Jürgen Kost ist nicht mehr Sportvorstand der Würzburger Kickers.
Jürgen Kost ist nicht mehr Sportvorstand der Würzburger Kickers. – Foto: Florian Würthele

Oberpfälzer Jürgen Kost tritt bei den Würzburger Kickers ab

Entwicklung der letzten Zeit ausschlaggebend: Der Drittliga-Absteiger und sein erfolgreich arbeitender Sportvorstand gehen getrennte Wege

Ein Paukenschlag mit Ansage. Inmitten der Vorbereitung auf die Restsaison tut sich bei den Würzburger Kickers, als Tabellenzweiter der Regionalliga Bayern aussichtsreich platziert im Rennen um den zur Aufstiegsrelegation berechtigten ersten Platz, eine Baustelle auf. Der aus Neustadt an der Waldnaab stammende Jürgen Kost hat am Montagmittag als Sportvorstand hingeschmissen. Und kam damit dem Verein zuvor, der das Kost-Aus erst mit einem Tag Verzögerung kommunizierte. Auf den ersten Blick ging die Trennung urplötzlich vonstatten, nachdem der 57-jährige Oberpfälzer erst vor einem Dreivierteljahr in der Mainfrankenmetropole vorgestellt worden war.

Ungewöhnlich ist die Art und Weise, wie die Neuigkeit am Montag an die Öffentlichkeit gelang. Bevor die Würzburger Kickers agieren konnten, riss Kost selbst die Hoheit der Verkündung seines Abschiedes an sich. In einem öffentlich einsehbaren Beitrag innerhalb einer Facebook-Gruppe der „Kickers“ teilte Kost mittags mit, dass er „aufgrund interner Veränderungen“ schweren Herzens seinen Rücktritt als Vorstand Sport bekanntgebe. An die Presse ging erst Tags darauf die Meldung, dass Kost „den Aufsichtsrat der FC Würzburger Kickers AG und den Vorstandsvorsitzenden Benjamin Hirsch am Montag darüber informiert hat, dass er sein Amt als Vorstand Sport mit sofortiger Wirkung niederlegen wird“.

Jürgen Kost bildete mit dem technischen Leiter Bernd Heinisch aus Amberg – dieser bleibt an Bord – quasi ein Oberpfälzer Duo in der Funktionärsriege des Viertligisten und war früher 18 Jahre lang als Scout für den FC Arsenal London tätig. Vergangene Saison verzeichnete er ein nur zehn Ligaspiele andauerndes Kurzintermezzo beim 1. FC Schwarzenfeld in der hiesigen Bezirksliga Nord. Während seiner Amtszeit als Sportvorstand der Würzburger Kickers krempelte Kost den „Laden“ nach dem Drittligaabstieg gemeinsam mit Sportdirektor Sebastian Neumann, verleite dem Kader ein neues Gesicht. Und das war von Erfolg gekrönt: Die Kickers spielen nach einem etwas wackligen Saisonstart mittlerweile berauschenden Offensivfußball (71 Tore in 23 Spielen) und sind auf Tuchfühlung mit dem Erstplatzierten SpVgg Unterhaching.

Warum also nun das abrupte Aus? Nun, darüber lässt sich im Grunde nur spekulieren. Gegenüber den Oberpfalz-Medien bringt Jürgen Kost etwas Licht ins Dunkle, erklärt, dass sich „wohl künftig die Bedingungen für ihn geändert“ hätten, seitdem auf Gesellschafterebene Veränderungen aufgetreten seien. Die Firma Flyeralarm hatte kurz vorm Jahreswechsel die 49 Prozent Anteile an der Profifußball-AG der Kickers abgetreten – welche sich Dominik Möhler, Chef des Gesundheitsreisespezialisten Akon, unter den Nagel gerissen hatte. Ohne ins Detail gehen zu können, spricht Kost davon, dass ihm die darauffolgende Entwicklung nicht gefallen hätte. Es ist zu mutmaßen, dass sich Kosts Aufgabengebiet verändert hätte. Auch von etwaigen (finanziellen) Einsparmaßnahmen ist die Rede.

Auf alle Fälle hat Jürgen Kost an der Rolle des sportlichen Verantwortlichen Gefallen gefunden in Würzburg und kann sich das auch für die Zukunft vorstellen. Angebote dürften nicht ausbleiben nach seiner erfolgreichen Arbeit in Franken. Bei den Kickers ist bereits eine Lösung gefunden. So wird Sportdirektor Sebastian Neumann die Aufgaben von Kost in der Zukunft übernehmen, wie Michael Grieger, der Aufsichtsratsvorsitzende der FC Würzburger Kickers AG, in einer Pressemitteilung informiert.

Aufrufe: 025.1.2023, 12:00 Uhr
Florian WürtheleAutor