2026-04-08T12:04:42.690Z

Pokal

Pokal-Halbfinals: Soonwalder Elferkrimi, Waldböckelheims Vorfreude

Das Bad Kreuznacher Pokalfinale steigt in Roxheim +++ Waldböckelheim macht in doppelter Überzahl alles klar +++ Soonwald hat nach zwei Abseitstoren und drei Alutreffern doch das Fortune auf der eigenen Seite und das Double im Blick

von Max Schäfer · Heute, 17:00 Uhr · 0 Leser
Die entscheidende Parade: Soonwalds Torhüter Patrick Brömser-Nies hält den Elfmeter von Aaron Neumann (nicht im Bild).
Die entscheidende Parade: Soonwalds Torhüter Patrick Brömser-Nies hält den Elfmeter von Aaron Neumann (nicht im Bild). – Foto: Sebastian Bohr

Bad Kreuznach. Der Kreispokal Bad Kreuznach hat seine diesjährigen Finalisten gefunden. A-Klassen-Primus SG Soonwald setzte sich denkbar knapp erst im Elfmeterschießen bei der klassentieferen SG Spabrücken durch, während der TuS Waldböckelheim mit 2:0 gegen den ASV Langweiler-Merzweiler aus der A-Klasse Birkenfeld gewann. Insgesamt begleiteten am Ostermontag die beiden Halbfinal-Duelle knapp 1000 Zuschauer.

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Spielertrainer Lars Flommersfeld war nach dem 5:4-Erfolg im Elfmeterschießen seiner SG Soonwald gegen den B-Klassisten SG Spabrücken mitgenommen: „Das war ein sehr nervenaufreibendes Spiel für mich als Trainer.“

Dabei hätte die Partie aus Sicht des A-Klassen-Tabellenführers eigentlich kaum besser beginnen können. Bereits in der ersten Minute traf Leon Kellerer nach einem langen Ball per Kopf zur vermeintlichen Führung, doch der Treffer wurde wegen Abseits aberkannt – eine Entscheidung, die für Diskussionen sorgte. „Ich glaube, wenn dieses Tor zählt, dann läuft das ganze Spiel komplett anders“, meinte Flommersfeld. Laut Videomaterial der Gäste hätte der Treffer zählen müssen.

In der Folge entwickelte sich ein zähes Geduldsspiel. Die Gäste übten phasenweise Druck aus, taten sich jedoch schwer gegen tief stehende Hausherren, die mit zwei Fünferketten verteidigten. „Wir haben kaum spielerische Lösungen gefunden, um das Defensivbollwerk zu knacken“, erklärte Flommersfeld. Stattdessen versuchte es Soonwald immer wieder aus der Distanz – allerdings ohne Erfolg. Gleich dreimal verhinderte das Aluminium einen Treffer (Yannik Gohres, 30.; Luca Rickert, 72.; Leon Kellerer, 75.). Auf der Gegenseite verpasste Aaron Neumann früh die mögliche Führung für Spabrücken nur knapp (10.).

Patrick Brömser-Nies avanciert zum Matchwinner

Da in der regulären Spielzeit kein Treffer fiel, ging es in die Verlängerung, in der um ein Haar der Worst-Case für den Favoriten eingetreten wäre. Denn in der Nachspielzeit der 120. Minute brachte Spabrückens Romario Menkovic den Ball zwar im Tor unter, stand dabei jedoch im Abseits. Somit blieb es beim 0:0 und die Entscheidung musste im Elfmeterschießen fallen.

Dort spielte schließlich ein Winterneuzugang der Gäste eine entscheidende Rolle: Torhüter Patrick Brömser-Nies, der bis 2023 selbst für Spabrücken aktiv war, avancierte zum Matchwinner. „Patrick war gefühlt in den Köpfen der Spabrücker, er hatte häufig die richtige Ecke geahnt“, sagte Flommersfeld. Genauso parierte Brömser-Nies den Versuch von Aaron Neumann. Da alle übrigen Schützen verwandelten, war es schließlich Niclas Schulz, der mit seinem Treffer den 5:4-Endstand besiegelte.

