
Die Oberliga-Spieler des SV Sonsbeck fahren am kommenden Sonntag zum kleinen Derby an den Klever Bresserberg. Nach dem Unentschieden im Hinspiel verspricht das Wiedersehen ein pikantes Duell zu werden. Wie der gesundheitlich angeschlagene Trainer Heinrich Losing die Partie gegen seinen Ex-Klub sieht.
Nachdem der SVS am vergangenen Sonntag gegen den Tabellenfünften SpVg Schonnebeck in einer Nullnummer einen Punkt geholt hatte, fand Losing nur lobenden Worte für den Auftritt seiner Mannschaft: „Man muss den Jungs ein riesen Kompliment machen. Wir sind mittlerweile auch taktisch flexibel. Wir hatten uns auf eine Viererkette eingestellt, konnten aber auf eine Dreierkette wechseln. Man merkte, dass Schonnebeck befreit und ohne Druck aufspielen konnte. Wir mussten viel laufen, leiden und weite Wege gehen. Am Ende hatten wir auch etwas Glück. Es war im achten Spiel der erste Punkterfolg gegen sie.“
Trotz des Bandscheibenvorfalls stand der 47-Jährige beim Heimspiel gegen Schonnebeck an der Seitenlinie. „Mir geht es mal schlechter und mal besser. Sonntag war ich vor dem Spiel dabei. Wenn es möglich ist, dann werde ich es auch in Kleve versuchen. Jedoch ist ab Freitag mein Co-Trainer Jan Schmitz wieder da. Beim Training kann ich das Taktische machen, aber natürlich keine Übungen vorzeigen.“
Als nächstes wartet auf die Losing-Elf ein Gegner, der in höchster Abstiegsnot schwebt. Vor dem Duell gegen den 1. FC Kleve werden beim Coach Erinnerungen wach. Er spielte zu seiner aktiven Zeit fünf Jahre lang für die Schwanenstädter – unter anderem zusammen mit dem aktuellen FC-Trainer Umut Akpinar. „Klar ist das Spiel immer etwas Besonderes. Es waren fünf erfolgreiche Jahre. Am Ende ist es aber ein normales Fußballspiel, die Tabellensituation ist aber besonders. Wir haben alles selber in der Hand. Es wird wieder wichtig sein, dass wir die Tagesform auf den Platz bringen. Es gilt, den Kampf anzunehmen und effektiv zu sein. Es muss nicht immer schön sein.“
Der SVS-Coach erwartet ein Spiel ohne viele Torchancen. Das Aufeinandertreffen im Willy-Lemkes Sportpark Anfang November endete 1:1. Zwei Ampelkarten und einmal Rot zeigte der Unparteiische damals. Sonsbeck fing sich trotz Überzahl in der 89. Minute den Ausgleich. „So hitzig war das Hinspiel gar nicht. Manche Szenen waren etwas unglücklich. Es war besonders, weil wir leider noch den Ausgleich kurz vor Schluss kassiert haben. Klar, ein paar Jungs kennen sich, dennoch bleibt es ein normales Oberliga-Spiel – auch wenn es ein kleines Derby aufgrund der örtlichen Nähe zueinander ist“, meint Losing. Keeper Ahmet Taner (2013 bis 2015) und Tim Haal (2012 bis 2014) trugen einst das Trikot des SVS.
Taners Einsatz gegen seinen Ex-Klub wackelt. Der Klever Stammkeeper hat zuletzt beim 0:0 in Baumberg eine schmerzhafte Leistenzerrung erlitten und musste nach 45 Minuten ausgewechselt werden: „Aber bis Sonntag müsste es funktionieren, dass ich spielen kann. Der Arzt hat gesagt, dass es mit einem Einsatz klappen könnte. Deshalb bin ich sehr zuversichtlich, dass ich es schaffen kann, wenn ich auf die Zähne beiße.“ Zum Duell an sich meint er: „Wir brauchen noch vier Siege, um in der Klasse zu bleiben. Den ersten Erfolg wollen wir am Sonntag schaffen.“
Aufgrund der angespannten Tabellensituation sieht Losing den Druck bei den Klevern. Die Hausherren sind Tabellenvorletzter und haben fünf Punkte weniger auf dem Konto als die Rot-Weißen. In dem wichtigen Spiel kann der SVS-Coach auf den Großteil des Kaders zurückgreifen. Timo Lehmkuhl fehlt weiterhin. Sebastian Leurs ist fraglich. Anstoß beim 1. FC Kleve ist am Sonntag um 15 Uhr.