
Die Weichen für die neue Spielzeit sind gestellt im Regensburger Jugendfußball. Rund 120 Jugendleiter folgten der Einladung zu den beiden Sommertagungen des Kreis-Jugendausschusses, die im Sportheim der TSG Laaber und des SC Regensburg stattfanden. Kreisjugendleiter Sebastian Wasserburger nutzte die Gelegenheit, um mitzuteilen, dass er bei der kommenden Wahl am 19. Januar 2026 aus beruflichen Gründen voraussichtlich nicht mehr zur Verfügung stehen wird.
Dem Jugendausschuss gehören derzeit Sebastian Wasserburger, Stefan Lachner, Armin Strauß und Detlef Staude an. Zwei Positionen sind aktuell vakant. Von den rund 140 Vereinen im Fußballkreis Regensburg nehmen etwa 110 mit Jugendmannschaften am Spielbetrieb teil. Bei der Tagung beim SC Regensburg wurde auch eine besondere Fair-Play-Ehrung vorgenommen: Oscar Soriano-Ruiz vom TSV Kareth-Lappersdorf erhielt eine Auszeichnung für seine Ehrlichkeit. Der 11-Jährige hatte in einem Spiel zugegeben, dass der Ball beim entscheidenden 3:1 nicht vollständig über der Torlinie war.
Sebastian Wasserburger blickte auf die vergangene Saison zurück, gab einige interessante Zahlen an. Insgesamt wurden rund 2800 Jugendspiele ausgetragen. Davon mussten 1429 Spiele (über 50 Prozent) verlegt werden. Es gab 39 Nichtantritte, 32 Mannschaften zogen sich während der Saison zurück. Ein Mal kam das deeskalierende „Stopp-Konzept“ zum Einsatz.
Das Sportgericht bearbeitete 542 Fälle – etwa 140 weniger als im Vorjahr. Neun mündliche Verhandlungen wurden durchgeführt. Sanktionen umfassten die Benennung eines Ordnungsleiters, die Teilnahme an Anti-Gewalt-Kursen sowie Innenraumverbote für Offizielle. Vier besonders gravierende Fälle wurden hervorgehoben: Ein Vater griff einen Trainer tätlich an; beide Trainer einer Partie verhielten sich unsportlich gegenüber einer jungen Schiedsrichterin; ein Spiel musste abgebrochen werden, da ein Spieler einen Schiedsrichter attackierte; ein D-Jugendlicher beging zwei Tätlichkeiten bei einem Hallenturnier – er schlug einen Gegenspieler und würgte später eine Gegenspielerin. Wasserburger appellierte eindringlich: „Lasst uns gemeinsam gegen Unsportlichkeiten vorgehen.“
Eine positive Entwicklung gibt es bei den Mannschaftszahlen. So steigt die Zahl der gemeldeten Jugendmannschaften weiter. Im Vorjahr waren es 570 Teams, aktuell: 602. „Das sind sehr erfreuliche Zahlen. In der Oberpfalz sind wir Vorreiter“, so Wasserburger.
Eine neue Struktur gibt es im Bereich der Kreisklassen und der Entwicklungsliga. Das Pilotprojekt zur Einführung von Kreisklassen wurde sehr gut angenommen. Ab der neuen Saison gibt es durchgängig Kreisklassen von der D- bis zur A-Jugend, wodurch der Übergang von der Kreisliga zur Gruppe erleichtert wird. Acht Teams bekundeten Interesse an der neuen Entwicklungsliga für E-Junioren. Das Pilotprojekt unter Bezirksjugendleiter Heinz Zach sieht verschiedene Spielformen vor – vom 3-gegen-3 bis zum 7-gegen-7.
Ein weiteres Thema bei den Sommertagungen waren die Änderungen ab der Saison 2026/27. Ab dann wird es in der Herbstrunde keine feste BOL mehr geben. Stattdessen qualifizieren sich die sechs Kreisliga-Meister für die Frühjahrsrunde in der BOL, die nach Saisonende wieder aufgelöst wird. Grund sind logistische Herausforderungen und die geringe Zahl geeigneter Mannschaften. Neu ist auch: Juniorinnen des jüngeren Jahrgangs dürfen künftig eine Altersklasse tiefer bei Jungen-Teams mitspielen – von der F- bis zur B-Jugend.
Der nächste Kreistag findet am 19. Januar 2026 in Regenstauf statt. Kreisjugendleiter Wasserburger rief die Vereine auf, ihr Stimmrecht zu nutzen und frühzeitig Anträge einzureichen. Ein Antrag liegt bereits vor: Die Einführung einer technischen Zone bei allen Jugendspielen. Abschließend gab Wasserburger bekannt, dass er sowie Armin Strauß und Stefan Lachner nicht erneut kandidieren werden. „Bei mir sind es vor allem berufliche Gründe – eine zeitintensive Weiterbildung steht an.“ Damit sind neben Detlef Staude fünf Positionen im Jugendausschuss für die Amtsperiode 2026 bis 2030 neu zu besetzen.
