Ausgangslage in einer offenen Liga
Der TSV Ehningen geht mit einer bemerkenswerten Zwischenbilanz in die Winterpause der Landesliga, Staffel 2. Nach 15 Spielen stehen 28 Punkte und Platz fünf zu Buche, hinzu kommt die beste Defensive der gesamten Liga. Johannes Pfeiffer, 30 Jahre alt und in seiner zweiten Saison beim TSV, ordnet das nüchtern ein: „Mit der Platzierung sind wir grundsätzlich zufrieden. Die Liga ist sehr ausgeglichen und die Teams, die im vorderen Bereich stehen, schenken sich sehr wenig.“
Stabilität als Fundament
Pfeiffer sieht die größten Stärken seiner Mannschaft klar umrissen. „Ich glaube, dass uns die Stabilität dieses Jahr stark macht. Jeder weiß, was zu tun ist, und gegen den Ball sind wir deutlich besser“, sagt der Defensivspezialist. Die Zahlen untermauern diese Einschätzung: Keine Mannschaft der Staffel kassierte weniger Gegentore. Gerade im Spiel gegen den Ball hat sich Ehningen damit zu einer der zuverlässigsten Größen der Liga entwickelt.
Wo es noch hakt
Doch bei aller Ordnung benennt Pfeiffer auch die Defizite deutlich. „Verbessern müssen wir uns noch in den Punkten Aggressivität und Abgezocktheit. Hier sind wir teilweise zu lieb“, sagt er. Es ist ein Befund, der zur Tabellensituation passt: Ehningen ist schwer zu schlagen, aber nicht immer konsequent genug, um Spiele endgültig auf seine Seite zu ziehen. Ein persönliches Highlight der Hinrunde will Pfeiffer bewusst nicht herausheben.
Der Blick nach oben – und nach hinten
Der Abstand zur Spitze ist vorhanden, aber nicht groß. Dennoch vermeidet der 30-Jährige klare Zielmarken. „Wir setzen uns kein Ziel, auf welchem konkreten Platz wir am Ende stehen wollen. Gerne natürlich so nah wie möglich an der Spitze“, erklärt er. Gleichzeitig bleibt die Vorsicht spürbar: „Solange es allerdings rechnerisch möglich ist, geht mein Blick nach hinten. Hier wollen wir die Teams auf Distanz halten.“ Zusätzlich erwartet Pfeiffer eine unruhige Rückrunde, weil „sich im Winter das Trainerkarussell innerhalb der Liga stark gedreht hat“ und es deshalb „sicherlich auch überraschende Ergebnisse und Wendungen geben“ werde.
Entwicklung ohne Einzelhelden
Auf die Frage nach besonderen Leistungssprüngen innerhalb des Kaders bleibt Pfeiffer konsequent teamorientiert. „Die Entwicklung des Teams zeigt aktuell nach oben. Deshalb kann ich auch niemanden herausheben, der sich besonders gut entwickelt hat“, sagt er. Seine Begründung folgt einem klaren Leistungsverständnis: „Für mich ist es ohnehin ein Zusammenspiel. Das Team profitiert von guten Einzelleistungen und die Einzelleistungen können nur in einem guten Team abgerufen werden.“
Verlängerung aus Überzeugung
Im Dezember hat Pfeiffer seinen Vertrag beim TSV Ehningen verlängert. Die Gründe beschreibt er ohne Umschweife: „Die Mannschaft macht Spaß, das Vertrauen des Vereins ist da. An sich gab es keinen Grund, der dagegen gesprochen hätte.“
Auch die langfristige Perspektive ist geprägt von Kontinuität: „Wir wollen kontinuierlich gute Arbeit leisten und unseren Weg konsequent weitergehen.“ Wohin dieser Weg führt, bleibt bewusst offen. Entscheidend ist für ihn die Konstanz: „Die Route muss immer wieder neu optimiert und ausgerichtet werden, aber wir wollen nicht wie viele andere Vereine jedes Jahr einen neuen Weg starten. Ich bin davon überzeugt, dass sich auf lange Sicht die Beharrlichkeit auszahlen wird.“
Start in die Vorbereitung
„Wir starten am 24.01. wieder mit dem Training“, sagt Pfeiffer. Die inhaltlichen Schwerpunkte sind klar definiert: „Der Fokus liegt auf der körperlichen Verfassung und natürlich der grundsätzlichen Weiterentwicklung der einzelnen Spieler und der Spielidee.“ Ein Trainingslager wird es nicht geben, wie Pfeiffer festhält.
Kader und Neuzugang
Im Winter hat Ehningen dennoch personell nachgelegt. „Wir haben mit Kenan Kasikci einen Neuzugang im Winter dazubekommen, der uns sicherlich weiterbringen wird“, so Pfeiffer. Insgesamt sieht er den Kader stabil aufgestellt: „Ich bin mit dem Kader sehr zufrieden. Sowohl menschlich als auch sportlich sind wir eine gute Truppe.“ Der Wunsch für die Rückrunde klingt schlicht, aber entscheidend: „Ich hoffe, wir bleiben alle verletzungsfrei und haben weiterhin viel Spaß zusammen.“