
Beim SC Wiedenbrück, dem Schlusslicht der Regionalliga West, geht seit eh und je das Abstiegsgespenst umher. Seit Ende September stehen die Ostwestfalen durchgängig auf einem direkten Abstiegsplatz. Nach mittlerweile sechs sieglosen Spielen am Stück ist das rettende Ufer sechs Punkte entfernt. Am Donnerstagabend hat der Verein Konsequenzen gezogen und sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Sascha Mölders getrennt – "einvernehmlich", wie der Sport-Club keine 24 Stunden nach der 0:2-Niederlage gegen den 1. FC Bocholt mitteilt.
"Diese Entscheidung ist dem Verein außerordentlich schwergefallen und wurde keinesfalls leichtfertig getroffen", heißt es in der Pressemitteilung. "In den vergangenen 15 Monaten hat Sascha Mölders mit großem persönlichen Engagement, hoher fachlicher Kompetenz und einer bemerkenswerten Identifikation mit dem SC Wiedenbrück gearbeitet. Er hat die Mannschaft in einer sportlich anspruchsvollen Phase übernommen und sich jederzeit mit voller Überzeugung für die Entwicklung des Teams sowie des Vereins eingesetzt." Umso bedauerlicher sei es aus Vereinssicht, dass dieser gemeinsame Weg nun vorzeitig ende.
Der Vorstand des SC Wiedenbrück erklärt: "Wir hätten uns als Verein ausdrücklich gewünscht, die Zusammenarbeit mit Sascha fortzuführen und den eingeschlagenen Weg gemeinsam weiterzugehen. Die aktuelle sportliche Situation und die damit verbundenen Herausforderungen im Kampf um den Klassenerhalt haben uns jedoch dazu veranlasst, diese Entscheidung zu treffen, um neue Impulse zu setzen und der Mannschaft in der entscheidenden Saisonphase eine neue Dynamik zu geben."

Auch Mölders selbst kommt in der Mitteilung zu Wort und sagt: "Ich möchte mich beim SC Wiedenbrück für das Vertrauen bedanken, das mir in den vergangenen 15 Monaten entgegengebracht wurde. Ich habe die Zusammenarbeit mit der Mannschaft, dem Staff und dem gesamten Umfeld sehr geschätzt. Natürlich hätte ich mir gewünscht, den eingeschlagenen Weg gemeinsam weiterzugehen. Ich hoffe jedoch sehr, dass die Mannschaft die notwendigen Punkte holt und dieser Schritt am Ende dazu beiträgt, den Klassenerhalt zu sichern."
Mölders hatte den SCW im Januar 2025 ebenfalls mitten im Abstiegskampf auf Platz 16 übernommen und mit acht Siegen in der Rückrunde zum Klassenerhalt in der Regionalliga West geführt. Noch im Dezember hatte die Vereinsführung Mölders ihr Vertrauen mit einer Vertragsverlängerung bis Sommer 2027 ausgesprochen. Nun trennen sich die Wege zwischen Wiedenbrück und dem einstigen Kult-Stürmers.
In den verbleibenden sieben Spielen wolle man nun "alles daransetzen, die Abstiegsplätze zu verlassen und den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu sichern. Verein, Mannschaft und Umfeld sind sich der Verantwortung bewusst und werden in dieser entscheidenden Phase eng zusammenstehen", stellt der SC Wiedenbrück klar.
"Der Verein betont ausdrücklich, dass diese Entscheidung keine Abwertung der geleisteten Arbeit darstellt. Vielmehr ist sie das Ergebnis einer verantwortungsvollen Gesamtbetrachtung der sportlichen Lage, die im Fußball oftmals kurzfristige und zugleich sehr schwierige Entscheidungen erforderlich macht." Wie es beim SC Wiedenbrück auf der Trainerposition weitergeht, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht bekannt.