2026-01-09T09:36:09.492Z

Allgemeines
Die Köpfe des Oberpfälzer Schiedsrichterwesens um den alten und neuen Bezirks-Obmann Markus Weigert (Vierter von rechts).
Die Köpfe des Oberpfälzer Schiedsrichterwesens um den alten und neuen Bezirks-Obmann Markus Weigert (Vierter von rechts). – Foto: Andreas Allacher

Oberpfalz: 1864 Schiedsrichter & zwei neue Kreis-Obmänner

Markus Weigert wurde als Bezirks-Obmann wiedergewählt, Florian Islinger, Thomas Gebele und Markus Pongratz als Kreis-Schiedsrichterobmänner

Markus Weigert bleibt Bezirks-Schiedsrichterobmann. Die Vertreter der sechs Schiedsrichtergruppen im Fußballbezirk Oberpfalz bestätigten ihn bei der turnusgemäßen Neuwahl in Klardorf mit einem großen Vertrauensbeweis einstimmig im Amt, so dass er seine Arbeit – mit den ihm erneut zur Seite stehenden Beisitzern Roman Solter und Philipp Götz – fortsetzen kann.

Im Vorfeld der Wahl des Bezirks-Obmanns fiel die Entscheidung über die drei Kreis-Schiedsrichterobleute. Während im Kreis Regensburg Florian Islinger im Amt bleibt, wechselte dieses Amt in den beiden anderen Kreisen – wie seit einigen Wahlperioden üblich – an die Nachbargruppe: Im Kreis II von Weiden nach Amberg und damit an Thomas Gebele, im Kreis III von Schwandorf nach Cham und damit an den neuen Obmann Markus Pongratz.

Zum Auftakt der Bezirks-Schiedsrichterhauptversammlung hatten Bezirks-Vorsitzender Thomas Graml und Dr. Michael Völk vom Verbands-Schiedsrichterausschuss das erfolgreiche Engagement an der Bezirksspitze und an der Basis für die derzeit 1864 Schiedsrichter in der Oberpfalz gewürdigt. Dabei unterstrich Graml, dass die Oberpfalz als kleinster Fußballbezirk Bayerns bei den Schiedsrichtern auf Verbandsebene überproportional vertreten sei, weil die jungen Talente im Bezirk hervorragend auf ihre Aufgaben in den höheren Ligen vorbereitet würden. Der Bezirks-Schiedsrichterausschuss habe nach seiner Wahl vor vier Jahren „neue Ideen umgesetzt und neue Strukturen erfolgreich etabliert“. Diesem Lob schloss sich auch Michael Völk an: Geänderte Herausforderungen einer immer kurzlebigeren Zeit erforderten den Mut, neue Wege zu gehen, ohne „Dauerbrenner“ wie die Ausbildung und Förderung von Talenten zu vernachlässigen. Der Verbands-Schiedsrichterausschuss habe deshalb in Abstimmung mit den Bezirken eine Agenda 2030 auf den Weg gebracht.

Bezirksobmann Markus Weigert erinnerte in seiner Bilanz an zahlreiche Neuerungen, mit denen man vor vier Jahren in die erste Amtszeit gestartet war. Wie den neuen Beobachtungsbogen, das überarbeitetes Förderkonzept mit Einführung von Bezirksliga-Anwärtern, regelmäßige Schiedsrichterinnen-Treffen, eine Abschlussklausur mit den Gruppen-Obleuten samt Erstellung eines gemeinsamen Terminplans und die Installation einer Bezirks-Vertrauensschiedsrichterin. Dazu wurden weitere „neue äußere Einflüsse“ wie fünf Auswechslungen, die Zehn-Minuten-Strafe, die Abschaffung der Papierspielerpässe, die Änderung der Anrechenbarkeit der Schiedsrichter für ihre Vereinen mit nun mindestens zwölf Spielen und vier Lehrabendbesuchen pro Jahr sowie die Einführung von Stopp-Konzept und Kapitänsdialog erfolgreich umgesetzt.

Keine Probleme habe man im Bezirk mit der Meldekette bei Rassismus, Diskriminierung oder Gewalt. Das Stopp-Konzept musste in der Oberpfalz „keine 20 Mal“ angewandt werden, berichtete Weigert, und dann zeigte es unmittelbar Wirkung. Seit 2024 werde von den Beobachtern und Neulingspaten ein erweitertes Führungszeugnis eingefordert.

Die Oberpfalz konnte nach einem Tiefpunkt in der Nach-Corona-Zeit mit nur mehr 1695 Schiedsrichtern deren Zahl wieder auf aktuell 1864 steigern – wobei auch eine Spesenanpassung half, das Hobby attraktiver zu machen. 30 Oberpfälzer pfeifen in Spielklassen oberhalb der Bezirksliga; auch die Zahl der Beobachter im DFB-Bereich wurde auf fünf gesteigert. Deutlich nach oben ging nach Corona auch wieder die Anzahl der insgesamt im Bezirk geleiteten Spiele, nämlich auf 19.291, wobei der Junioren- und Frauenbereich sowie die Assistenten-Tätigkeit die größten Steigerungsraten aufwiesen. Insgesamt habe der Bezirks-Schiedsrichterausschuss laut Weigert in den abgelaufenen vier Jahren rund 50 Lehrgänge und andere Veranstaltungsangebote abgehalten.

