage haben die Platzherren gezeigt, dass sie schon heute gegen Topteams der A-Klasse mithalten können. Ja, sie mitunter sogar an den Rand der Niederlage bringen können. Den Nachweis, dass sich auf dem Albiger Rasenplatz zwei gleichwertige Mannschaften gegenüberstanden, lieferten die Fans des SV Horchheim. Ungeduldig und laut forderten sie gegen Spielende den Schlusspfiff von Schiedsrichter Simon Strehl - wohlwissend, dass der Sieg ihrer Elf bis dahin auf sehr wackligen Beinen stand.

Sportlich ging die torlose erste Hälfte nach furiosen fünf Anfangsminuten des SV Horchheim und einem Lattentreffer an die Gäste. Nach dem Wechsel übernahm die SG Spiesheim/Albig die Initiative. Aber nicht mal in Überzahl - Jonas Selbert saß eine Zehnminuten-Strafe (65.) ab - schafften die SGler um den herausragenden Abwehrchef Björn Wissmann die Führung. Stattdessen krönte José Kaizer Monteiro (76.) einen Konter mit einem gefühlvollen Fernschuss zum 1:0 quasi aus dem Nichts. Er katapultierte das Team ins Traumfinale gegen TuS Monsheim. Der Ort ist noch offen.

Trotz der Niederlage konnte der Underdog stolz sein. Philipp Gasse, der Sportliche Leiter der SG Spiesheim/Albig, kommentierte: „Da spielten wir als Tabellenführer der B-Klasse gegen eine Spitzenmannschaft der A-Klasse - das muss man sich vergegenwärtigen. Wir sind in der Lage, einem solchen Gegner Paroli zu bieten“. Zudem hatte er den Eindruck, dass „der SV Horchheim uns von der ersten Minute an ernstgenommen hat.“ Das ist ein Prädikat.

Eine sehr gute Erfahrung

Auch Niklas Arnold, gerade 30 Jahre alt geworden, zog eine positive Bilanz: „Wir können gegen eine A-Klasse-Topelf mithalten. An einem guten Tag und mit etwas Spielglück werfen wir sie aus dem Pokal“, sagte der SG-Kapitän. Das war eine gute Erfahrung. Zumal davon auszugehen sei, dass die SG Spiesheim/Albig in der A-Klasse eine andere Wettkampfhärte lernen wird. So hohe Intensität, wie sie in diesem Pokalspiel gefordert war, brauchen seine Gefährten und er nur selten in den B-Klasse-Punktspielen. Sich im Liga-Alltag daran zu gewöhnen und auch in dieser Hinsicht gegenzuhalten, sei eine Frage und Übung weniger Spieltage.

Arnold weiß, wovon er spricht. Er spielte bereits bei TuS Biebenheim höherklassig. Genauso wie seine Mitspieler Mike Starkes, Wissmann, Bastian Kunstmüller oder Simon Kustan, um nur einige hochversierte Fußballer aus Reihen der SG Spiesheim/Albig zu nennen. Viele, wenn nicht sogar alle, werden nach Worten von Mike Starkes voraussichtlich den Weg in die A-Klasse mitgehen. Das eingespielte Kollektiv, das in der B-Klasse den zweitbesten Angriff und die beste Abwehr stellt, bleibt demnach zusammen. Und zwar unter Regie des Trainerduos Starkes/Wissmann, das seit 20/21 zunächst die sportlichen Geschicke der SG Spiesheim, seit der Kooperation mit dem TV Albig vor zwei Jahren auch der Spielgemeinschaft, verantwortet.

>>> Zur B-Klasse Alzey-Worms

Ungeachtet dessen will sich die SG Spiesheim/Albig mittelfristig verjüngen. Junge Spieler, gerne auch gerade der Jugend entwachsen, sollen integriert werden. In einen breiten Kader, der zusammenhält wie Pech und Schwefel. Das ist das Erfolgsgeheimnis der Spielgemeinschaft, die den Eindruck macht, sie wisse genau, wo sie hinwill.