
Pfeddersheim. Der 24-jährige Vincent Haber verkörpert eine Mischung aus strategischem Geschick und unbändigem Einsatzwillen, die ihn für jede Mannschaft zu einem Gewinn macht. Mario Cuc nennt ihr gar einen „absoluten Topspieler, der jede Mannschaft in der Region besser machen könne“. Seine fußballerische Ausbildung begann im Wormser Raum, bevor es den gebürtigen Grünstadter bereits mit zehn Jahren zum 1. FC Kaiserslautern zog. Bis zur C-Jugend blieb er am Betzenberg und wechselte dann in die U15 von Wormatia Worms, wo er erstmals auf Mario Cuc traf.
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Der heute 41-Jährige war damals sein Jugendtrainer und hält bis heute große Stücke auf ihn. Nach der Zeit in der Wormatia-Jugend folgte der Sprung zur TSG Pfeddersheim, wo Haber trotz seines jungen Alters bereits in der Oberliga-Mannschaft zum Einsatz kam und unter dem heutigen Regionalliga-Trainer von Steinbach Haiger, Daniel Wilde, den er bereits aus Kaiserslautern kannte, trainierte „Wenn ich fit war, habe ich fast jedes Spiel gemacht“, erinnert sich der Rechtsfuß.
Doch die Karriere des talentierten Sechsers wurde immer wieder durch Verletzungen ausgebremst. Auf ein Jahr Oberliga bei der Wormatia folgten erste größere Blessuren, die er selten ganz auskurierte. Auch ein Kreuzbandriss bei der TSG Pfeddersheim fiel in eine schwierige Phase, in der er den Abstieg aus der Verbandsliga nicht verhindern konnte. Oft wollte Haber „zu schnell, zu viel“, was seine Verletzungsphasen letztlich deutlich länger machten als womöglich nötig.
Seit Januar ist Haber nun wieder fit und beweist auf seiner Stammposition im defensiven Mittelfeld, warum er so geschätzt wird. Mario Cuc sieht in ihm einen Unterschiedsspieler und vergleicht ihn mit einem jungen Mathias Tillschneider: Er sei sehr spielintelligent, sauge Informationen auf und agiere auf dem Feld wie ein „spielender Co-Trainer“, der Mitspieler an den Matchplan erinnere und den Trainern in der Halbzeit Feedback gebe. Haber liebt die 50:50-Zweikämpfe, erobert Bälle in der Defensive und setzt die Offensive mit klugen Pässen in Szene. Dabei gibt er physisch alles, was sein Körper hergibt. Seine Stärken sieht er selbst im Eins-gegen-Eins, seiner Spielintensität und seiner Mentalität, während er in puncto Torgefahr und dem offensiven Kopfballspiel noch Entwicklungspotenzial erkennt.
Dass er zur neuen Saison den Wechsel nach Gimbsheim verkündet hat, löste bei der TSG großes Bedauern aus. Die Entscheidung für den Altrhein fiel jedoch „bewusst und frühzeitig“, sagt Haber. In Gimbsheim trifft er mit dem Trainer-Trio Steven Jones, Niels Magin und vor allem seinem ehemaligen Jugendcoach Mario Cuc auf Persönlichkeiten, die er als „Wormser Jung“ schon lange kennt. Cuc sieht in Haber ein Vorbild für viele Fußballer und betont, dass es nun hauptsächlich darum gehe, die körperliche Stabilität und Widerstandsfähigkeit wiederzuerlangen.
Auch der Spielerkader des SV bietet einige alte Weggefährten auf, darunter Mathias Tillschneider, Reda Chkifa, Nico Scherer und Nico Wendling, was die Anpassung erleichtern dürfte. Zudem wechselt auch Finn Cleres von der TSG zu den Schwarz-Weißen. Bevor er diesen Schritt geht, will Haber alles für die TSG geben, um den Verbleib in der Landesliga zu sichern. Aus seinen Ambitionen für die Zeit nach der TSG macht er keinen Hehl. Haber: „Mittelfristig habe ich das Ziel und den Anspruch, höher zu spielen als Landesliga.“