
Nach einer starken Bezirksliga-Saison stehen die Fußballer des OSV Meerbusch vor den beiden wichtigsten Spielen des Jahres. Der Tabellenzweite der Gruppe 3 kämpft in der Relegation um den Aufstieg in die Landesliga und empfängt am Sonntag um 15 Uhr zunächst den MSV Düsseldorf am heimischen Krähenacker. Am Mittwochabend um 19.30 Uhr folgt dann das Auswärtsspiel beim Duisburger FV.
Dass die Osterather überhaupt den Umweg über die Relegation gehen müssen, schmerzt angesichts der eigenen Bilanz. Mit 79 Punkten aus 32 Spielen und einem Torverhältnis von 106:37 spielte die Mannschaft von Trainer Dominik Voigt eine herausragende Saison. Lange Zeit führte der OSV sogar die Tabelle an. Erst eine kurze Schwächephase mit drei sieglosen Spielen in Folge in der Rückrunde kostete die Spitzenposition. Am letzten Spieltag, an dem die Osterather spielfrei waren, zogen die Sportfreunde Neuwerk vorbei und sicherten sich mit 80 Punkten den direkten Aufstieg.
„Der Stolz ist trotzdem deutlich größer als die Enttäuschung“, betont Voigt, der erst im vergangenen Sommer das Amt übernommen hatte. Schließlich habe seine junge Mannschaft über weite Strecken der Saison beeindruckende Konstanz gezeigt. „Wir haben mehr als 20 Pflichtspiele hintereinander nicht verloren. Wenn man bedenkt, dass wir ein Durchschnittsalter von 24 Jahren haben, ist das wirklich überragend“, sagt Voigt.
Bereits im Vorjahr war der OSV als Vizemeister in die Relegation eingezogen, scheiterte damals jedoch nach einem 1:1 gegen die Sportfreunde Katernberg und einem 1:4 gegen die SG Benrath-Hassels. Diese Erfahrung könnte nun zum Vorteil werden. „Wir sind die einzige Mannschaft, die diese Situation bereits kennt. Wir wissen, worauf es nun ankommt“, sagt Voigt. Der 29-Jährige setzt auf den besonderen Reiz des zweiten Anlaufs: „Vielleicht haben wir nun diesen Jetzt-erst-recht-Gedanken.“
Mut macht Voigt vor allem die Heimstärke seiner Mannschaft. Die gesamte Saison über blieb der OSV auf eigenem Platz ungeschlagen, holte dort 13 Siege und drei Unentschieden. Entsprechend wichtig ist für den Trainer der Start vor heimischer Kulisse: „Wenn wir am Sonntag zu Hause gewinnen, haben wir am Mittwoch ein echtes Finale in Duisburg.“
Die Ausgangslage verspricht enorme Spannung. Der Duisburger FV und der MSV Düsseldorf trennten sich am Mittwochabend zum Auftakt mit 2:2, sodass beide Mannschaften nun ebenfalls unter Druck stehen. Voigt verfolgte die Partie und gewann dabei wertvolle Erkenntnisse. „Man hat gesehen, dass beide Teams offensiv große Qualität besitzen. Aber man hat auch gesehen, dass beide Mannschaften defensiv verwundbar sind.“ Personell kann der OSV fast aus dem Vollen schöpfen. Mit Ausnahme von Innenverteidiger Luca Pohlmann stehen alle Leistungsträger zur Verfügung.