Flommersfeld fand danach anerkennende Worte für den Gegner: „Respekt an Spabrücken, sie hätten es mit ihrer kämpferischen Leistung verdient gehabt, ins Finale einzuziehen.“ Die eigenen Gefühle beschrieb er als gemischt: „Erst zwei Tage später kann ich mich richtig über den Finaleinzug freuen, weil wir das einfach nicht gut gemacht haben am Montag. Mittlerweile ist es rückblickend aber eine riesige Erleichterung, vor 600 Zuschauern ins Finale eingezogen zu sein.“ Und dort ist die Zielsetzung eindeutig formuliert: „Jetzt wollen wir ganz klar das Double holen.“

Auch der TuS Waldböckelheim hat den Sprung ins Finale des Kreispokals geschafft. Die Mannschaft von Spielertrainer Simon Schmidt setzte sich im Halbfinale mit 2:0 gegen den ASV Langweiler-Merzweiler durch und folgt damit als weiteres Team aus der A-Klasse Bad Kreuznach ins Endspiel.

Die Gäste hatten zuvor drei Auswärtsspiele im Wettbewerb erfolgreich gestaltet, mussten sich diesmal jedoch geschlagen geben. Dabei musste Waldböckelheim ohne Stammkeeper Niclas Lange auskommen, der sich in der Vorwoche im Training verletzte und voraussichtlich für den Rest der Saison ausfällt.

Dennoch erwischten die Hausherren einen starken Start. „Wir haben zu Beginn vorne richtig gut gewirbelt und hätten nach einer Viertelstunde und zwei hundertprozentigen Chancen führen müssen“, erklärte Schmidt. Umso wichtiger sei dann die Führung unmittelbar vor der Pause gewesen: Nach einer Freistoßflanke von Lars Weber aus dem Halbraum köpfte Kieran Gätcke zum 1:0 ein (45.+2).

Hektische Schlussphase

Nach dem Seitenwechsel verlor Waldböckelheim zeitweise etwas den Faden. „Da war dann ein bisschen der Schlendrian drin, als der Gegner aufgemacht und mehr Druck ausgeübt hat“, offenbarte Schmidt. Zwingende Torchancen habe der ASV jedoch vermissen lassen.

In der Schlussphase wurde es nochmals hektisch: Gastakteur Nelson Moreira sah nach einem Foulspiel von hinten die Rote Karte (87.), zudem wurde Mitspieler Marvin Hieber wegen Ballwegwerfens mit Gelb plus einer Zehn-Minuten-Zeitstrafe belegt (89.). In doppelter Überzahl machten die Gastgeber schließlich alles klar. Nach Querpass von Weber traf der eingewechselte Elias Kron mithilfe des Pfostens zum 2:0-Endstand (90.).

Die Freude über den Finaleinzug war bei den Hausherren entsprechend groß: „Wir freuen uns riesig auf das Finale. Ich müsste im Archiv schauen, wann der Verein zuletzt dort stand – für mich ist es auf jeden Fall das erste Mal“, sagte Schmidt. „Für unsere junge Mannschaft wird das ein ganz besonderes Event, auf das wir im gesamten Verein richtig Bock haben.“

Ein pikantes Detail

Vor dem Endspiel am 13. Mai (Mittwochabend vor Christi Himmelfahrt) in Roxheim treffen die beiden Finalisten sonntags, lediglich drei Tage zuvor, im letzten Heimspiel der SG Soonwald aufeinander. Bliebe die Tabellenkonstellation in der A-Klasse Bad Kreuznach bis dahin sowie aktuell, könnte die Elf von Lars Flommersfeld binnen weniger Tage gleich zweimal gegen den TuS Waldböckelheim ganz groß feiern.