2024-03-01T12:31:23.136Z

Spielbericht

Phantomtor und Chancenwucher im Freitagsderby

Viktoria Kelsterbach – Germania Schwanheim 3:1 (1:0)

Eine Woche nach dem eher enttäuschenden Derbyremis gegen den BSC stand am Freitagabend gleich das nächste Derby gegen Germania Schwanheim auf dem Programm. Die favorisierte Viktoria setzte sich zwar souverän mit 3:1 durch, ließ allerdings eine Vielzahl an weiteren Großchancen aus.

Auf zwei Positionen verändert schickte Trainer Demiroglou sein Team auf den Kunstrasen. Rüdinger begann in der Innenverteidigung für den im Urlaub weilenden Lukas Wirth und Torhüter Voigt kehrte nach langer Verletzungspause zwischen die Pfosten zurück. Die Viktoria begann gefällig und zeigte einige vielversprechende Kombinationen, einzig das Tor wollte zunächst nicht fallen. So setzte der beste Spieler auf dem Feld Conradi Teamkollege Islami auf rechts in Szene und dessen Querpass hätte Brämer in der Mitte eigentlich nur noch über die Linie drücken müssen. Aber ein Verteidiger konnte im letzten Augenblick noch zur Ecke retten (6.). Fünf Minuten später setzte Schuhmann den Torjäger mustergültig in Szene, aber wieder brachte Brämer das Runde nicht über die Linie. So dauerte es bis zur 25. Spielminute bis die hochverdiente, aber in der Entstehung eher glückliche, Führung fiel. Eine Flanke von Klein von der linken Außenbahn wurde immer länger und sprang schließlich vom Innenpfosten ins gegnerische Tor hinein.

Drei Minuten später rettete der im Hinspiel überragende Schwanheimer Torwart Yener glänzend gegen Schuhmann. Auch Langelotz konnte das vermeintlich sichere Tor aus kurzer Distanz nicht erzielen (31.). Zwei Minuten später wurde Brämer mit einem langen Ball auf die Reise geschickt und ja auch dieses Mal schoss er am Tor vorbei. Was die Viktoria-Offensive veranstaltete, ist mit Chancenwucher noch euphemistisch umschrieben. Kurz vor der Pause brach Conradi endlich den Bann. Bei einem Standard nahm er den zweiten Ball direkt und schloss flach, platziert ab. Der Schiedsrichter entschied jedoch korrekterweise auf Abseits wegen Sichtversperrung. Beinahe wäre auf der Gegenseite der Ausgleich aus dem Nichts gefallen, aber Voigt lenkte einen gefährlichen Kopfball der Schwäne über die Latte. Somit stand es zur Pause nur 1:0 für die Viktoria.

Fünf Minuten nach der sehr langen Pause leistete sich Arizoy im Mittelfeld einen Ballverlust und die Absicherung stimmte auf Seiten der Viktoria überhaupt nicht. So musste Voigt im eigenen Strafraum runter ins Duell mit seinem Gegenspieler und die Gäste forderten Strafstoß. Diesen gab es dann zwei Minuten später auf der anderen Seite, als Langelotz von den Beinen geholt wurde. Brämer traf sicher zum 2:0. Nach einer Stunde schloss sich auch Islami dem Chancenwucher der Gastgeber an. Nach Querpass von Brämer schoss er vorbei. Trainer Demiroglou reagierte und brachte mit Kaltenmark neuen Schwung in die Offensive. Das wäre nur 60 Sekunden später fast aufgegangen. Denn bei einem Freistoß musste der großgewachsene Stürmer eigentlich nur noch den Schädel hinhalten, allerdings sah er den Ball im Flutlicht nicht und drückte mit falschem Timing den Ball übers Tor (68.).

So brauchte es erneut den ruhenden Ball zum Erfolg. Nach einem Foul an Kaltenmark in Strafraumnähe führte Ricardo Schuhmann auf lautstarke Aufforderung von der Seitenlinie den Freistoß schnell aus und überraschte so die Gäste mit dem 3:0 (70.). Ein Kuriosum ereignete sich wenige Minuten später, als ein Abschluss der Viktoria klar ersichtlich links unten am Kasten vorbeiflog und plötzlich doch im Tor lag, weil offenbar ein Loch im Tornetz war. Die Gäste um den vor der Saison von der Viktoria nach Schwanheim gewechselten Spielertrainer Dennis Soldinger steckten keinesfalls auf. Stattdessen kamen sie nach einem Konter noch zum 3:1, als Drehwald vor Torhüter Voigt querlegte und Schmidt vollendete (79.). Dabei blieb es, da Islami auch die letzte Großchance in der Nachspielzeit liegen ließ. Nach Zuspiel von Brämer in die Gasse, rettete ein Verteidiger im letzten Augenblick.

Vorschau: Zwei Spiele hat der Spitzenreiter in diesem Jahr noch zu absolvieren. Am Sonntag wartet das nächste Derby, wenn es um 15 Uhr zur wiedererstarkten SG Oberliederbach geht.

Aufstellung: Voigt – Pack (71. Siegfanz), Bosehmad, Rüdinger, Klein – Conradi, Arizoy – Islami, R. Schuhmann (88. Brämer). Brämer (75. Mihaylov) – Langelotz (67. Kaltenmark)

Tore:

1:0 Marcel Klein (25.)

2:0 Noah Brämer (53./FE)

3:0 Ricardo Schuhmann (70.)

3:1 Jerome Schmidt (79.)

Aufrufe: 019.11.2023, 02:22 Uhr
Alexander NiedermannAutor