
Hertha BSC Ama Zwee – FSV BW Mahlsdorf/ Waldesruh 2:2
8.Spieltag Kreisliga A Berlin Staffel 1 Saison 2025/2026
Freitag, 24.10.2025 19:00 Uhr
August-Bier-Platz 2
36 Zuschauer
Ich komme aus einer absoluten Großfamilie. Kennt ihr den Film My Big Fat Greek Wedding?
So ist es auch in meiner Familie – nur, dass wir halt keine Griechen sind.
Wenn es bei uns heißt, man trifft sich im kleinen Kreis, kommen trotzdem meistens über 20 Personen. Entsprechend waren wir auch immer viele Kinder, und wenn einer der unzähligen Geburtstage in der Familie in unserem kroatischen Stammrestaurant gefeiert wurde, konnten alle Kinder bis zum Essen auf den benachbarten Spielplatz.
Aber wie das halt so ist: Jeder gründet seine eigene Familie oder geht seinen eigenen Weg.
Bei Feiern kommen natürlich immer noch alle zusammen.
Meistens gehen wir aber nur noch mit meiner Mama und meinem Bruder essen und mein Sohn ist dann das einzige Kind.
Er langweilt sich dann oft, weshalb seine Omi ihm eine kleine tragbare Garage für seine Autos kaufte.
Dieses zusammenklappbare Spielzeug feierte beim Geburtstagsessen meiner Frau sein Debüt, und der Junior war so angetan, dass er am nächsten Tag gleich wieder essen gehen wollte – um mit der Garage zu spielen, bis das Essen kommt.
Diese Gelegenheit ließen sich seine Eltern nicht entgehen und steuerten den nächstgelegenen Griechen an.
Dort konnte der Sohnemann ausgiebig spielen, da das Essen recht lange auf sich warten ließ. Das machte mich ein wenig nervös, denn es war Heimspielfreitag, und ich wollte nicht allzu spät los. Die Kellnerin brachte uns die Köstlichkeiten von der Adria gerade noch rechtzeitig, und wir begannen zu schnabulieren.
Während sich der Muschelpo – typisch griechisch – Nudeln mit Tomatensoße gönnte und ich mir ein fettes Bifteki reinballerte, begnügte sich die Dame mit gegrilltem Käse.
Dieser war unter anderem mit Peperoni garniert.
Als sie sich ein Stück des Nachtschattengewächses abschneiden wollte, spritzte etwas von dem Peperoni-Saft genau in ihr Auge.
Natürlich hatte ich echt Mitleid, weil ich weiß, wie fies das brennt.
Aber, dachte ich mir, wenigstens kann sie jetzt den Schmerz nachvollziehen, der das Hertha-Herz nach der Niederlage bei Askania Cöpenick befiel.
Nachdem das Essen vertilgt war, war es für mich allerhöchste Eisenbahn aufzubrechen.
Leider streikte das Kartenlesegerät der Lokalität. Das hatte zur Folge, dass ich mich in Rekordtempo fertig machen musste und es nicht mal schaffte, meine Schuhe zuzubinden.
Sie blieben übrigens den ganzen Abend offen …
Trotzdem erreichte ich den August-Bier-Platz 2 noch mit ausreichend Puffer und freute mich, dass durch die Anwesenheit des Anzeigenhauptmeisters und des Teilzeitassis die Tetzlaff-Erben mal wieder vollständig am Platz vertreten waren. Und wir bekamen ein wirklich spannendes Spiel geboten – quasi scharf wie eine Peperoni.
Ich würde sagen, die erste Halbzeit war ausgeglichen. Der Teilzeitassi sah Vorteile beim Ama Zwee. Auf jeden Fall hatten die Herthaner die erste dicke Gelegenheit, aber ein Foulelfmeter konnte vom Mahlsdorfer Keeper gehalten werden.
Kurz danach erzielte Herthas Kapitän die Führung. Wenig später bekamen auch die Gäste die Möglichkeit, es mal aus elf Metern zu probieren – und sie nutzten ihre Chance.
Eigentlich hätte Hertha trotzdem mit einer Führung in die Pause gehen müssen, aber ein klasse Versuch, erneut von El Capitano, ging von der Unterkante der Latte eben nicht rein, sondern sprang wieder heraus.
Mit der ersten Aktion im zweiten Durchgang gingen die Gäste in Führung – klassischer Fehlstart nach einem Missverständnis in der Defensive.
Ärgerlich? Na klar!
Und in der Folge wuchsen allen Herthanern garantiert ein paar neue graue Haare.
Der Pfosten rettete erst für Mahlsdorf, dann konnten die Gäste gerade noch auf der Linie klären. Auf der anderen Seite musste unser Keeper immer wieder all sein Können zeigen, damit nicht das 1:3 fiel.
Hertha spielte aber konzentriert weiter und belohnte sich in der letzten Minute der regulären Spielzeit mit dem Ausgleich.
Es gab aber keinen Jubel.
Stattdessen animierte der Torschütze das Team: „Unentschieden reicht hier nicht!“
Und tatsächlich wäre fast noch der Siegtreffer gefallen – aber ein Freistoß aus guter Position ging knapp vorbei.
Ich bin mir sicher, dass mit der Mentalität der Mannschaft die Punkte schon kommen werden.
Für heute jedenfalls hat der Peperoni-Saft das Auge knapp verfehlt.
Ha Ho He Amateure Zwee
der Kutten König