2026-04-02T18:01:11.048Z

Querpass

Pokal-Halbfinale in Piesport: Das gab‘s in 105 Jahren noch nie 

Frauenfußball: Der SV Mosella Niederemmel hat sich bis ins Rheinlandpokal-Halbfinale vorgekämpft.rnWie der Bezirksligist den favorisierten Regionalligisten aus Montabaur ärgern will — und was die Mannschaft besonders macht.

von Andreas Arens · Heute, 07:00 Uhr · 0 Leser
Ein starkes Team: Der SV Mosella Niederemmel ist in der Bezirksliga Erster und steht im Pokal-Halbfinale. Hier geht’s nun gegen den Regionalligisten aus Montabaur.
Ein starkes Team: Der SV Mosella Niederemmel ist in der Bezirksliga Erster und steht im Pokal-Halbfinale. Hier geht’s nun gegen den Regionalligisten aus Montabaur. – Foto: Verein

Bis ins Halbfinale um den Vereinsticket-Rheinlandpokal haben sich die Fußballerinnen des SV Mosella Niederemmel vorgekämpft – und fordern nun den Titelverteidiger heraus. Am Samstag ab 14 Uhr trifft der Tabellenführer der Bezirksliga II auf dem heimischen Kunstrasenplatz in Piesport auf den zwei Klassen höher spielenden Regionalligisten 1. FFC Montabaur.

Erfolgreiche Saison macht Nieder­emmel mutig Die Westerwälderinnen sind der klare Favorit. Doch die bislang so starke Saison in Liga und Pokal hat die Niederemmelerinnen mutig gemacht. „Wir hatten in den Runden zuvor zum Teil weite Auswärtsfahrten und konnten uns auch dort gegen gute Mannschaften, unter anderem aus der Bezirksliga I, behaupten“, berichtet Benedikt Vogedes, der das Team in der dritten Saison gemeinsam mit Dominik Ludwig und Maximilian Schäfer coacht.

Das Trio spielt parallel auch für die Herren des SV Mosella in der Bezirksliga West. „Als der damalige Trainer Thomas Schurb aufgehört hatte, kam Dominik als Vorstandsmitglied auf Maxi und mich zu und fragte, ob wir nicht zusammen die Frauen trainieren wollen. Da wir alle Vereinsmenschen sind, haben wir zugesagt“, blickt Vogedes zurück. Wenn einer verhindert sei, springe ein anderer ein. „Wir ergänzen uns gut und sehen eine stetige Weiterentwicklung bei den Spielerinnen.“

Was den SV Mosella besonders auszeichnet Das Prunkstück des SV Mosella ist die Abwehr. Zwölf Gegentreffer in 14 Partien sind Ligabestwert. „Hinten stehen wir stabil und vorne sind wir schwierig auszurechnen“, weiß Vogedes. Er schätzt die Ausgeglichenheit im Team, das größtenteils aus Spielerinnen aus der näheren Umgebung besteht. Die 46 Tore in der Meisterschaft verteilen sich recht gleichmäßig. Am treffsichersten erwies sich bislang Jasmin Fehres, die ein Dutzend Treffer auf dem Konto hat.

Man gehe das Spiel am Samstag gegen den Regionalliga-Fünften „als Erlebnis an“, habe aber durchaus einen Plan, um Montabaur möglicherweise zu schlagen. Über ein schnelles Umschaltspiel will die Mosella den 1. FFC in Bedrängnis bringen.

Noch nie stand eine Mannschaft des 1921 gegründeten Vereins in einem Halbfinale um den Verbandspokal. „Das ist eine große Sache für uns“, betont der zweite Vorsitzende Gernot Hain. Die Fußballerinnen seien im Dorf „sehr angesagt“ und zu Sympathieträgerinnen avanciert. Wie groß der Zusammenhalt ist, wurde laut Hain auch am vergangenen Sonntag deutlich: Nach dem 2:1-Erfolg in der Liga gegen die SpVgg Cochem sei fast das gesamte Frauenteam noch nach Rascheid gefahren, um dort die Herren beim 4:0-Sieg gegen die SG Geisfeld zu unterstützen.

Gegen dieses Team hätten sie lieber gespielt Kräftig wurde in den vergangenen Tagen in und um Piesport die Werbetrommel gerührt. Das Pokal-Halbfinale ist Dorfgespräch. Gernot Hain rechnet mit rund 200 Besuchern. Keinen Hehl macht er daraus, lieber das Derby gegen den TuS Issel gespielt zu haben – doch dem wurde im Halbfinale der Regionalligarivale FC Urbar zugelost (Donnerstag, 16. April, 20 Uhr, Vorbericht folgt). „Vielleicht kommen aber auch aus Montabaur ein paar Zuschauer mit“, hofft der Mosella-Vize.

Sollte es tatsächlich mit der Überraschung klappen, müssten sich die Trainer beim Feiern zurückhalten: Vogedes sowie die allerdings aktuell noch angeschlagenen Ludwig und Schäfer sind ab 17.30 Uhr im Bezirksliga-Heimspiel der Herren gegen die SG Ellscheid gefordert.

Der Weg ins Halbfinale

In der ersten Runde gewann der SV Niederemmel glatt mit 5:1 bei der FSG Serrig/Saarburg II (Kreisklasse). Mit 2:1 nach Verlängerung wurde danach der Bezirksligakonkurrent FSG Cochem bezwungen. Beim Westerwälder Kreisklassisten FSG St. Katharinen/Vettelschoss gab es anschließend einen 6:0-Erfolg. Im Viertelfinale musste Niederemmel erneut auswärts antreten, wieder im Westerwald. Diesmal gab es ein knappes 4:3 bei der FSG Freirachdorf aus der Bezirksliga I.