
Ach, wie herrlich ist die Drei-Punkte-Regel. "Die Punkte sind tatsächlich schnell aufgeholt", schmunzelt Markus Bonset nach zwei nicht unbedingt erwartbaren Siegen in der vergangenen Englischen Woche gegen die SpVgg Wallstadt (2:1) und die SG Oftersheim (4:3). Der Trainer des Kreisligisten FV 03 Ladenburg ist mit seiner Truppe nun punktgleich mit dem Dreizehnten aus Lindenhof und in Reichweite zu den davor platzierten Teams aus Ilvesheim, Wallstadt und Pfingstberg-Hochstätt.
Vor allem der Erfolg gegen Oftersheim ist Balsam auf die Seele der Römerstädter gewesen. "Das Debakel aus der Vorrunde war sicher noch in den Köpfen der Spieler drin", gibt Bonset zu und nimmt damit Bezug auf die 0:12-Schlappe bei der SGO Anfang Oktober 2025. Die Moral ist intakt, die Qualität fraglos vorhanden, schließlich hat sich innerhalb des Kaders nach Platz fünf in der Vorsaison nicht allzu viel getan.
Seit einigen Wochen gehören mehrere A-Jugend-Kicker zum Aufgebot und das hat laut Bonset allen einen Schub verliehen: "Die Jungs machen das sehr gut und spielen auch regelmäßig von Anfang an." Die personelle Unterstützung ist auch nötig, da laut dem Coach, "aufgrund von Verletzungen und Urlauben wir fast nie an zwei aufeinanderfolgenden Spieltagen die gleiche Elf aufs Feld schicken konnten."
Bei aller Euphorie und dem neu gewonnenen Selbstvertrauen ist Bonset erfahren genug um vor dem kommenden Gegner TSG Rheinau, die mit lediglich acht Zählern beinahe sogar schon rechnerisch abgestiegen ist, eindringlich zu waren: "Wir müssen echt aufpassen, denn die Rheinauer haben dieses Jahr noch nicht klar verloren und sogar Lützelsachsen einen Punkt abgenommen."
An der Spitze entwickelt sich die Lage mittlerweile zu einem Sechskampf um die Meisterschaft. Die besten Karten hat derzeit der Tabellenführer TSG Lützelsachsen, der mit zwei Siegen am Sonntag zuhause gegen den VfL Neckarau und nächste Woche im Derby beim FV 03 Ladenburg die Voraussetzung für ein absolutes Topspiel gegen den SC Käfertal schaffen könnte.
Zuerst gilt die Konzentration aber den Neckarauern, die sich nach ihrem sang- und klanglosen Abstieg aus der Landesliga längst gefangen haben. Das wird ziemlich sicher eine Geduldsprobe für Lützelsachsen. Jene Aufgaben gilt es aber reihenweise mit drei Punkten zu lösen, wenn man seine Position ganz vorne in der Spitzengruppe verteidigen möchte.
Wahrscheinlich ist Platz sechs das Maximum für den FV Leutershausen in der Kreisklasse A2. Auf jenem Rang ist der freiwillige Absteiger des vergangenen Sommers derzeit platziert und wenn das so bleiben sollte, muss man dies als klaren Erfolg werten. Die beiden Trainer Dominik Sättele und Max Stephan haben "Hause" längst stabilisiert und den Aufwärtstrend weit über die Winterpause hinweg aufrechterhalten. All diese Voraussetzungen sprechen für gehobenes A-Klassen-Niveau, wenn der FVL am Sonntag beim Spitzenteam des MFC Phönix Mannheim antritt. Mit einem Auswärtscoup könnte eventuell noch der fünfte Platz in Reichweite rücken.
Zum Abschluss einer Englischen Woche muss der SV Schriesheim zur TSG Lützelsachsen II. Das Bergstraßenderby ist zeitgleich das Duell zweier Teams, die im Tabellenmittelfeld eng beieinanderliegen. Für den Saisonendspurt und den zu erwartenden Kampf um Rang sieben wäre nun für beide ein Dreier sehr wertvoll. Ansonsten dürfte es ein offenes Geheimnis sein, dass in "Schriese" wie in Lützelsachsen auch die Planung für die Spielzeit 2026/27 längst in den Fokus der Verantwortlichen gerückt ist.