
Affolterbach. Der Jubel war groß bei der Spielvereinigung Affolterbach, als im Frühjahr bekannt wurde, dass die Traditionsmannschaft der Frankfurter Eintracht im Odenwald Station macht. Die Affolterbacher hatten sich für die Aktion „Eintracht in der Region“ beworben und als einer von zehn Vereinen den Zuschlag erhalten. Am Mittwoch (2.) ist es nun so weit: Um 18.30 Uhr wird das Freundschaftsspiel gegen die SVA-Soma auf der Peter-Heckmann-Sportanlage angepfiffen.
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Warum ausgerechnet die Eintracht?
Bei der Spielvereinigung Affolterbach sind, so heißt es, die Mehrzahl der Mitglieder Eintracht-Fans. Einer der wenigen, die aus der Reihe tanzen, ist Soma-Leiter Simon Planicka, der es mit dem SV Darmstadt 98 hält.
Ist es der erste Auftritt der Frankfurter im Odenwald?
Nein. Schon 2009 gab die Traditionself ein Gastspiel in Aschbach. Gegner damals: der TSV Gras-Ellenbach, der damit sein Hundertjähriges feierte. Die Eintracht siegte vor 400 Zuschauern mit 7:2. Zuletzt in der Region waren die Frankfurter 2022 in Lorsch (11:1-Sieg vor 1300 Fans) und 2023 in Bickenbach. Das Spiel vor 1500 Zuschauern wurde damals beim Stand von 2:0 aber wegen eines Gewitters abgebrochen.
Wer ist für die Eintracht am Ball?
Über 20 Spieler sind vom Trainerduo Wolfgang Trapp/Andree Wiedener nominiert worden, darunter Größen wie Uwe Bindewald, Rudi Bommer, Maurizio Gaudino, Karl-Heinz Körbel, Ervin Skela, Lothar Sippel, Alexander Meier und Michael Thurk. Bastian Oczipka – er beendete im vergangenen Jahr seine aktive Laufbahn – und Makoto Hasebe sollen ihr Tradionself-Debüt geben. Der Japaner spielte noch bis Sommer bei den Eintracht-Profis, ist aktuell Co-Trainer der U21.
Was setzt der SV Affolterbach dagegen?
Soma-Leiter Frank Planicka hat 22 Akteure auf dem Zettel, alle sind 40 Jahre oder älter. Das ist eine Bedingung der Eintracht, schließlich sind Bommer (67), Gaudino (57) oder Körbel (69), der Leiter der Traditionself, nicht mehr die Jüngsten. Einige der Affolterbacher haben Erfahrung in der Bezirksliga (heute Kreisoberliga) gesammelt, in welcher der SVA 2001/02 spielte.
Das sportliche Ziel?
„Der Spaß steht hier an erster Stelle. Wir wollen als Team auftreten, Chancen herausarbeiten und im besten Fall auch den Torhüter der SGE öfter beschäftigen“, sagt SVA-Pressesprecher Arne Wilhelms, der selbst am Ball sein wird. Aber Obacht: Die Frankfurter sind in allen neun Begegnungen während ihrer „Eintracht in der Region“-Tour ungeschlagen. Die Affolterbacher Soma erreichte Platz vier beim eigenen Egon-Hanekamm-Gedächtnisturnier, ein Freundschaftsspiel gegen die SG Einhausen/Schwanheim ging 1:3 verloren.
Wie viele Karten sind im Vorverkauf über den Tresen gegangen?
Mehr, als Affolterbach Einwohner hat. 1500 Tickets sind abgesetzt worden. Es ist also noch Platz auf der Peter-Heckmann-Sportanlage, die nach Vereinsangaben bis zu 3000 Zuschauer fasst.
Wie schaut es mit Parkmöglichkeiten aus?
Das Angebot um den Sportplatz ist begrenzt. Ordner werden den Verkehrsstrom lenken, kündigt der Verein an. Ob Wiesen wie geplant als Parkflächen genutzt werden können, ist wegen der derzeit öfter auftretenden Regenfälle offen. „Ansonsten kann im ganzen Ort geparkt werden, nur die Einfahrten sollten freigehalten werden“, bittet Wilhelms.
Was geht vor und nach dem Spiel?
Ab 16 Uhr einiges. Die Eintracht-Fußballschule trainiert 40 SVA-Nachwuchskicker, es gibt eine „Eventfläche“ mit Torwand, Schussgeschwindigkeitsmesser und einer Airbrush-Tattoostation. Den Spielball übergibt kurz vor dem Anpfiff um 18.30 Uhr Eberhard Gienger (73) auf spektakuläre Art und Weise. Der ehemalige Kunstturn-Weltmeister fliegt nebst Ball per Fallschirm ein. Nach dem Spiel steigt eine SGE-Fanparty in der benachbarten Halle, wobei die Affolterbacher explizit darauf hinweisen, dass am nächsten Tag Feiertag ist.
Wer leitet die Partie?
Joschka Pfeifer vom FSV Rimbach hat den Zuschlag bekommen. Der 32-Jährige, seit 17 Jahren Schiedsrichter, dürfte der jüngste Akteur auf dem Platz sein. Einer seiner Assistenten ist Thomas Hirschberg, im Nebenberuf stellvertretender Kreisfußballwart.