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»Parolen« reichen nicht: Ismaik meldet sich wieder zu 1860 zu Wort

Der Investor schießt scharf gegen die aktuellen Entwicklungen rund um den Verein

von Mathias Willmerdinger · 08.07.2026, 10:55 Uhr · 0 Leser
Hasan Ismaik und die aktive Fanszene des TSV 1860 haben nie zueinander gefunden.
Hasan Ismaik und die aktive Fanszene des TSV 1860 haben nie zueinander gefunden. – Foto: Imago Images

Es ist ein denkwürdiger Sommer in der an Kapriolen reichen Vereinsgeschichte des TSV 1860 München. Beide Gesellschafter - sowohl die Investorenseite als auch die Vertreter des e.V. um Präsident Gernot Mang - wurden sich bekanntlich nicht einig, der Zwangsabstieg in den Amateurfußball war die Folge. Seit Anfang Juni ist daher an der Grünwalder Straße 114 nichts mehr wie vorher. Seit einem Monat kämpfen die Löwen nun um ganz grundsätzliche Dinge, zum Beispiel wohin der Verein in Zukunft steuern soll. Vieles ist in der Schwebe, zwei Wochen vor Saisonstart gibt es nach wie vor deutlich mehr Fragen als Antworten. Nun hat sich Investor Hasan Ismaik, der mit Hilfe des ehemaligen CSU-Politiker Peter Gauweiler juristisch gegen den Verein vorgeht, über seine Social Media-Kanäle wieder mal ausführlich zu Wort gemeldet. Wir haben für euch die wichtigsten Passagen herausgefiltert.

Präsident Gernot Mang hatte ja den "Berfreiungskampf" der Löwen ausgerufen. Dazu schreibt Ismaik: "In diesen Tagen hört man viele Begriffe wie "Freiheit", "Unabhängigkeit" und "Football for the people". Es sind Parolen mit schönen Bedeutungen, denn jeder Fan möchte, dass sein Verein seiner Geschichte treu bleibt, nah an seinen Anhängern ist und seine Identität bewahrt. Aber reichen Parolen allein aus, um einen professionellen Verein aufzubauen, der konkurrenzfähig ist? Der moderne Fußball braucht mehr als Emotionen. Er braucht Management. Er braucht Governance. Und er braucht eine Wirtschaft, die sich selbst tragen kann."
Die aktive Fanszene hatte den Jordanier in den vergangenen Jahren immer wieder mit Schmähplakaten überzogen. Ismaiks Replik darauf: "Die Ultras und die aktiven Fangruppen sind ein wichtiger und respektierter Teil des TSV 1860. Aber sie sind nicht der ganze TSV 1860. Genauso ist der Partner nicht der Verein. Der Präsident ist nicht der Verein. Und der Verwaltungsrat ist nicht der Verein."
Aus dem Umfeld des Vereins hatte sich Aufsichtsratsmitglied Nicolai Walch zuletzt klar gegen die Kommerzialisierung des Fußballs positioniert. Das Profilbild seines Instagram-Accounts ziert etwa der Spruch: "Football is for you an me, not for fucking industry." Das irritierte nicht nur den ein oder anderen Sponsor aus der Wirtschaft.

Ismaik kommentiert das aus seiner Sicht wie folgt: "Was der TSV 1860 heute braucht, ist nicht noch mehr Spaltung zwischen "Identität" und "Wirtschaft" oder zwischen "Fans" und "Partner". Das ist eine künstliche Spaltung. Fußball für das Volk? Ja. Aber das Volk baut keinen professionellen Verein allein mit Parolen auf. Es baut ihn auch mit Verantwortung, Kompetenz, Governance und einer nachhaltigen Wirtschaft auf."

Zum Schluss hat der Jordanier auch einen weiteren Ratschlag für die Löwen auf Lager: "Die Zukunft des TSV 1860 wird nicht aus Angst voreinander entstehen. Sie wird aus Vertrauen entstehen. Sie wird nicht durch Ausgrenzung entstehen. Sie wird durch Beteiligung entstehen. Und sie wird nicht allein durch Parolen entstehen. Sie wird durch Arbeit entstehen."

So viel dürfte in diesem Löwen-Sommer der Irrungen und Wirrungen sicher sein: Schnell wird der Verein nicht zur Ruhe kommen...