
Das ist eine Überraschung. Alexander Schmidt ist nicht mehr Trainer des TSV Landsberg. Das hat der Klub am Dienstagmorgen bekanntgegeben.
München/Landsberg – Bayernligist TSV Landsberg hat am Dienstagmorgen völlig überraschend die Trennung von Trainer Alexander Schmidt bekanntgegeben. Der ehemalige Trainer von 1860 München war vor beinahe genau einem Jahr am 18. August 2024 am Lech vorgestellt worden.
Wie der Verein in seiner Pressemitteilung bekannt gab, stehe der TSV vor „erheblichen strukturellen, organisatorischen und finanziellen Herausforderungen“. Nico Held, Finanzvorstand und Abteilungsleiter in Landsberg, meldet sich ausführlich zu Wort und kritisiert den 56-Jährigen.
„Ich habe Alexander Schmidt vor über einem Jahr nach Landsberg geholt, mit einer klaren Mission und großen Ambitionen. Trotz seiner unbestrittenen fußballerischen Fachkenntnisse und seiner Erfahrung aus dem Profibereich ist es Alexander Schmidt nicht gelungen, sich auf die besonderen Rahmenbedingungen des gehobenen Amateurfußballs in der Bayernliga Süd einzustellen“, wird Held in der Klubmitteilung zitiert. „Während er aus seiner Vergangenheit, Strukturen und Abläufe des Profifußballs gewohnt war, herrschen in Landsberg andere finanzielle und strukturelle Voraussetzungen: Unsere Spieler gehen tagsüber ihrem Beruf nach und stehen abends im Training – entsprechend anders muss auch die Trainingssteuerung und Ansprache erfolgen.“
An diese Bedingungen habe sich Schmidt nicht wie gewünscht angepasst, die Distanz zur Mannschaft sei gewachsen und „am Ende fehlte sowohl sportlich als auch menschlich die gemeinsame Wellenlänge. Für uns steht der Verein an oberster Stelle und nicht einzelne Personen. Auch ich persönlich bin nicht mächtiger als der Verein. Am Ende müssen wir im Sinne des TSV entscheiden – und genau das haben wir getan“, führt Held weiter aus.
„Wenn kein finanzielles Entgegenkommen möglich ist und die Distanz sowie die Unzufriedenheit in der Mannschaft immer größer werden, muss der Verein reagieren.“
Christoph Rech, Sportlicher Leiter TSV Landsberg.
Schmidt selbst kommt im Statement nicht zu Wort. Der Sportliche Leiter Christoph Rech war in die Entscheidung eingebunden und spricht von einer „schweren Entscheidung“, die er „unisono“ mit Held getroffen habe. „Wenn kein finanzielles Entgegenkommen möglich ist und die Distanz sowie die Unzufriedenheit in der Mannschaft immer größer werden, muss der Verein reagieren.“
Bis ein Nachfolger gefunden ist, übernimmt Rech gemeinsam mit Furkan Kircicek als Interimsduo. Schnellschüsse seien nicht geplant, „sondern eine durchdachte und nachhaltige Lösung“. Der Klub brauche einen „Trainer mit Leidenschaft, Energie und klarem Fokus“ auf die Jugendarbeit. Dies sei „in den letzten Monaten deutlich zu kurz gekommen“. (jb)