Vor wenigen Wochen hatte Kreisligist 1. FC Rieden (Kreis Amberg/Weiden) noch die Vertragsverlängerung seines kompletten Trainerteams bekannt gegeben, am Mittwochabend stand der aktuell Rangfünfte der Südstaffel plötzlich ohne Cheftrainer da: Bernd Scheibel (48) legte völlig überraschend und nur wenige Tage, bevor seine Mannschaft in die Restrückrunde startet, sein Traineramt nieder.
Wie Abteilungsleiter Gerhard Schnabel am Donnerstag gegenüber Oberpfalz-Medien erklärte, seien ausschließlich berufliche Gründe für diesen Schritt ausschlaggebend. Scheibel habe ein neues Aufgabengebiet bekommen und schaffe es zeitlich einfach nicht mehr, mit dem von ihm gewohnten Herzblut und großer Hingabe seine Trainertätigkeit auszuführen. Es habe sich einfach ein zeitliches Problem ergeben, er habe schon gemerkt, dass er es nicht mehr immer pünktlich ins Training schaffe, erklärte der Spartenleiter weiter. Dass der Verein mit Bernd Scheibel gerne weiter zusammengearbeitet hätte, ist klar, eine Verlängerung seines Kontrakts über diese Saison hinaus war ja - wie eingangs erwähnt – schon in trockene Tücher gewickelt.
Dass der Zeitpunkt des Rücktritts von Scheibel natürlich eher weniger erfreulich für den FCR ist, dürfte klar sein. Der letztjährige Vizemeister liegt zum Re-Start erneut aussichtsreich im Rennen um die Aufstiegsplätze und hat zudem die Chance, mit einem Sieg im Nachholspiel gegen den Mitkonkurrenten TSV Königstein richtig dick ins Geschäft zu kommen. Der überraschende Rückzug Scheibels zu diesem Zeitpunkt der Saison sei nun natürlich nicht optimal, erklärt der Riedener Fußballboss weiter. Er hoffe nun darauf, dass die Truppe jetzt noch enger zusammenrücke und für den gezwungenermaßen scheidenden Coach noch einmal alles in die Waagschale werfe.
Bernd Scheibel hatte nach seinem Entschluss, die Zelte abzubauen, zunächst seine Spieler informiert, ehe er am Mittwochabend auch die Spartenleitung unterrichtete. Und auch FuPa wurde telefonisch von seinem Rücktritt in Kenntnis gesetzt. Am Donnerstag äußerte sich der Verwaltungsbeamte bei der Bereitschaftspolizei in Sulzbach-Rosenberg ausführlich zu seinem Entschluss, beruflichen Belangen Priorität zu verleihen.
„Grund für diese schweren Herzens getroffene Entscheidung war eine berufliche Veränderung im Februar, deren Aufgaben und Anforderungen ich vielleicht ein wenig unterschätzt habe und die mich mehr einspannt, als zunächst erwartet. Nach einigen Wochen habe ich gemerkt, dass ich durch die beruflichen Herausforderungen und Veränderungen die Tätigkeit als Trainer nicht mehr in dem Umfang nachkommen kann, wie ich es von mir erwarte. Deshalb musste ich einfach die mir wahrlich nicht leicht fallende Entscheidung treffen. In den letzten eineinhalb Jahren sind mir der Verein und allen voran die Mannschaft sehr ans Herzen gewachsen und deshalb habe ich auch Anfang des Jahres meinen Vertrag verlängert, leider ist es mir nun nicht mehr möglich, die Vereinbarung zu erfüllen. Ich wünsche dem Verein und der Mannschaft weiterhin alles Gute und hoffe – wenn vor allem durch die Rückkehr der Rekonvaleszenten der Kader wieder breiter wird –, dass alle gesund und fit bleiben, um weiter vorne mitzuspielen“, so Scheibel in einem emotional geführten Gespräch mit FuPa.
Der 1. FC Rieden war nun gezwungen, in puncto Besetzung der Cheftrainer-Stelle schnell zu handeln und gab in diesem Zusammenhang bekannt, dass es eine externe Lösung kurzfristig nicht geben wird. Bis Saisonende wird ein internes Trainerduo – bestehend aus den Co-Trainern
Julian Pospiech und
Martin Hillen – die Verantwortung übernehmen.
„Julian ist nah an der Mannschaft, hat auch schon Einheiten geleitet. Ich hoffe und wünsche mir, dass der sportliche Erfolg genauso kommt“, so Spartenleiter Schnabel zu den Oberpfalz-Medien. Gleichzeitig werden die Verantwortlichen nun damit beginnen, sich auf die Suche nach einem neuen Chefanweiser für die kommende Spielzeit zu begeben.