2026-06-03T09:07:03.210Z

Der Spieltag

Oetwil steigt auf - Zweitvertretungen melden sich zurück

2. Liga, Gruppe 1: 23. Runde

von Christian Mathea · Gestern, 22:53 Uhr · 0 Leser
Urdorf schlägt Wiedikon mit 1:3.
Urdorf schlägt Wiedikon mit 1:3. – Foto: Christian Mathea

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Englische Woche mit englischem Wetter - Vollrunde und Spieltag Nummer 23 am Donnerstag Abend mit folgenden Resultaten: Höngg 2 unterliegt Oetwil 1:4, Horgen schlägt Wollishofen 4:0, Red Star 2 besiegt Unterstrass 1:0, Regensdorf trennt sich von Wädenswil 3:3-Unentschieden, Rümlang und Adliswil spielen ebenfalls 3:3, Einsiedeln verliert gegen YF Juventus 2 mit 3:5 und Wiedikon muss sich von Urdorf mit 1:3 geschlagen geben.

Wiedikon scheitert erneut an Urdorf
Tabellarisch lagen FC Wiedikon und FC Urdorf zwar nur zwei Plätze auseinander, doch der Blick auf die Punkte zeigte ein deutlich anderes Bild - neun Zähler trennten die beiden Teams vor dem Anpfiff. Die Historie versprach dennoch Spannung. Die Bilanz der Direktduelle war mit je drei Siegen, drei Unentschieden und drei Niederlagen komplett ausgeglichen.

Im Hinspiel hatte Urdorf mit 3:2 knapp die Nase vorn, ein Resultat, das die Ausgangslage für das Rückspiel zusätzlich würzte. Zwei Mannschaften, die sich gut kennen, statistisch auf Augenhöhe und doch mit klar unterschiedlichen Trends in der Tabelle.



Auch im Rückspiel behielt FC Urdorf die Oberhand. Die Limmattaler setzten sich auswärts mit 1:3 durch und festigten dank ihres zehnten Saisonsiegs den sechsten Tabellenrang. Fürs Heimteam hingegen war es ein bitterer Abend. Die Heuried-Truppe kassiert erst ihre dritte Heimniederlage der Saison und verpasst es zudem, von den Ausrutschern der Konkurrenz - Wädenswil und Adliswil - zu profitieren. Wiedikon bleibt damit auf Rang vier, weiterhin drei Punkte hinter dem zweitplatzierten FC Wädenswil.

Wiedikon muss sich in dieser Saison bereits zum zweiten Mal von Urdorf bezwingen lassen,
Wiedikon muss sich in dieser Saison bereits zum zweiten Mal von Urdorf bezwingen lassen, – Foto: Christian Mathea


Mission completed
Ein echtes Spiel der Gegensätze auf dem Hönggerberg. Schlusslicht SV Höngg 2 empfing den souveränen Tabellenführer FC Oetwil‑Geroldswil. Ein Duell, das allein schon aufgrund der Zahlen klare Rollen verteilte. 36 Punkte trennten die beiden Teams vor dem Anpfiff, dazu kam eine ernüchternde Bilanz aus Höngger Sicht. Gegen den FCOG hatte die Zweitvertretung noch nie einen Sieg feiern können.

Die Ausgangslage war damit eindeutig. Hier der Leader im Aufstiegsmodus, dort ein Gastgeber, der im Tabellenkeller um jedes Lebenszeichen kämpft. Ein Aufeinandertreffen, das sportlich Welten trennte und dennoch seinen eigenen Reiz hatte, weil der Fussball manchmal genau in solchen Konstellationen seine Überraschungen schreibt.

Zunächst deutete wenig auf eine Überraschung hin. Der Favorit FC Oetwil‑Geroldswil stellte früh die gewohnten Kräfteverhältnisse her, als Stefano Marzullo den Leader in Führung brachte. Doch der SV Höngg 2 reagierte umgehend und glich postwendend aus. Zur Pause stand ein überraschendes 1:1 auf der Anzeigetafel. Nach dem Seitenwechsel übernahm der Leader jedoch wieder das Kommando. Patrick Pereira Da Costa, Liga‑Topskorer, traf mit seinem 22. Saisontor zur erneuten Führung. Keine fünf Minuten später erhöhte Leonardo Peterson De Queiroz auf 3:1 und entschied die Partie. Der Treffer von Branko Bankovic in der 84. Minute war bereits Teil der aufkommenden Aufstiegsfeierlichkeiten.

Mit dem zehnten Sieg in Serie macht Oetwil den Aufstieg frühzeitig perfekt und untermauert seine Dominanz eindrucksvoll. Für Höngg hingegen wird die Lage im Tabellenkeller immer prekärer. Der rettende 11. Rang ist inzwischen vier Punkte entfernt.

