2026-04-10T07:15:08.667Z

Ligabericht

Offensiv-Festival in Bretzenheim geht an Hüffelsheim

3:2-Sieg des Aufsteigers +++ Doppelpacks von Ko und Yerima +++ Lob vom Gäste-Trainer für die Mainzer

von Torben Schröder · Heute, 19:07 Uhr · 0 Leser
Wie auch beim 3:1 in der Hinrunde, hatte die SG Hüffelsheim um Ex-Profi Tim Müller (vorne rechts) gegen die TSG Bretzenheim die Nase vorn - auch wenn der Eindruck zwischendurch ein anderer war.
Wie auch beim 3:1 in der Hinrunde, hatte die SG Hüffelsheim um Ex-Profi Tim Müller (vorne rechts) gegen die TSG Bretzenheim die Nase vorn - auch wenn der Eindruck zwischendurch ein anderer war. – Foto: Sebastian Bohr (Archiv)

Man neigt zuweilen dazu, Fußballspiele zu stark vom Ergebnis her zu beurteilen. „Wenn wir das 3:2 schießen, heißt es nachher: Das war eines der besten Spiele der Saison“, wirft Finn Stärz, Cotrainer der TSG Bretzenheim, ein. Tatsächlich aber schossen die Gäste der SG Hüffelsheim den 3:2 (2:2)-Siegtreffer.

Es war die Konsequenz im Zuendebringen der vielen Offensivszenen in diesem sehenswerten Spiel, die den Ausschlag für den starken – und stark besetzten – Verbandsliga-Aufsteiger gab. Was die Chancen angeht, hätte die Partie aus anders herum laufen können.

Johannes Gehrling ließ nach Lukas Fischers Maßflanke frei vor dem Tor die TSG-Führung liegen (15.), legte dann aber für den ungebremst auf Keeper Mark Becker zulaufenden Seungwon Ko das 1:0 auf (17.). Die Hüffelsheimer hielten prompt dagegen. Simon Scherer scheiterte, durch Malik Yerimas Flanke frei gespielt, im direkten Duell mit TSG-Torwart Bastian Rosinus (19.), ehe wiederum der Vorlagengeber es besser machte. Steckpass Nico Najda, Rosinus parierte gegen Yerima, der jedoch den Abpraller versenkte (23.).

Es war ein lebhaftes Spiel zweier Teams, die ihre jeweiligen Ziele mit sauberem Offensivfußball zu erreichen suchten. Die SG spielte den künftigen Basara-Stürmer Johann Frisch zum 2:1 frei (27.), erneut Ko nach starker Gehrling-Drehung stellte auf 2:2 (42.). Zwischendrin hatten SG-Routinier Tim Müller fast von der Mittellinie aus (33.) und auf der Gegenseite Kadir Aygurlu per Schlenzer (34.) Treffer auf dem Fuß.

Ein zweiter Doppelpacker

Ähnlich schwungvoll, wenn auch weitaus wilder und mit weniger klar zu Ende gebrachten Aktionen ging es nach dem Seitenwechsel weiter. Rosinus' nächste Parade entfiel, wiederum nach Steckpass auf Yerima, schon auf Minute 74. Insofern lag Yerimas zweiter Streich, auf Tim Kraffts Flanke hin, in der Luft (76.). Genauso wie das 3:3, doch Lars Frick stolperte eine Flanke aus drei Metern neben das Tor (86.).

„Wir haben über 90 Minuten eine gute Leistung abgerufen“, sagt TSG-Trainer Timo Schmidt, „wir waren mindestens auf Augenhöhe. Ein Unentschieden war allemal drin. Dass einige über Ostern unterwegs waren, hat man dann allerdings auch gemerkt.“ 90 Minuten draufzugehen, kostet gegen einen solchen Gegner Körner, wie Spielertrainer Serdal Günes betont: „Hut ab, ich kann unseren Jungs gar nichts vorwerfen.“

Die SG hat noch Ziele

Es gab durchaus Grund zur Hoffnung, dass die Hüffelsheimer es ruhig angehen lassen. Der Trainer, das ist seit der Winterpause klar, geht nach Saisonende. Die existenziellen tabellarischen Fragen sind längst geklärt. Doch die Hoffnung war vergeblich. Durch ihren Dreier sind die Hüffelsheimer auf einem guten Weg, was das Ziel angeht, das sich Trainer André Weingärtner und seine Spieler gesteckt hatten. Rang vier soll es werden, hinter den drei Aufstiegsaspiranten, Best of the Rest quasi.

Der fünfte Sieg im siebten Spiel dieses Jahres war vor allem ein erspielter. „Wir waren das eine Tor besser“, findet Weingärtner, der ob seiner Rotsperre vom Zuschauerraum aus mitfieberte – in Sichtweite seines Nachfolgers Christian Lüllig. „Das waren zwei Mannschaften, die Fußball spielen wollten und für die Zuschauer ansehnlichen, attraktiven Amateurfußball geboten haben.“

"Emotional, aber fair"

Weingärtner setzt zum Gegner-Lob an: „Bretzenheim sollte so weitermachen. Ich wünsche ihnen, dass sie die Liga halten. Sie haben eine sympathische Herangehensweise, emotional, aber fair. Beide Spiele“, auch das Hüffelsheimer 3:1 in der Hinrunde, „hätten auch anders ausgehen können.“

Abschenken ist nicht. Der scheidende Chefcoach hebt hervor: „Wir sind eine leistungsorientierte Gruppe, wo es gilt, bis zum letzten Spiel das Beste für den Verein zu geben, egal ob man bleibt oder geht. Auf diese hoch professionelle Herangehensweise bin ich stolz.“

TSG Bretzenheim: Rosinus – Japke (83. Frick), Günes, Zeller – Helbach (46. Tasdemir), Balik (68. Leismann), Zimmermann, Fischer – Aygurlu (46. Noory), Gehrling, Ko (75. Koutny).

SG Hüffelsheim: Becker – Balzer, Mörbel, Hermann, Najda (80. Hahn) – Scheick (90.+2 Ludwig), Müller (67. Krafft) – Yerima, Reidenbach, Frisch (79. Lind) – Scherer (88. Keita).