
Es ist längst ruhig geworden rund ums Stadion, doch die Szenen dieses Abends hallen nach. Der Ball von Mats Facklam am Pfosten, die Parade von Patrick Siefkes, das abgefälschte Gegentor – Momente, die das Pokal-Aus des VfB Oldenburg erklären. Beim 1:3 gegen SV Drochtersen/Assel im Halbfinale des Krombacher Landespokals entschied nicht die Spielkontrolle, sondern die Effizienz.
Dabei hatte alles nach einem Oldenburger Abend ausgesehen. Schon Stunden vor dem Anpfiff verwandelten hunderte Fans die Innenstadt in ein blau-weißes Meer, rund 600 Anhänger zogen gemeinsam zum Stadion. 4.102 Zuschauer sorgten für einen würdigen Rahmen – und sahen einen VfB, der von Beginn an präsent war.
Bereits nach zwei Minuten setzte Linus Schäfer das erste Zeichen, als er sich stark durchsetzte und auf Mats Facklam zurücklegte – doch Siefkes lenkte den Abschluss überragend über die Latte. Wenig später parierte der Gästekeeper auch gegen Rafael Brand. Oldenburg war drin im Spiel, drückte, kontrollierte – doch der Führungstreffer blieb aus. Die Szene des Spiels folgte in der 20. Minute: Facklams Kopfball klatschte an den Pfosten. Es war der Moment, in dem sich das Spiel zu drehen begann.
Die Gäste aus Drochtersen brauchten dagegen nur eine echte Möglichkeit – und nutzten sie. Nach 26 Minuten legte Haris Hyseni für Jannes Wulff auf, dessen Abschluss unhaltbar abgefälscht wurde – 0:1. Ein Wirkungstreffer, der die Statik der Partie veränderte. Hinzu kam der nächste Rückschlag: Linus Schäfer musste nach einem Foul mit Knöchelverletzung runter, für ihn kam Aurel Loubongo. Kurz vor der Pause folgte dann der nächste Nackenschlag. Ein Ballverlust in der Nachspielzeit, Matti Cebulla schaltete am schnellsten – 0:2 (45.).
Trainer Dario Fossi reagierte, brachte mit Moses Otuali und Vjekoslav Taritas frische Kräfte. Und tatsächlich: Oldenburg drückte weiter, suchte den Anschluss. Doch wieder war es die Effizienz, die den Unterschied machte. Nach einem abgewehrten Ball staubte Dennis Rosin zum 0:3 ab (61.).
Der VfB stemmte sich gegen das Aus. Als Mats Facklam nach einem Foul im Strafraum selbst zum Elfmeter antrat, bot sich die große Chance – doch erneut blieb Siefkes Sieger (71.). Es passte ins Bild dieses Abends. Erst spät gelang noch Ergebniskosmetik: Vjekoslav Taritas traf in der 88. Minute zum 1:3. Zu spät, um das Spiel noch einmal zu drehen.
Ein Spiel, das der VfB Oldenburg über weite Strecken bestimmte – und doch verlor. Weil im Pokal oft genau das entscheidet, was sich nicht planen lässt: ein Pfosten, ein abgefälschter Ball, ein Torwart in Bestform.
VfB Oldenburg – SV Drochtersen/Assel 1:3
VfB Oldenburg: Nico Mai (69. Nico Knystock), Ngufor Anubodem (75. Anouar Adam), Drilon Demaj (46. Moses Otuali), Julian Boccaccio (46. Vjekoslav Taritas), Linus Schäfer (25. Aurel Loubongo), Mats Facklam - Trainer: Dario Fossi
SV Drochtersen/Assel: Patrick Siefkes, Jannes Elfers (21. Matti Cebulla), Nico von der Reith (52. Nikola Serra), Robin Kölle, Dennis Rosin (81. Maurits Nagel), Matti Steinmann, Jannes Wulff (78. Philipp Aue), Haris Hyseni - Trainer: Oliver Ioannou
Schiedsrichter: Kevin Behrens (Hasede) - Zuschauer: 4103
Tore: 0:1 Jannes Wulff (27.), 0:2 Matti Cebulla (45.+3), 0:3 Dennis Rosin (61.), 1:3 Vjekoslav Taritas (89.)
Besondere Vorkommnisse: Mats Facklam (VfB Oldenburg) scheitert mit Foulelfmeter an Torwart Patrick Siefkes (73.).