2026-04-20T12:45:22.080Z

AllStar-Game

Pesch gewinnt verrückte Partie − Bonn dreht das Spiel in Düren

Der sechste Rückrundenspieltag der U19-Mittelrheinliga

von Benedikt Hitze · Heute, 14:08 Uhr · 0 Leser
Der FC Pesch sendete ein beeindruckendes Lebenszeichen aus dem Keller
Der FC Pesch sendete ein beeindruckendes Lebenszeichen aus dem Keller – Foto: Volker Lemm

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Tore über Tore gab es am Wochenende in der U19-Mittelrheinliga. Pesch konnte im Tabellenkeller einen sehr wichtigen Sieg einfahren, während dem Bonner SC ein spektakuläres Comeback gelang.

Wahnsinn in Pesch

Ein absolutes Spektakel gab es am Sonntag in Pesch. Der FC besiegte die favorisierten Gladbacher in einer denkwürdigen Partie mit 6:5. In einem Spiel, das an Dramatik kaum zu überbieten war, endete damit auch die beeindruckende Serie der Gäste aus dem Bergischen, die zuvor acht Spiele in Folge ungeschlagen geblieben waren. Für Pesch war es ein immens wichtiger Dreier im Kampf um den Klassenerhalt. Es sah lange Zeit nach einer klaren Angelegenheit für die Hausherren aus. Pesch führte zwischenzeitlich mit 5:2 und schien den Sieg sicher in den Händen zu halten. Doch Gladbach bewies Moral und kämpfte sich tatsächlich noch zum 5:5-Ausgleich zurück. Als alles nach einer Punkteteilung aussah, schlug Pesch in der Nachspielzeit erneut zu und sicherte sich die drei wichtigen Punkte im Abstiegskampf. Yavuz Günay, Trainer von Pesch, erlebte eine Achterbahnfahrt: „Das war ein extrem intensives Spiel heute. Wir führen zwischenzeitlich bereits mit 5:2, werden dann aber leider etwas leichtsinnig und lassen den Gegner so noch einmal herankommen. Trotz dieses Rückschlags haben wir die Köpfe nicht hängen lassen und machen in der 90. Minute das am Ende verdiente 6:5. Für die Moral der Truppe war dieser Sieg nach dem Spielverlauf natürlich Gold wert.“ Für Pesch ist dieser Sieg ein echtes Lebenszeichen im Tabellenkeller, während Gladbach trotz einer kämpferisch starken Aufholjagd erstmals seit Monaten wieder ohne Punkte vom Platz geht.

Hennef rettet Last-Minute-Sieg in Hürth

Denkbar knapp rettete Spitzenreiter Hennef am Samstag gegen Hürth noch drei Punkte. Während Hennef damit seine Spitzenposition festigt, bleibt Hürth trotz einer starken Leistung ohne Belohnung und steckt weiterhin im Ergebnistief fest. Für Ilayas Taha und sein Team war es ein bitterer Spielverlauf: „Wir waren über weite Strecken die bessere Mannschaft auf dem Platz. Wir haben uns gute Möglichkeiten erarbeitet, aber unsere Chancen leider nicht konsequent genutzt. Deshalb ist diese Niederlage am Ende extrem bitter für uns – die Jungs hätten sich einen Punkt mehr als verdient gehabt.“ Auch Hennef-Trainer Erkan Cihangir sah eine starke Hürther-Mannschaft: „Kompliment an Hürth, sie haben das heute sehr gut gemacht und uns vor große Probleme gestellt. Unser Keeper hatte einige gute Szenen, in denen er uns im Spiel gehalten hat. In der ersten Halbzeit müssen wir eigentlich aus unseren eigenen Chancen mehr machen. Es sah lange nach einem Unentschieden aus, was vom Leistungsverlauf her auch absolut verdient gewesen wäre. Am Ende sorgt ein schöner Spielzug von uns für den Siegtreffer. Wir nehmen diese drei Punkte natürlich gerne mit, wissen aber, dass es ein hartes Stück Arbeit war.“ Hennef baut damit seine Siegesserie aus und bleibt das Maß der Dinge in der Mittelrheinliga. Hürth hingegen muss trotz der fünften Niederlage in Folge auf der gezeigten Leistung aufbauen.