Limani im Alleingang
Mittelfeldduell zwischen dem Tabellenneunten FC Horgen und dem siebtplatzierten FC Wollishofen. Zwei Teams, die in dieser Saison auf ähmlichem Niveau agieren. Die Formkurve sprach klar für die Gäste, doch die Statistik der bisherigen Ligaduelle wiederum für das Heimteam. Auch das erste Aufeinandertreffen der Saison, ein 2:2‑Remis, hatte gezeigt, wie eng die Kräfteverhältnisse sind. Genau diese Mischung aus aktueller Dynamik und historischer Ausgeglichenheit prägte die Ausgangslage auf dem Weg zu einem weiteren Vergleich.

Der FC Horgen erwischte kurz vor der Pause den perfekten Moment. Engjëll Limani, Horgens Torgarant, brachte sein Team mit seinem 11. Saisontreffer praktisch mit dem Pausenpfiff in Führung. Kaum war der zweite Durchgang angepfiffen, legte der 19‑Jährige nach und stellte in der 48. Minute auf 2:0.

Mit dem komfortablen Vorsprung im Rücken kontrollierten die Seebuben das Geschehen und liessen defensiv nichts anbrennen. In der 85. Minute krönte Limani seinen Auftritt mit dem Hattrick und erhöhte auf 3:0. Den Schlusspunkt setzte Yanis Elmer, der kurz vor Ende zum 4:0 traf. Mit diesem überzeugenden Auftritt klettert Horgen auf Rang acht und rückt bis auf einen Punkt an den FC Wollishofen heran. Ein starkes Statement im Kampf um das Tabellenmittelfeld.

Sebghattullahs Treffer ins Glück
Der FC Red Star 2 hat im Abstiegskampf spürbar Aufwind und wittert plötzlich wieder echte Chancen auf den Klassenerhalt. Mit einem weiteren Erfolg gegen den heutigen Gegner FC Unterstrass wäre sogar der Sprung über den Strich möglich gewesen und gleichzeitig die Chance, Unterstrass selbst in den Strichkampf hineinzuziehen.

Vor der Partie lagen die Gäste noch fünf Punkte vor den Roten Sternen. Die Ausgangslage versprach damit ein Duell, in dem es um weit mehr ging als nur drei Punkte. Es war ein Spiel, das die Kräfteverhältnisse im Tabellenkeller neu ordnen konnte. Die erste Halbzeit bot zwar engagierten Kampf, aber keine Tore. Eine klassische Nullnummer, die den Druck für den zweiten Durchgang weiter erhöhte. Nach 65 Minuten fiel dann der entscheidende Treffer. Sebghattullah Sarabi brachte das Heimteam in Führung und erzielte zugleich das siegbringende 1:0.

In der Schlussphase verteidigte FC Red Star 2 den knappen Vorsprung mit viel Leidenschaft und belohnte sich mit drei enorm wichtigen Punkten. Der Erfolg katapultiert die Roten Sterne wieder über den Strich und reduziert den Rückstand auf den heutigen Gegner FC Unterstrass auf nur noch zwei Zähler. Damit rückt Unterstrass im Saisonendspurt selbst in die Abstiegskampf‑Bredouille, während Red Star seit fünf Spielen ungeschlagen ist.

Red Star gewinnt gegen Unterstrass und ist wieder über dem Strich.
Red Star gewinnt gegen Unterstrass und ist wieder über dem Strich. – Foto: Christian Mathea


Leistungsgerechtes Remis im Topspiel
Der frischgebackene Cupsieger FC Regensdorf bat den Tabellenzweiten FC Wädenswil zum Topspiel der Runde. Ende Oktober hatte Wädenswils Torjäger Siro Sacconi die Partie mit einem Doppelpack entschieden, doch die Rückrunde erzählt bisher eine anderes Kapitel. Regensdorf präsentierte sich in starker Form und holte in den bisherigen neun Spielen einen Punkt mehr als der FCW. Ein Aufeinandertreffen zweier Teams, die sich auf hohem Niveau bewegen und bei denen Kleinigkeiten den Unterschied ausmachen.

Den Gästen gelang der optimale Start in die Partie. Ilir Bakolli verwandelte bereits in der 10. Minute einen Foulelfmeter zur frühen Führung. Doch die Hausherren zeigten sich unbeeindruckt. FCR-Topskorer Bleon Asani glich mit seinem 16. Saisontor aus. In der 37. Minute schlug Regensdorf erneut zu und lag noch vor der Pause wieder in Front.

