
Fast März, kein einziges Pflichtspiel 2026: Sämtliche angesetzten Heimspiele der Berliner Regionalligisten sind bislang ausgefallen. Fehlende Rasenheizungen, unzureichende Ausweichmöglichkeiten und gravierende Trainingsprobleme verschärfen die Lage. Der Hauptstadtfußball steckt fest – strukturell, organisatorisch und sportlich
Spielbetrieb eingefroren – und das Training gleich mit
Bisher ausgefallene Heimspiele im neuen Jahr sind das sichtbare Symptom. Doch das eigentliche Problem geht tiefer. Viele Berliner Regionalligisten können nicht einmal unter regionalligatauglichen Bedingungen trainieren.
Beheizte Kunstrasenplätze, die einen professionellen Trainingsbetrieb auch bei Frost ermöglichen würden, sind in Berlin praktisch nicht vorhanden. Nur im Umfeld von Hertha BSC existieren Möglichkeiten.
Für viele Vereine bedeutet das eingeschränktes Training, improvisierte Einheiten, Ausweichen auf ungeeignete Plätze – und damit klare Wettbewerbsnachteile gegenüber der Konkurrenz aus anderen Bundesländern. Die über Drittliga-Stadien verfügen
VSG Altglienicke – Ohne Heimat und ohne Winterbasis
Altglienicke trägt seine Heimspiele außerhalb Berlins in der Fürstenwalder-Spree-Arena aus. Eine dauerhafte, wintertaugliche Spielstätte steht dem Verein nicht zur Verfügung.
Doch damit nicht genug: Auch Trainingsbedingungen auf Regionalliga-Niveau lassen sich im Winter kaum gewährleisten. Beheizte Kunstrasenplätze fehlen, während zahlreiche Konkurrenten regulär trainieren können. Sportlicher Anspruch stößt hier auf infrastrukturelle Grenzen

BFC Preussen – Aufsteiger mit doppeltem Handicap
Die Lankwitzer erhalten als Aufsteiger eine Ausnahmegenehmigung für ihre Spielstätte, obwohl zentrale Anforderungen wie eine ausgebaute Tribüne und leistungsfähiges Flutlicht nicht vollständig erfüllt sind. Eine Rasenheizung ist ebenfalls nicht vorhanden – sie ist in der Regionalliga allerdings auch nicht vorgeschrieben, sondern erst ab der 3. Liga verbindlich
Hinzu kommen eingeschränkte Trainingsmöglichkeiten. Ohne beheizten Kunstrasen ist bei Dauerfrost kein kontinuierlicher Trainingsbetrieb möglich. Für einen Aufsteiger, der sich sportlich behaupten muss, ist das ein massiver Nachteil.

Hertha BSC II – Einziger Standort mit leichten Infrastrukturvorteilen
Hertha BSC II ist der einzige Berliner Regionalligist, der auf Trainingsmöglichkeiten im Profiumfeld zurückgreifen kann.
Doch selbst hier fällt der Spielbetrieb im Amateurstadion aus. Die Trainingsbedingungen sind besser als bei der Konkurrenz aus der eigenen Stadt – aber der reguläre Wettbewerb ruht trotzdem.
BFC Dynamo – Training im Improvisationsmodus
Im Sportforum Hohenschönhausen fehlt nicht nur eine Rasenheizung für den Spielbetrieb, sondern auch eine belastbare, wintertaugliche Trainingsinfrastruktur auf Regionalliga-Niveau. Von einem konkreten Stadionumbau ist derzeit nichts zu hören. Und selbst der häufig genannte Ausweichort, der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, steht – wenn überhaupt – frühestens 2028 zur Verfügung.
Die Konsequenz: eingeschränkte Trainingssteuerung, reduzierte Intensität und fehlender Wettkampf-Rhythmus. Während Konkurrenten unter regulären Bedingungen arbeiten, wächst der strukturelle Rückstand – Woche für Woche.

Hertha 03 Zehlendorf – Spielstätte blockiert, Training erschwert
Hertha 03 kann das Ernst-Reuter-Sportfeld wegen formaler Auflagen nicht nutzen. Das Ausweichen ins Stadion Lichterfelde löst das Winterproblem ebenfalls nicht. Da keine Rasenheizung vorhanden.
Auch im Trainingsbereich fehlen beheizte Kunstrasenoptionen, um dauerhaft unter professionellen Bedingungen zu arbeiten. Die Folge ist ein struktureller Wettbewerbsnachteil. Mitten im Abstiegskampf.
Mommsenstadion – Die vertane Ausweichlösung
Im Charlottenburger Mommsenstadion existiert eine Rasenheizung. Doch sie ist derzeit offenbar nicht funktionsfähig.
Wäre sie einsatzbereit, hätten zahlreiche der abgesagten Heimspiele dort stattfinden können – als zentraler Ausweichplatz für mehrere Berliner Regionalligisten. Eine funktionierende Anlage hätte zumindest den Spielbetrieb sichern können.
Stattdessen bleibt eine theoretische Lösung ungenutzt. Sie steht sinnbildlich für die Berliner Fußball-Infrastruktur.

Olympia-Bewerbung Berlin – Anspruch und Wirklichkeit
Während über internationale Großereignisse diskutiert wird, stehen im Berliner Regionalliga-Alltag zehn abgesagte Heimspiele, fehlende Rasenheizungen und erhebliche Trainingsdefizite.
Die fünf Regionalligisten kämpfen nicht nur gegen den Winter – sondern gegen strukturelle Defizite, die zunehmend zum Wettbewerbsnachteil werden.
Berlin verfolgt weiterhin das Konzept Berlin+ für eine mögliche deutsche Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele. Eine Entscheidung über eine nationale Kandidatur soll 2026 fallen.
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