2025-12-03T05:51:34.672Z

Ligabericht
Nico Brandl und der TV Parsberg waren zuletzt oft einen Schritt schneller als die Gegner.
Nico Brandl und der TV Parsberg waren zuletzt oft einen Schritt schneller als die Gegner. – Foto: Florian Würthele

Parsberg: »Es passt momentan viel zusammen«

Unter dem neuen Trainer Stephan Buckow reitet der Landesliga-Absteiger auf einer Erfolgswelle – Es warten zwei Bewährungsproben

Eine tolle Serie hat der TV Parsberg in der Bezirksliga Süd am Laufen. Die Kicker aus dem Landkreis Neumarkt haben seit dem fünften Spieltag und damit seit 13 Spielen nicht mehr verloren. Mehr noch: die letzten fünf Spiele wurden gewonnen – mit nur einem Gegentor. Peu à peu machten Kapitän Pröbster, die Brandl-Brüder und Co. Boden gut in der Tabelle. Als Nächstes warten auf den Landesliga-Absteiger zwei Kräftemessen mit Top-Teams. Dabei hatte sich zu Saisonbeginn der aktuelle Erfolgslauf noch so gar nicht abgezeichnet.

Ein Trainerwechsel anfangs der Sommervorbereitung, eine kräftezehrende Vorsaison mit Relegation und Abstieg, der Weggang von Top-Scorer Alexander Freitag plus größere Verletzungssorgen – es schwebten einige Fragezeichen über der Hatzengrün. Und das spiegelte sich an den ersten Ergebnissen wider. Drei der ersten vier Saisonspiele wurden verloren. „Dass es schwierig werden würde nach dem kurzfristigen Trainerwechsel, war klar“, sagt Stephan Buckow. Der Laaberer übernahm den Trainerposten Ende Juni, folgte auf den kurz zuvor freigestellten Stefan Weber. Buckow führt aus: „Aus der schwierigen letzten Saison haben wir sechs, sieben Verletzte mitgeschleppt. Irgendwann war die Ausfallquote zweistellig. Das macht sich bemerkbar. Was dazukommt: Zum einen haben die Spieler drei Jahre nacheinander Relegation gespielt, hatten fast nie frei. Da war es irgendwo klar, dass es relativ holprig losgehen würde. Zum anderen musste unsere Spielweise eine andere werden als in der Landesliga – dort konnte mehr auf Konter gespielt werden, jetzt sind wir selbst gefordert.“

So holprig die Saison losging, umso besser läuft es jetzt. „Ein Erfolgsrezept gibt es eigentlich nicht“, erklärt Buckow, arbeitet aber heraus: „Körperlich sind wir stark. Beim Spiel in Bach waren wir zum ersten Mal ein bisschen müde – was aber einer Grippewelle geschuldet war. Es passt momentan einfach viel zusammen. Ich habe einen breiten und guten Kader, was sich auszahlt.“

Zudem: Von den vielen Verletzten kamen Stück für Stück Spieler zurück. Fabian Heinloth, Alexander Stark oder Raphael Heimisch etwa. „Das macht sich natürlich bemerkbar.“ Von einer „vollen Kapelle“ sind die Parsberger aber noch weit entfernt. So konnten Leon Brandl, Jonas Mayer und Ersatzkeeper Dominik Höllrigl in dieser Saison quasi noch überhaupt nicht eingreifen. Für Mayer ist die Saison nach einer Kreuzband-OP wohl ohnehin gelaufen. Auch Paul Hegelein und Samuel Heinloth sind schon länger außer Gefecht.


Gibt seit Sommer in Parsberg den Ton an: Coach Stephan Buckow.
Gibt seit Sommer in Parsberg den Ton an: Coach Stephan Buckow. – Foto: Florian Würthele


„Wir schauen, mit dem aktuellen Kader in die Winterpause durchzukommen und ich hoffe, dass wir nach dem Winter mit voller Kapelle ausrücken können“, so Stephan Buckow, dem das Arbeiten mit der Mannschaft gefällt: „Ich habe beim TV eine Vergangenheit, weshalb ich auch zugesagt habe. Momentan ist die Mannschaft gut zu trainieren. Wenn alle da sind, haben wir eine super Truppe beisammen. Es macht Spaß, weil Qualität da ist.“ Im Winter werden man sich zusammensetzen, ein sportliches Resümee ziehen. Sicherlich dürfte dann auch Buckows Verbleib an der Hatzengrün ein Thema sein.

Drei Spieltage umfasst das alte Bezirksliga-Jahr noch. An diesem Sonntag schaut der Rangdritte TSV Kareth-Lappersdorf in Parsberg vorbei, anschließend geht's zum Zweiten TB/ASV Regenstauf. Wegweisende Spiele für den aktuellen Tabellenvierten! „Wir müssen von Spiel zu Spiel schauen“, bemüht Buckow eine alte Fußballerfloskel. „Wir haben es nicht in der eigenen Hand. Mit Kareth kommt am Sonntag natürlich ein Brett. Sie können mit ihrer Zweiten und ihrer Landesliga-A-Jugend Ausfälle besser kompensieren als wir. Hier müssen wir abliefern, dann ergibt sich vieles von selbst.“

Überhaupt ist der Titelkampf in der Bezirksliga Süd heuer so offen wie selten. Ein Quintett mischt oben mit. „Regenstauf und Wenzenbach kommen super durch, geben sich keine Blöße, haben kaum Verletzte.“ Generell „müssen wir schauen uns weiterzuentwickeln. Wir sind momentan gut unterwegs, aber zum Schluss zählt halt nur das, was auf der Anzeigetafel steht.“ Verspürt der TVP Druck? „Unsere Zuschauer sind sehr kritisch. In gewisser Druck ist das auch ein Druck“, antwortet der Parsberger Coach.

Aufrufe: 028.10.2025, 14:00 Uhr
Florian WürtheleAutor