
Worms. Zwei Punkte gegen Karbach verspielt, zwei Punkte in Koblenz „erduselt”. Die Fußballer des VfR Wormatia Worms sind in der Oberliga vor dem Heimspiel gegen Aufsteiger Sportfreunde Eisbachtal (Samstag, 14 Uhr) weiter im Soll. Das Ziel der Mannschaft, in der Liga einen Zwei-Punkte-Schnitt zu haben, geht also bislang auf. Sieben Spiele, 14 Punkte. Nicht ganz im Soll sind die Wormaten hingegen, wenn man demselben Maßstab bei den Heimspielen in der EWR-Arena folgt (drei Spiele, fünf Punkte). Den einzigen Heimsieg der Runde feierten sie gegen das Spitzenteam Schott Mainz (3:2). Gegen die Mannschaften aus Diefflen und Karbach sprang jeweils „nur” ein Punkt raus. Die andere Kehrseite der Medaille: Zuhause ist die Wormatia in dieser Saison noch ungeschlagen.
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Nun soll aus Wormser Sicht auch in den Heimspielen die Zwei-Punkte-Marke her. Aber vor allem, wenn es nach Interimschefcoach Benny Früh geht, eine Siegesserie. „Wenn wir nach dem Sieg in Koblenz nicht mit einem Dreier nachlegen, ist der Dreier für uns nicht mehr Gold wert. Außerdem wollen wir natürlich nicht die ganze Saison ein Auf und Ab erleben.” Mit dem Spiel der Mannschaft in Koblenz war der Coach nicht unzufrieden: „Wir haben nicht schlecht gespielt, Koblenz war auch einfach gut. Für uns war wichtig, auch mal so ein Spiel, in dem wir nicht die bessere Mannschaft waren, zu gewinnen.”
Negativer Aspekt des Auswärtsdreiers: die Verletzung von Abwehrspieler Illar Bocar Sy, der nach seinem späten Sommertransfer aus Frankreich in die Nibelungenstadt zuletzt seine ersten Oberliga-Minuten sammelte. „Er hat eine muskuläre Verletzung in der Wade und wird erstmal fehlen”, erklärt Früh, der in der Trainingswoche auf weitere Spieler zunächst verzichten musste. Pascal Nicklis und Jan Dahlke verpassten die halbe Trainingswoche (beide krank). Der Einsatz von Talha Baylan (Faserriss) ist auch vor der Heimaufgabe gegen Eisbachtal fraglich. Definitiv fehlen wird weiter Luca Jensen (Achillessehne) – Mert Özkaya dürfte nach einer erlittenen Blessur im Koblenz-Spiel hingegen wieder rechtzeitig fit sein. „Es gibt in der aktuellen Situation keinen Grund, sich verrückt zu machen”, sieht Früh die noch unsicheren Personalfragen entspannt. „Dafür haben wir ja einen großen Kader.”
Und inzwischen eben auch die nötigen Optionen auf der Bank. In Koblenz avancierte Wormatia-FSJler Jamal Willrich mit seinem Jokertor zum Matchwinner. Die Umstellung auf zwei Spitzen (Erijon Shaqiri neben Dahlke) erwies sich ebenso als künftige mögliche Variante, wie der Einsatz von Ivan Smiljanic als Linksverteidiger (Früh: „Wir brauchten ihn da gegen die schnellen Koblenzer Außenbahn-Spieler”). Nach der Sy-Verletzung dürfte Smiljanic gegen Eisbachtal aber dennoch wohl wieder ins Zentrum rücken. Zumal Früh sagt: „Mit Jonathan Kap und Jonah Arnolds haben sie gute fußballerische Qualität in ihrem Angriff.” Nichtsdestotrotz dürften die Wormaten auf einen abwartenden Gegner treffen. Trotz vier Pflichtspielsiegen in Folge. „Sie haben eine gute Serie und sind der Aufsteiger, der die Euphorie aus dem Sommer am längsten beibehalten hat”, geht Früh von einer schweren Aufgabe für den VfR auf. „Sie haben nichts zu verlieren und für sie ist die Auswärtspartie in Worms sicher ein Highlight-Spiel der Saison.” Und die Wormatia? Die ist klarer Favorit und hat mehr Druck. Denn: Bei einer Niederlage wäre, zumindest kurzzeitig, der Zwei-Punkte-Schnitt futsch.