
Der Ligabetrieb ist zu Ende, der Spielplan hat jedoch neue Pflichttermine bekommen. Das ist aktuell die Situation für die beiden Gladbacher Bezirksligisten 1. FC Mönchengladbach und die SpVg Odenkirchen. Mit dem Sieg am letzten Spieltag zog Odenkirchen in der Tabelle nach Punkten gleich mit dem 1. FC Mönchengladbach und dem ersten Nichtabstiegsplatz: Beide haben nun 33 Zähler im Abschlusstableau. Und das Regelwerk sieht für so einen Fall nun Entscheidungsspiele vor: Am Mittwoch findet in Odenkirchen (20 Uhr) das Hinspiel statt, am Sonntag auf der Anlage des 1. FC das Rückspiel (15 Uhr). Der Sieger bleibt sicher in der Bezirksliga, der Verlierer muss in die Relegation – hat damit jedoch eine weitere Chance auf den Ligaverbleib.
Die Ausgangslage ist unterschiedlich: Während für Odenkirchen die Entscheidungsspiele ein Gewinn sind, hätten die Verantwortlichen beim 1. FC diese Termine gerne vermieden. Mit drei Niederlagen im Saisonendspurt verspielten die Westender allerdings die schon sicher geglaubte Rettung noch auf den letzten Metern. „Wir haben uns das natürlich anders vorgestellt. Es ist bitter gelaufen mit Ausfällen und Verletzungen von Leistungsträgern. Das spielt uns nicht in die Karten. Aber wir haben uns selbst in die Situation gebracht“, sagt der Vorsitzende Timo Wendelen. Am letzten Spieltag gab es eine 1:2-Niederlage gegen TuRa Brüggen.
Odenkirchen geht derweil mit einem Hoch aus drei Siegen in Folge in die Partien. „Die Mannschaft wollte diese Entscheidungsspiele unbedingt und hat alles dafür getan. Wir haben keinen Druck, sondern maximale Vorfreude auf diese Spiele“, sagt Odenkirchens Trainer Simon Sommer. Am vergangenen Wochenende gab es einen 4:2-Auswärtserfolg bei CSV Marathon Krefeld. „Wir sind gut drauf und haben eine super Rückrunde gespielt, die nicht immer einfach war, wenn man sieht, wo wir herkommen. Die Jungs sind fokussiert und heiß“, so Sommer weiter, der die Mannschaft im Winter mit neun Punkten übernahm.
Die zusätzliche Belastung durch die beiden Entscheidungsspiele sieht er nicht als Problem. Schließlich sei der Mannschaft frühzeitig bewusst gewesen, dass sie womöglich nach Liga-Ende noch Relegationsspiele bestreiten muss. Da machen die beiden zusätzlichen Entscheidungsspiele keinen Unterschied, so Sommer: „Wir haben das bereits frühzeitig im Januar intern kommuniziert. Die Urlaubsplanung fällt entsprechend etwas später aus.“
Er kann die Kritik an den Extra-Spielterminen aber nachvollziehen. „In unserer Situation sind die Spiele natürlich gut. Grundsätzlich ist es aber nicht zu befürworten, die Saison für einige Teams für zwei bis drei Wochen zu verlängern. Am 5. Juli beginnt unsere Vorbereitung. Das ist nicht viel Pause.“ Auch Wendelen nennt die zusätzlichen Entscheidungsspiele „unglücklich“ – und sieht Odenkirchen leicht in der Favoritenrolle: „Für uns ist die Situation nicht einfach. Odenkirchen kommt mit dem Schwung aus den letzten Partien. Wir werden aber voller Tatendrang in die Spiele gehen.“
Für den Verlierer gilt immerhin: Der mögliche Gegner in der anschließenden Relegation wird ebenfalls in zunächst zwei Entscheidungsspielen ermittelt – Fortuna Bottrop und der FC Sterkrade (Bezirksliga, Gruppe 5) beendeten die Saison auch punktgleich. Belastungsmäßig ergibt sich damit weder ein Vor- noch ein Nachteil für den möglichen Kontrahenten Odenkirchen oder 1. FC.