Mit einem Präsentkorb und Dankesworten würdigten die Schiedsrichter das langjährige Engagement als Obmänner von Willi Hirsch (Weiden) und Karl-Heinz Späth (Cham), die bei den Wahlen in ihren Schiedsrichtergruppen nicht mehr für eine weitere Amtszeit kandidierten. Nach der Wiederwahl gab Bezirksobmann Markus Weigert bekannt, dass er mit dem gleichen Team und der gleichen Aufgabenverteilung im Bezirks-Schiedsrichterausschuss weiterarbeiten will, nämlich mit Roman Solter als Einteiler, Philipp Götz als Verantwortlichen für die Förderung und Lisa Schmidl als Bezirks-Vertrauensschiedsrichterin.


Spielkreis Regensburg

Kreis-Schiedsrichterobmann im Fußballkreis Regensburg bleibt Florian Islinger. Einstimmig wurde er im Amt bestätigt. In seinem Rechenschaftsbericht sprach Islinger von einer harmonischen Zusammenarbeit der beiden Gruppen Regensburg und Parsberg, die beide in der Nach-Corona-Zeit kräftig an Mitgliedern zulegen konnten: Regensburg von 415 im Januar 2022 auf 522 im November 2025 und Parsberg im gleichen Zeitraum von 154 auf 190 Schiedsrichter. Somit hat der Kreis aktuell 712 Referees, wovon 501 aktiv sind. Dieser Aufwärtstrend ist auch das Ergebnis einer intensiven Ausbildungsarbeit: 163 Neulinge verzeichnete die Gruppe Regensburg, immerhin 51 waren es in Parsberg. Die Sollzahl der Kreisliga-Schiedsrichter wurde neu auf 35 festgelegt, die Kriterien für den dazugehörenden Leistungslehrgang inklusive Förderkader angepasst. Als neuen Kreis-Futsal-Beauftragter konnte man Saif Fekih gewinnen.


Spielkreis Amberg/Weiden

Neuer Kreis-Schiedsrichterobmann im Fußballkreis Amberg/Weiden ist Thomas Gebele. Einstimmig wurde er von den neuen Führungsteams der Gruppen Amberg und Weiden zum Nachfolger von Willi Hirsch gewählt. Seit der letzten Kampfabstimmung im Jahr 2010, so erinnerte Kreisvorsitzender Albert Kellner, funktioniere der vereinbarte Wechsel im Amt des Kreis-Schiedsrichterobmanns sehr gut. Somit ist die neue Aufgabe für den langjährigen Amberger Schiri-Boss kein Neuland. „Stress bei Spielleitungen“ habe es mit den eigenen Schiedsrichtern kaum gegeben, sagte Kellner.

Der bisherige Kreis-Schiedsrichterobmann Willi Hirsch, der auf Gruppenebene nicht mehr für eine weitere Amtszeit kandidiert hatte, sprach von einem „lobenswerten Miteinander zwischen den beiden Gruppen Amberg und Weiden.“ Wenn es einmal mit den Besetzungen von Spielen eng wurde, hätten sich die Gruppen gegenseitig vorbildlich ausgeholfen. Entsprechend der bisherigen Gepflogenheiten einigte man sich darauf, dass die Geschäfte des Kreis-Schiedsrichterobmanns bis zum Saisonende von der Gruppe Weiden geführt werden, was auch ein Vertrauensbeweis für deren neuen Obmann Andreas Stolorz ist. Der Amberger Schiri-Chef und neue Kreis-Schiedsrichterobmann Thomas Gebele bestätigte im Rückblick die harmonische Zusammenarbeit und kündigte für die Zukunft eine Kreis-Schiedsrichterausschusssitzung an, um sich gegenseitig kennenzulernen.


Spielkreis Cham/Schwandorf

Neuer Kreis-Schiedsrichterobmann im Fußballkreis Cham/Schwandorf ist Markus Pongratz. Auch er wurde einstimmig von den neuen Führungsteams der Gruppen Cham und Schwandorf, die seit einigen Wahlperioden dieses Amt im Wechsel ausführen, zum Nachfolger von Stefan Mehrl gewählt. Mehrl sprach von einer harmonischen Zusammenarbeit der beiden Gruppen Cham und Schwandorf, die in den vergangenen vier Jahren stabile Mitgliederzahlen vorweisen konnten. Cham hat in dieser Saison 221, Schwandorf 231 Schiedsrichter. Dennoch hat sich die Situation aus der Corona-Zeit, als man viele B-Klassen-Spiele nicht mehr mit neutralen Schiedsrichtern besetzen sowie für Kreisliga-Partien keine Gespanne stellen konnte, in den letzten vier Jahren kontinuierlich verbessert – bis hin zu einer Quote von hundert Prozent besetzter Spiele.

Die Zahl der Schiedsrichter des Kreises in den oberen Spielklassen hat sich nahezu nicht verändert. Beide Gruppen hielten jedes Jahr mindestens einen Neulingslehrgang ab. Die Teilnehmerzahl lag zwischen fünf und 20, doch viele sind trotz eines gut ausgearbeiteten Patensystems nicht übrig geblieben. Seinem Nachfolger als Kreisobmann, Markus Pongratz, der in der Gruppe Cham mit einem deutlich verjüngten Team das Erbe von Karl-Heinz Späth angetreten hat, gab Mehrl mit auf den Weg, das gruppenübergreifende „Vereinsleben“ wie das gemeinsame Sommerfest weiter auszubauen sowie junge Nachwuchsschiedsrichter zu fördern und bei der Stange zu halten.

Aufrufe: 012.1.2026, 16:00 Uhr
RedaktionAutor