
Es sind Geschichten wie diese, die den Fußball so lebendig machen. In der Kreisoberliga Schwerin-Nordwest sorgt ein junger Mann für Aufsehen, der erst vor kurzem seine sportliche Heimat gefunden hat. Philipp Steuer hat den SFV Holthusen mit einer Galavorstellung zum Sieg geführt und damit bewiesen, dass Leidenschaft und Teamgefühl die Basis für jede große Leistung sind. Seine Wahl zum FuPa-Spieler der Woche in Mecklenburg-Vorpommern ist der Lohn für einen Nachmittag, an dem einfach alles passte.
Die Nachricht von der Auszeichnung erreichte den 22-Jährigen völlig unvorbereitet. In einem Moment der Demut zeigt sich, dass Steuer trotz seiner drei Treffer die Bodenhaftung nicht verloren hat. Auf die Frage, ob er mit diesem Titel gerechnet habe, antwortete er schlicht: „Nein, damit hätte ich jetzt nicht gerechnet.“ Es ist die Antwort eines Sportlers, der den Erfolg zwar genießt, ihn aber niemals als selbstverständlich erachtet.
Was sich beim fulminanten 7:1-Erfolg gegen den SV Schifffahrt Hafen Wismar 61 auf dem Rasen abspielte, war weit mehr als nur ein Pflichtsieg. Es war eine Demonstration kollektiver Stärke. Steuer, der drei Tore zum Kantersieg beisteuerte, blickt mit Stolz auf die Leistung seiner Farben zurück: „Ich würde sagen, dass wir als Team super zusammengespielt haben und ich dadurch auch zu meinen Toren kam.“ Für ihn ist klar: Ohne die Vorarbeit seiner Kameraden wäre dieser persönliche Triumph nicht möglich gewesen.
Jeder Fußballer hat diese eine Situation, in der er sich am wohlsten fühlt, in der das Adrenalin steigt und die Konzentration ihr Maximum erreicht. Für den jungen Holthusener ist dieser Moment klar definiert. Gefragt nach seiner liebsten Art, ein Tor zu erzielen, antwortete er kurz und präzise: „Durch einen Freistoß.“ Es ist die Kunst des ruhenden Balls, die ihn fasziniert.
Obwohl er erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit das Trikot seines aktuellen Vereins trägt, ist die emotionale Bindung bereits tief verwurzelt. Steuer hat beim SFV mehr als nur eine Mannschaft gefunden – er hat ein Umfeld gefunden, das ihn beflügelt. „Ich habe hier erst vor einem knappen Jahr angefangen beim SFV und habe mich ab der ersten Sekunde sehr wohlgefühlt. Mit der Truppe kann man nur Bock auf Fußball haben“, beschreibt er seine tiefe Verbundenheit und die ansteckende Begeisterung innerhalb des Kaders.
Inspiration findet der Spieler der Woche sowohl auf der Weltbühne als auch in der eigenen Kabine. Während er den argentinischen Weltstar als sein großes Idol bezeichnet, vergisst er nie diejenigen, die Woche für Woche mit ihm auf dem Platz stehen. „Messi natürlich, weil er der Goat ist. Und natürlich alle meine Mitspieler beim SFV“, erklärt er seine Vorbilder. Es ist diese Mischung aus Bewunderung für das Unreichbare und Wertschätzung für das Unmittelbare, die seinen Charakter formt.
Auf dem Feld übernimmt Steuer die Rolle des Strategen. Er ist derjenige, der das Spiel ordnet und die Fäden zieht. Am wohlsten fühlt er sich in der Schaltzentrale des Mittelfelds, auf der klassischen Achter- oder Sechser-Position. Von hier aus kann er das Spiel vor sich sehen und sowohl defensiv als auch offensiv Akzente setzen – eine Aufgabe, die er mit großer Leidenschaft ausfüllt.
Aktuell rangiert der SFV Holthusen auf dem dritten Tabellenplatz. Doch wer Steuer zuhört, merkt schnell, dass die Ambitionen der Mannschaft groß sind. Der Blick ist fest nach oben gerichtet, dorthin, wo am Ende der Saison die Aufstiegsfeiern stattfinden. Das Ziel für die verbleibenden Partien formuliert er ohne Umschweife: „Das große Ziel wäre natürlich der Aufstieg.“
Über die aktuelle Spielzeit hinaus hat sich der 22-Jährige hohe Ziele gesteckt. Er will mit seinem Verein wachsen und den gemeinsamen Weg fortsetzen. „Ich möchte mit dem SFV aufsteigen und natürlich immer fitter werden und hoffen, dass ich diesen Sport noch lange durchziehen kann“, sagt er mit einem Blick in die Zukunft. Es ist der Wunsch nach sportlichem Erfolg, gepaart mit der Hoffnung auf körperliche Stabilität, um der Leidenschaft Fußball noch lange nachgehen zu können.
Wenn der Schiedsrichter ein Spiel abpfeift und die Fußballschuhe in der Kabine bleiben, sucht Steuer den Ausgleich in der Gemeinschaft. Er ist ein Mensch, der die Geselligkeit schätzt und die freie Zeit am liebsten mit seinen Freunden verbringt. „Ich bin gern mit den Jungs unterwegs, ob in einer Bar oder andere sportliche Aktivitäten“, verrät er über seine Hobbys. Es zeigt, dass der Zusammenhalt, den er auf dem Platz so lobt, auch abseits des Grüns eine zentrale Rolle in seinem Leben spielt.
Beruflich steht der Spieler der Woche mit beiden Beinen im Leben und übt eine Tätigkeit aus, die ebenso viel Geschick und Einsatz erfordert wie sein Spiel im Mittelfeld. Auf die Frage nach seinem Beruf antwortet er: „Ich bin Anlagenmechaniker für Sanitär und Heizung.“ Ein bodenständiges Handwerk, das den perfekten Kontrast zur emotionalen Welt des Fußballs bildet – und Philipp Steuer zu einem geerdeten Helden der Kreisoberliga macht.