
Nach dem überzeugenden Sieg zuletzt soll der VfR Evesen nachlegen. Doch der Gegner bringt Selbstvertrauen mit – und einen unangenehmen Spielstil.
Es sind Spiele dieser Art, die im Saisonendspurt über Konstanz und Anspruch entscheiden. Wenn der Tabellenzweite VfR Evesen im Nachholspiel auf den TuS Leese 1912 trifft, geht es weniger um Rollenverteilungen als um die Umsetzung eigener Maßstäbe.
Trainer Burak Buruk blickt dabei mit Respekt auf den Gegner: „Die letzten drei Spiele haben sie für sich entschieden.“ Der Aufsteiger habe sich nach einem klar verlorenen Hinspiel stabilisiert, „sind in der Liga angekommen und hatten gute Ergebnisse. Das bestätigen die letzten drei Spiele.“
Die Erwartung an die Partie ist entsprechend klar umrissen. „Wahrscheinlich wie fast jeder Gegner: dass sie sehr tief stehen, über Zweikämpfe kommen, unangenehm spielen und auf Konter lauern.“ Ein Muster, das Evesen aus den vergangenen Wochen kennt – und lösen muss.
Denn die Ausgangslage ist eindeutig: Evesen steht mit 47 Punkten auf Rang zwei, während Leese als Aufsteiger im gesicherten Mittelfeld rangiert. Zuletzt gewann Evesen souverän mit 3:0 in Helstorf, Leese setzte mit dem 1:0-Erfolg in Wagenfeld ebenfalls ein Ausrufezeichen.
Für Buruk liegt der Fokus dennoch auf der eigenen Mannschaft. „Ich habe letzte Woche gefordert, dass wir Gesicht zeigen und eine Reaktion zeigen“, sagt er rückblickend – und sieht diese erfüllt. Nun gehe es um die nächste Stufe: „Jetzt müssen wir das bestätigen.“
Personell gibt es dabei eine Unsicherheit: „Hinter unserem Kapitän Lennard Heine ist noch ein Fragezeichen.“ Der Kapitän sei „nicht bei 100 Prozent“, ein Einsatz entscheide sich kurzfristig. Ansonsten aber könne er „so gut wie alle“ einplanen.
Mit Blick auf die verbleibenden Aufgaben wird der Ton grundsätzlicher. „Wir haben noch elf Spiele vor der Brust und müssen weiter hoch konzentriert in die Spiele gehen, um sie für uns zu entscheiden.“ Gerade gegen tief stehende Gegner sei Geduld gefragt – und Präzision. „Man muss von Anfang an da sein, hoch konzentriert sein und die Spiele so schnell wie möglich entscheiden.“
Es ist die Sprache eines Trainers, der weniger auf das Spektakuläre als auf das Verlässliche setzt. Und der weiß, dass genau darin die eigentliche Herausforderung liegt.