
Planegg – Pero Vidak scheut eindeutige Worte nicht. „Ich habe Sympathie für Klartext“, betont der Trainer von Fußball-Bezirksligist SV Planegg-Krailling. Daher ist es ihm auch nicht zu hoch gegriffen, wenn der kommende Kontrahent des aufstiegsambitionierten Tabellenzweiten an diesem Mittwoch (18.30 Uhr) immer wieder als Angstgegner der Planegger bezeichnet wird. „Es stimmt ja auch: Ich habe drei Mal gegen sie gespielt und nicht ein Mal gewonnen“, sagt Vidak. Die Rede ist von den Fußballern des SV Raisting, bei denen die Schwarz-Blauen in ihrem zweiten Spiel dieser Englischen Woche heute Abend zu Gast sind.
Doch die besondere Geschichte der Kontrahenten reicht bekanntlich weit über Vidaks Amtszeit in die Vergangenheit zurück. Bereits in der Aufstiegsrelegation zur Landesliga 2012 scheiterte der SVP als Bezirksliga-Meister denkbar knapp und äußerst unglücklich an Raisting (1:1, 0:1). Seither konnten die Würmtaler das Trauma nicht überwinden und in Pflichtspielen nicht mehr gegen den SVR gewinnen. In der Vorsaison verloren sie das Hinspiel zu Hause 0:1 und erreichten im Rückspiel nur ein 0:0. Damals befanden sich beide Teams im Aufstiegskampf. In der laufenden Spielzeit sollten die Rollen eigentlich klar verteilt sein, schließlich mischen nur die Planegger ganz oben mit, während Raisting gegen den Abstieg kämpft. Dennoch kam Vidaks Mannschaft in der Hinrunde Anfang September zu Hause nicht über ein 1:1 hinaus.
Im Nachholspiel der Ende März wegen des späten Wintereinbruchs ausgefallenen Partie soll der Raisting-Fluch endlich gebannt werden. „Ich freue mich riesig, wenn wir es diesmal schaffen“, verkündet Planeggs Trainer. Doch er ist nicht nur wegen der eigenen Schwäche gegen die Oberländler gewarnt. Der SVR setzte am vergangenen Freitagabend im Flutlichtspiel beim drittplatzierten TSV Gilching zudem ein aktuelles Ausrufezeichen. Der 1:0-Auswärtssieg spielte auch dem SVP in die Karten, der dadurch seinen härtesten Verfolger auf fünf Punkte distanzierte. Mit einem Dreier am Mittwochabend könnten die Schwarz-Blauen vier Spiele vor Saisonende auf acht Zähler davonziehen und die Relegation so gut wie eintüten.
Doch als Zaungast in Gilching wurde Vidak einmal mehr selbst Augenzeuge davon, wie gut die Raistinger mit ihrer Fünferkette verteidigen können. „Defensiv machen sie die einfachen Dinge: Wenn Gefahr droht, hauen sie den Ball kompromisslos weg“, sagt Planeggs Chefcoach, der aber zugleich mahnt: „Wenn sie Platz haben, können sie auch gut von hinten herausspielen.“ Beides konnte er am Freitag beobachten mit einer einfachen Konsequenz: „Sie haben im Sechzehner wenig zugelassen – und vorne hat ein Tor gereicht.“
Dass es seiner Elf nicht wieder genauso ergeht, darauf schwor Vidak seine Mannen am Dienstagabend bei einer dosierten Physio- und Trainingseinheit noch einmal ein. „Fußball ist zu einem hohen Prozentsatz Kopfsache“, sinniert der 58-Jährige, der womöglich auf Mario Simic verzichten muss. Der Spielgestalter des SVP musste am Sonntag beim 3:1-Sieg gegen Bad Heilbrunn nach einer knappen Stunde mit einem dicken Knie ausgewechselt werden. Dafür ist mit Ante Kraljevic eine weitere Option für das Mittelfeldzentrum aus dem Urlaub zurück.