
Mit viel Energie und klaren Vorsätzen war die Seipel-Elf ins Spiel gegen den SC Freital gegangen – doch bereits in der 7. Minute folgte der erste Dämpfer...
BERICHT des 1. SC 1911 Heiligenstadt
Gästekapitän Sandro Schulze traf aus 16 Metern zur frühen Führung für die Sachsen. Ein Treffer, der Wirkung zeigte. Freital gewann spürbar an Sicherheit, kombinierte sich das ein oder andere Mal im ersten Durchgang immer wieder gefährlich nach vorne und war in den Zweikämpfen präsent. Die Blau-Weißen fanden zunächst nicht richtig ins Spiel, taten sich schwer, das Tempo hochzuhalten und klare Aktionen nach vorne zu bringen.
Mitten in diese Phase hinein, als der SCH auf dem Weg war, besser ins Spiel zu finden, fiel das 0:2 – und das auf besonders bittere Art und Weise. Nach einem Freistoß landete der Ball am Pfosten und sprang direkt vor die Füße von Bruno Schiemann, der aus kurzer Distanz nur noch einköpfen musste (36.). Ein Rückschlag, der weh tat. Doch wer dachte, die Heiligenstädter Jungs würden sich hängen lassen, lag falsch.
Nach der Pause zeigte die Seipel-Elf ein anderes Gesicht. Zwar blieb Freital zunächst spielbestimmend, doch mit zunehmender Spielzeit wuchs der Wille, dieses Spiel noch einmal zu drehen. Der Moment, der alles veränderte: Ein Standard von Bako landete am Aluminium – ein erstes Ausrufezeichen. Nur Sekunden später war es dann soweit: Moritz Ruprecht wurde stark in Szene gesetzt und verkürzte auf 1:2 (64.). Der Gesundbrunnen war wieder da. Und mit ihm der Glaube.
Was folgte, war ein offener Schlagabtausch mit einem klaren Ziel: den Ausgleich zu erzwingen. Die Blau-Weißen warfen alles nach vorne, kämpften um jeden Meter, suchten immer wieder den Weg zum Tor. Dann die 85. Minute – der Moment, der dieses Spiel beschreibt. Fabian Schnellhardt setzt zum Schlenzer an, der Ball fliegt perfekt, knallt an den Innenpfosten … und springt zurück ins Feld. Kein Tor. Kein Ausgleich.
In der Schlussphase musste die Heim-Mannschaft dann auch noch einen Rückschlag hinnehmen: Dioum Abdoul Aziz sah die Ampelkarte und musste vorzeitig vom Platz (88.). Am Ende steht wieder eine knappe 1:2-Niederlage gegen den Tabellenzweiten – in einem Spiel, das einmal mehr zeigt, wie eng es in dieser Liga zugeht. Die Seipel-Elf war dran, auf Augenhöhe, mit Chancen auf den Punktgewinn. Doch wieder entscheiden Kleinigkeiten gegen den SC.
So bitter dieses Spiel auch ist – es zeigt auch, was in dieser Mannschaft steckt: Leidenschaft, Moral und der unbedingte Wille, sich gegen jeden Gegner zu behaupten. Jetzt heißt es: Mund abputzen, weitermachen. Denn schon am kommenden Sonntag wartet das nächste Endspiel im Abstiegskampf. Und eines ist klar – diese Mannschaft wird weiter kämpfen. Bis zur letzten Minute der Saison.