Deutz besteht beim Tabellenschlusslicht

Für den VfL Vichttal rückt der Klassenerhalt immer weiter in die Ferne. Auch gegen den SV Deutz setzte es eine Niederlage. Der Abstand auf das rettende Ufer beträgt mittlerweile ganze neun Punkte und der VfL hat dabei sogar noch ein Spiel mehr absolviert. Lange stand es in der Partie nur knapp 2:1 für die Gäste. In der 90. Minute sorgte dann das 3:1 für die Entscheidung und für den Endstand. Mehmet Isik, Trainer von Deutz, war zufrieden mit seinen Schützlingen: „Wie erwartet war es das schwere Spiel, das wir in Vichttal befürchtet hatten, aber am Ende holen wir verdient die drei Punkte. Spielerisch war es vielleicht nicht unsere beste Saisonleistung, doch kämpferisch und taktisch haben die Jungs eine starke Leistung gezeigt. Wir mussten von Anfang an voll konzentriert sein, um gegen diesen offensivstarken Gegner zu bestehen, und das haben wir gut umgesetzt.“ Mit diesem Dreier schafft Deutz weiteres Polster zu den Abstiegsrängen und festigt seine Position im gesicherten Mittelfeld.

Rheinsüd bestraft Erftstädter Fehler

Der FC Rheinsüd gewann das wichtige Spiel gegen Erftstadt deutlich mit 4:0. Damit zog Rheinsüd in der Tabelle an den Gästen vorbei. Für die Germania war es eine bitter Niederlage, da der SC gerade in der ersten Halbzeit seine Chancen hatte. Dustin Esser, Trainer von Erftstadt, ärgert sich darüber: „Wir sind gut reingekommen und hätten zum Zeitpunkt des 1:0 für Rheinsüd eigentlich schon 2:0 führen müssen. Der Doppelschlag, der aus zwei krassen individuellen Fehlern resultierte, hat uns dann das Genick gebrochen, da wir bis dahin die bessere Mannschaft waren. Zu Beginn der zweiten Halbzeit konnten wir das Spiel wieder offen gestalten, aber keinen Treffer erzielen. Danach übernahm Rheinsüd das Kommando. Am Ende haben wir alles nach vorne geworfen und uns das 3:0 und 4:0 gefangen. Damit haben wir dann auch verdient verloren, da eine gute erste halbe Stunde in dieser Liga niemals reicht." Für die nächsten Wochen gibt der Trainer aber schonmal die richtige Marschroute vor: „Jetzt heißt es: Mund abputzen! Bevor die direkten Duelle gegen Deutz und Troisdorf anstehen, wollen wir die Teams da oben noch ärgern und alles raushauen, um wichtige Punkte mitzunehmen.“

Bonn gelingt spektakuläres Comeback

Ein weiteres Tor-Spektakel lieferte die Partie zwischen Düren und dem Bonner SC. Nach einem frühen Rückstand drehten die Bonner die Partie und setzten damit ihre Siegesserie fort. In den ersten zwölf Minuten überrannte Düren die Gäste geradezu. 3:0 führten die Gastgeber da bereits. Doch Bonn bewies Moral und konnte das Spiel tatsächlich noch drehen. Elias Ponsen, Trainer von Düren, war trotz des Spielverlaufs stolz auf sein Team: „Wir sind super gestartet, haben die ersten 20 Minuten das Spiel dominiert und waren da auch klar die bessere Mannschaft. Leider ist es im Fußball oft so: Wenn man vorne 100-prozentige Torchancen liegen lässt, bekommt man sie hinten rein. Gratulation an Bonn für dieses Comeback! Wir müssen jetzt weitermachen und Woche für Woche weiter Gas geben. Diese Woche steht bereits ein wichtiges Spiel auf der Agenda – ich glaube fest an meine Jungs!“ Während der Bonner SC den Druck auf Hennef maximal hochhält und mit breiter Brust in die nächste Woche geht, muss Düren die bittere Niederlage schnell verdauen.

Torfestival in Eilendorf

Auch in Eilendorf gab es viele Tore zu bestaunen. Eilendorf behielt dabei die Oberhand und besiegte Troisdorf mit 5:3. Während Eilendorf damit seine Negativserie stoppen konnte, bleibt Troisdorf unten drin. Das Spiel entwickelte sich von Beginn an zu einem Schlagabtausch. Troisdorf bewies eine enorme Moral und kam gleich dreimal nach einem Rückstand wieder zurück in die Partie. Trotz der drei Auswärtstore stand Troisdorf am Ende ohne Zählbares da. Tarek Maarouf, Trainer von Troisdorf, ärgert sich über den Spielverlauf: „Das Spiel ist heute komplett gegen uns gelaufen, was leider auch an den schwachen Leistungen einiger Spieler lag. Wir haben uns dreimal zurück ins Spiel gekämpft und Moral bewiesen. Aber die alte Fußballweisheit sagt es eben: Wenn du auswärts drei Tore schießt, darfst du so ein Spiel eigentlich nicht verlieren. Am Ende stehen wir trotz des Aufwands ohne Punkte da.“ Eilendorf rehabilitiert sich durch diesen Heimsieg für die Schlappe der Vorwoche und findet zurück in die Erfolgsspur. Für Troisdorf hingegen wird die Situation im Tabellenkeller wieder ungemütlicher.