2026-04-23T13:43:33.969Z

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Oberliga: Gau-Odernheim kurz vorm Ziel

Fünf Spieltage vom Saisonende hat sich der TSV Gau-Odernheim in eine sehr günstige Position in Sachen Klassenverbleib gebracht +++ Der Oberligist braucht nur noch einen Sieg

von Claus Rosenberg · Heute, 20:14 Uhr · 0 Leser
Felix Schrod ist der Shooting-Star beim TSV Gau-Odernheim (links). Gegen Diefflen schoss der 19 Jahre alte Abwehrspezialist sogar den Siegtreffer.	Foto: Marc Braner/pakalski-press
Felix Schrod ist der Shooting-Star beim TSV Gau-Odernheim (links). Gegen Diefflen schoss der 19 Jahre alte Abwehrspezialist sogar den Siegtreffer. Foto: Marc Braner/pakalski-press

Gau-Odernheim. Luca Dietrich und Felix Schrod fielen sich am schnellsten in die Arme. Da zeigte die Spieluhr gerade die 65. Spielminute. Augenblicke vorher hatte Schrod einen Freistoß von Dietrich akrobatisch zum 1:0 ins Netz des FV Diefflen gewuchtet. Längst überfällig – der TSV Gau-Odernheim hatte sich dieses schöne Tor schon lange verdient.

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Und die Mannschaft rettete diesen knappen Vorsprung mit großer Leidenschaft über die Zeit. Als diese Begegnung des 29. Spieltags in der Fußball-Oberliga abgepfiffen wurde, atmete der ausgewechselte und bereits auf der Tribüne sitzende Aki Dimitrijevic tief durch. "Das war so gut wie sicher der Klassenverbleib", meinte der Stürmer und gesellte sich zu seinen glückseligen Gefährten. Die waren von dieser schweren Drei-Punkte-Geburt geschafft.

TSV Gau-Odernheim optisch überlegen

90 Minuten hatten sie sich reingehängt. "Kämpfen, kämpfen, kämpfen" – so habe er, der Torschütze Felix Schrod, diese über weite Strecken sehr zähe Partie erlebt. Diefflen startete stark. Aber schon nach einer Viertelstunde hatte der TSV Gau-Odernheim die Kontrolle übernommen. Die offensive, aber kraftraubende Verteidigung zahlte sich aus.

Mehrere Halbchancen verpufften im ersten Abschnitt. Nach dem Wechsel steigerte sich der TSV auch im Angriff spielerisch. Die typische Lösung: Ein Heber über die gegnerische Abwehr auf einen Angreifer, der in den Strafraum spurtete. Im ersten Versuch scheiterte Leart Rexhepi nach Traumpass von Noah Juricinec. Der zweite entstand aus Dietrichs Freistoß und hatte dank des robusten Einsatzes von Schrod Erfolg. So hätte auch das 2:0 fallen können – nach einer begeisternden Stafette über vier Stationen scheiterte Hannes Zundel unglücklich am Keeper Kai Zahler.

Deshalb wurde es in der Schlussphase doch noch spannend. Die Gäste spielten Powerplay, der TSV hielt dagegen. Und hatte Daniel Diel. Bis dahin kaum gefordert, verteidigte er das 1:0 durch eine tolle Parade. Tief ins linke Eck musste er abtauchen, um Berdan Gürclüs Fernschuss zu entschärfen.

Felix Schrod der Mann des Tages

In dieser Phase offenbarte sich, warum der Abstiegskonkurrent aus seinen letzten vier Spielen zehn Punkte holen konnte. Eben deshalb waren die Gau-Odernheimer mit Respekt aufgelaufen. Die Bedeutung dieser Partie war wichtig, wenn der Aufsteiger seine erste Saison in der Oberliga überstehen wollte. Entsprechend hoch war der Druck, reflektierte ein überglücklicher Trainer Florian Diel. Für ihn war "es ein geiles Spiel, in dem wir so erwachsen spielten". Das heißt geduldig, beharrlich und – gegen sehr erfahrene Gegenspieler – hoch effizient in den Zweikämpfen.

Beispielhaft für die sensationelle Leistung strich der Coach Felix Schrod raus. Gerade erst 19 Jahre alt, nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Jakob Friedrich in die Rolle des Abwehrchefs gerutscht, stand der Sportstudent hinten seinen Mann. Und sorgte vorne für den entscheidenden Treffer. Das bewegte den Coach hoch emotional. Der Shooting-Star in den Reihen des TSV indes stellte fest: "Wir haben den Sieg heute mehr gewollt als der Gegner". Wahre Worte - eine gute Stunde lang erweckte der FV Dieflen nicht den Eindruck, als wolle er einen Dreier einfahren. Dabei brauchte er den deutlich dringender als die Petersberg-Elf, wenn es noch was mit dem Klassenbleib werden soll.

Zugleich freute Diel, dass der Klassenverbleib für die Petersberger nun zum Greifen nah ist. "42 Punkte sind nötig, 39 haben wir. Nun brauchen wir aus fünf Spielen nur noch einen Sieg - eine hervorragende Ausgangsposition". Konkret könnte die Marke kommende Woche im letzten Auswärtsspiel beim SC Idar-Oberstein (17.) geknackt werden. Oder in den folgenden Wochen, alle daheim, gegen den SV Auersmacher (10.), FC Emmelshausen-Karbach (5.), Hertha Wiesbach (6.) oder FV Dudenhofen (15.).

Der hochverdiente Sieg der Gau-Odernheimer über den FV Dieflen reiht sich in die Serie von starken Spielen ein. Dem sensationellen 2:2 beim 1. FC Kaiserslautern II, damals Spitzenreiter, folgten der Kantersieg über Cosmos Koblenz und die Niederlage beim Tabellenführer FK Pirmasens. Auch in der Westpfalz bekam der TSV sehr gute Kritiken, obwohl die Punkte ausblieben.