Elegant am Ball: Pfeddersheims Berke Yücel (weißes Trikot) tanzt in dieser Derby-Szene den Waldalgesheimer Torschützen zum 1:0,  Oliver Schmitt aus.
Elegant am Ball: Pfeddersheims Berke Yücel (weißes Trikot) tanzt in dieser Derby-Szene den Waldalgesheimer Torschützen zum 1:0, Oliver Schmitt aus. – Foto: pakalski-press / Christine Dirigo

Oberliga: Geht doch! Alemannia gewinnt

Alemannia Waldalgesheim gewinnt Rheinhessen-Derby bei der TSG Pfeddersheim mit 3:0

PFEDDERSHEIM/WALDALGESHEIM. Na also, es geht doch. Im vierten Auswärtsspiel konnte die Truppe von Marcel Fennel den Bock umstoßen. Der 3:0-Erfolg bei der TSG Pfeddersheim war hochverdient, geriet nur selten in Gefahr. Die Alemannia hat ihre erste Sechs-Punkte-Partie im Kampf um die Aufstiegsrunde der Oberliga erfolgreich bestritten. Der Trainer war zufrieden. „Wir haben mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht“, sagte er.

Pfeddersheim
0:3
SV Alemannia Waldalgesheim

Kapitän Özer verletzt

Cool bleiben und mutig sein. Diese Losung hatte Fennel fernab von taktischen Maßnahmen vorab ausgegeben. Und daran hielt sich seine ersatzgeschwächte Mannschaft, die kurzfristig nicht nur auf Elias Pfenning (krank), sondern auch auf Can Özer verzichten musste. Der Kapitän und Sturmführer hatte sich im Abschlusstraining am Knie verletzt. Der schlechten Nachrichten noch nicht genug: Nach 37 Minuten musste Yudai Baba mit Bänderproblemen im Fußgelenk raus.

Dreimal Einwurf, einmal Tor

Dreimal konnte die TSG den Ball zum Einwurf klären, dann klingelte es bereits hinter Keeper Sören Pätzold. Serdal Günes' Wurf in den Strafraum bekam die Abwehr nicht geklärt, und Oliver Schmitt versenkte das Leder per Scherenschlag aus 16 Metern volley in den Winkel. Traumtor! „Ich hab in meinem ganzen Leben noch kein so schönes Tor gemacht“, war der Schütze nach Abpfiff noch wie im Rausch. Zumal er zum Matchwinner wurde, im zweiten Abschnitt eine Freistoß von Fabio Schmidt für den machtlosen Pasquale Patria von der eigenen Torlinie köpfte. Einziges Problem: Keine Kamera hatte Tor und Rettungstat aufgezeichnet.

Für die beiden weiteren Treffer war Niko Neal zuständig. Er spritze in einen viel zu kurz geraten Rückpass, umkurvte Pätzold und schob locker ein (11.). Mit dem dritten Schuss auf das TSG-Gehäuse insgesamt sorgte er nach einer halben Stunde bereits für die Vorentscheidung. Nils Gräff nahm es gegen drei Kontrahenten auf, seinen Pass in die Gasse legte Baris Yakut ideal vor, und der 19-Jährige schnürte aus kurzer Distanz ohne Probleme seinen ersten Doppelpack im Aktivenbereich (31.).

Intensität der entscheidende Faktor

„Wir haben es lange Zeit verstanden, den Gegner in dessen erster und unserer letzten Reihe unter Druck zu setzen.“ Fennel wusste, dass seine Elf das Beste aus der Situation gemacht hatte, erstmals in der Saison über die komplette Spielzeit große Intensität zeigte und absolut fokussiert agierte. Natürlich habe der Alemannia die frühe Führung in die Karten gespielt. „Danach haben wir aber relativ wenig zugelassen“, so der 37-Jährige. Die TSG hatte zwar ihre Chancen, scheiterte aber entweder an Patria oder am eigenen Pech. Präsenter und zielstrebiger blieb die Alemannia, die in der Schlussphase einige Konterchancen vergab.

TSG-Trainer Daniel Wilde hatte die vielen Ballverluste seiner Mannschaft im eigenen Abschnitt als Hauptgrund für das 0:3 ausgemacht. Chancen hatten die Hausherren zweifellos. Nachdem Berke Yücel (31.) zweimal binnen Sekunden an Patria gescheitert war, Neal im direkten Gegenzug auf 0:3 stellte, war die Begegnung vorentscheiden. Mit dem Heimspiel gegen den FV Engers am kommenden Samstag (15.30 Uhr) wartet die nächste richtungsweisende Partie auf die Alemannia.

Alemannia: Patria – Kishi, Haas, Braun, Günes – Schmitt (80. K.Ludwig), Baba (37. Platten) – Gräff, Yakut, Neal – Wheeler (88. Brach)



Aufrufe: 018.9.2022, 19:30 Uhr
Jochen WernerAutor