
Ein Nichtantritt in der Kreisklasse hat absoluten Seltenheitswert. Der FC Ottering brachte am Tag der Deutschen Einheit allerdings kein Team auf die Beine und musste dem VfR Laberweinting die Punkte kampflos überlassen. Der Traditionsverein aus dem Landkreis Dingolfing-Landau, der sogar eine Viertliga-Spielzeit in seiner Historie stehen hat, macht momentan eine ganz schwierige Phase durch.
"Am Feiertag ist alles zusammengekommen. Ich selbst war in Italien auf einer Hochzeit von einem guten Freund, drei weitere Spieler haben das verlängerte Wochenende genutzt, um wegzufahren. Zudem haben wir aktuell einen rotgesperrten Akteur sowie zwei Langzeitausfälle. So eine Absage sollte nicht passieren, war aber alternativlos", informiert Rainer Kappelmeier, der Aktiver und Sportlicher Leiter in Personalunion ist. Kurz vor dem Rückzug steht die zweite Mannschaft, die mit einem mageren Zähler Schlusslicht der Kreisklassen-Reserverunde ist und am Freitag das dritte Mal nicht antreten konnte. "Aktuell ist es schwer vorstellbar, dass wir die Zweite noch irgendwie durchbringen können", seufzt Kappelmeier. Die "Erste" hat zwar ebenfalls erst vier Punkte einspielen können, belegt aber einen Relegationsplatz, da die SG Hainsbach / Feldkirchen (3) und der TSV Hofkirchen (1) noch schlechter dastehen.
"Die Gemeinde Moosthenning hat zwar über 5000 Einwohner, dennoch wird das Personal für vier Fußballvereine, die es aktuell immer noch gibt, immer knapper", meint Kappelmeier, der seit vielen Jahren zu den Leistungsträgern des FCO gehört, sich aber mit inzwischen 37 Jahren im Spätherbst seiner Laufbahn befindet. Kein leichtes Amt hat Coach Hans Leimer, der im Sommer als Nachfolger von Markus Heiß installiert wurde. "Hans ist zu bedauern, da er unter ganz anderen Voraussetzungen verpflichtet wurde. Mit Behram Bilalli und Michael Huber haben sich zwei wichtige Spieler im Frühjahr schwer verletzt, außerdem haben uns relativ kurzfristig zwei Stammspieler verlassen. Dadurch haben wir einen sehr kleinen Kader und wenn dann - wie es den kompletten August der Fall war - ständig ein paar Leute fehlen, reicht es nicht, um in der Kreisklasse punkten zu können. Wenn wir einigermaßen komplett sind, haben wir eine Mannschaft, die absolut konkurrenzfähig ist", meint Kappelmeier, der sich aber keinen Illusionen hingibt: "Es wird nicht einfacher uns."