Nach dem Seitenwechsel folgte der nächste Wendepunkt. Linus Meloni traf kurz nach Wiederanpfiff zum 2:2. Doch Regensdorf fand wie schon zuvor die passende Antwort und stellte nur vier Minuten später auf 3:2. Die Partie blieb turbulent und Wädenswil blieb hartnäckig. In der 84. Minute erzielte Meloni seinen zweiten Treffer und rettete den Gästen das 3:3. Am Ende blieb es beim leistungsgerechten Remis, das tabellarisch keine Veränderungen mit sich brachte.

Ein Punkt der am Ende Gold wert sein kann
Der SV Rümlang rangiert nach wie vor knapp über dem Strich und auch die Rollen vor dem Spiel gegen den FC Adliswil waren sehr klar verteilt. Der FCA hat sich mit einer beeindruckenden Serie bis auf den dritten Tabellenrang vorgearbeitet und ist aktuell das Team der Stunde. In der Rückrunde weisen nur die dominanten Oetwiler eine bessere Bilanz auf.

Auch die jüngste Vergangenheit sprach für die Adliswiler. Das bisher einzige Saisonduell entschieden sie mit 2:1 für sich. Die Ausgangslage versprach damit ein Kräftemessen zwischen einem formstarken Favoriten und einem Aufsteiger, der im Abstiegskampf jeden Punkt dringend benötigt. Am Ende rang Rümlang dem favorisierten FCA tatsächlich einen Punkt ab. Die Partie endete 3:3 und sorgte für einen kleinen Dämpfer beim formstarken Adliswil, das in der Rückrunde dennoch weiterhin ungeschlagen bleibt und seinen dritten Tabellenrang erfolgreich verteidigt.

Für die Zürcher Unterländer hingegen könnte dieser Zähler im Strichkampf noch enorm wertvoll werden. Zwar steht Rümlang aktuell auf dem vorletzten Platz und damit unter dem Strich, doch punktgleich mit dem rettenden Elften, dem FC Einsiedeln. Der Anschluss ist hergestellt und im Abstiegskampf kann genau ein solcher Punkt am Ende den Unterschied ausmachen.

Tavares entscheidet Strichkampf
Strichkampf auf dem Rappenmöösli und die Ausgangslage hätte kaum brisanter sein können. Zwischen Aufsteiger FC Einsiedeln und der Zweitvertretung von YF Juventus lagen vor dem Anpfiff lediglich drei Punkte. Für beide Teams war die Marschrichtung klar. Nur ein Sieg zählt, alles andere würde im Abstiegskampf zu wenig sein.

Einsiedeln ging mit einem kleinen psychologischen Vorteil in die Partie. Die Schwyzer hatten das erste Saisonduell im Juchhof mit 2:0 für sich entschieden und wussten, dass sie YF bereits einmal in einem direkten Strichduell bezwingen konnten. Dazu kam der Heimvorteil auf dem Rappenmöösli, ein Faktor, der in solchen Partien oft den Ausschlag gibt. Die Voraussetzungen waren damit gesetzt für ein Duell, das nicht nur über drei Punkte, sondern über die Tabellenperspektive im Saisonendspurt entscheiden konnte.

Die erste Halbzeit hielt, was das Strichduell versprach. Viel Tempo, viele Chancen und vier Tore. Oliver Borner brachte das Heimteam in der 13. Minute in Front, doch YF Juventus 2 antwortete prompt. Ron Sulejmani glich in der 21. Minute aus, ehe Junior Eyamba die Gäste in der 32. Minute erstmals in Führung schoss. Kurz vor der Pause stellte Rusmir Mujanovic auf 2:2. Ein gerechtes Pausenresultat nach einem offenen Schlagabtausch.

Nach dem Seitenwechsel übernahm YF endgültig das Kommando. Zwischen der 55. und 58. Minute sorgten die Gäste mit einem Doppelschlag für die Vorentscheidung. Lewis Tavares, wie Eyamba aus der 1.-Liga-Mannschaft, schnürte dabei einen Doppelpack und stellte auf 2:4. Kurz vor Schluss erhöhte YF sogar auf 2:5, ehe Jan Auf der Maur in der Nachspielzeit für die Schwyzer noch einmal verkürzte - zu spät, um das Spiel nochmals zu drehen. Mit diesem wichtigen Auswärtssieg setzt YF Juventus ein klares Zeichen im Abstiegskampf und zieht nach Punkten mit FC Einsiedeln gleich. Über dem Strich steht der FCE nur noch dank der besseren Strafpunkte‑Bilanz.

Aufgalopp zum Abstiegskampf - Einsiedeln gegen YF Juventus 2.
Aufgalopp zum Abstiegskampf - Einsiedeln gegen YF Juventus 2. – Foto: Einsiedeln Instagram

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