2025-12-03T05:51:34.672Z

Allgemeines
– Foto: Nico Schoch

"Ob unverdient oder glücklich interessiert morgen keinen"

Die TSG Backnang verabschiedet sich mit einem knappen 2:1-Sieg in die Winterpause.

Die TSG Backnang verabschiedet sich mit einem 2:1-Auswärtssieg beim FSV Hollenbach in die Winterpause – ein Ergebnis, das der Mannschaft nach fordernden Wochen spürbar Rückenwind gibt. Die Partie war eng, intensiv und von knappen Kippmomenten geprägt; am Ende entschied ein später Treffer die Balance. In einem Spiel mit zwei unterschiedlichen Halbzeiten überzeugte Backnang vor allem mit Widerstandskraft und einer stabilen Reaktion auf Druckphasen. Der Dreier hebt die TSG in der Tabelle auf 22 Punkte und verschafft ein wenig Luft in einem dichten Feld.

Rahmen und Bedeutung
Auf schwerem Geläuf und vor 150 Zuschauern leitete Schiedsrichterin Selina Menzel eine Begegnung, in der jeder Zweikampf zählte. Für die TSG war es das letzte Pflichtspiel vor der Winterpause – entsprechend hoch war die Bedeutung der Zweikämpfe, der Standards und der Restverteidigung. Trainer Mario Marinic fasste den emotionalen Kern unmittelbar nach dem Abpfiff zusammen: „Die Jungs haben sich endlich für ihren Aufwand belohnt.“ Der Sieg sei wichtig „für die Mannschaft und den ganzen Verein“, und: „Ich habe einige Steine purzeln hören.“ In der Tabelle rangiert Backnang nun mit 22 Zählern im unteren Mittelfeld.

Spielverlauf und Kippmomente
Die Chronologie des Abends zeigt die Enge: Zunächst hatte die TSG schon in der ersten Minute die große Chance – „in der ersten Minute die Riesenmöglichkeit durch Sebastian Gleißner zur Führung“, dann traf Flavio Santoro in der 26. Minute zum 0:1. Nur eine Minute später glich Hannes Scherer (27.) aus. Lange blieb es beim 1:1, ehe Kapitän Julian Geldner in der 84. Minute das 1:2 markierte. Marinic’ nüchterne Einordnung des Musters: „Es waren zwei grundverschiedene Halbzeiten. Die erste Halbzeit ging klar an Hollenbach, die zweite Halbzeit klar an uns.“ Dass unmittelbar nach der Backnanger Führung der Ausgleich fiel, beschrieb er als „Bitter“, weil „das Spiel kippt“.

Erste Halbzeit: Bestandstest im Duell auf Augenhöhe
Die TSG wusste, welche Waffen der Gegner einzusetzen plante. „Die langen Bälle auf Hannes Scherer waren brandgefährlich und schwer zu verteidigen“, so der Trainer – verbunden mit einem „großen Lob an unsere heutigen Innenverteidiger Hari und Mika, die es sehr gut gemacht haben.“ Das Spiel verlangte Reduktion: „Danach war auf schwerem Geläuf viel Kampf und Leidenschaft gefragt, ein Schönheitspreis musste man nicht gewinnen.“ Die Führung durch Santoro bezeichnete Marinic als „zum Zeitpunkt nicht unverdient“, doch postwendend fiel das 1:1, worauf Hollenbach „klar am Drücker“ war. In einer Phase, die der Coach ausdrücklich benannte, rettete der Torwart: „Ehrlicherweise hätte Hollenbach dann zum Ende der 2. Halbzeit in Führung gehen müssen, aber unser TW Maurice Brauns hielt uns mit drei überragenden Paraden das 1:1 fest.“

Zweite Halbzeit: Zugriff, Körperlichkeit, Entscheidung
Nach der Pause verschoben sich die Gewichte. „In Halbzeit Zwei hat sich das Blatt dann gewendet und wir haben dem Spiel unser Stempel aufgedrückt, hätten das Spiel früher entscheiden können.“ Backnang trat „sehr präsent“ auf und „hat eine starke Körperlichkeit auf den Platz gebracht“. Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Kapitän: „Dann kam der Moment von Julian Gelder, welcher aus der Distanz ein tolles Tor erzielt.“ Die Nachbetrachtung blieb sachlich und unprätentiös: „Ob unverdient oder glücklich interessiert morgen keinen.“ Auch der mannschaftsinterne Bezug war Marinic wichtig: „Der Sieg war auch für unseren Torwart Yusuf Tirso, welcher sich am vergangenen Donnerstag auch noch schwer am Knöchel verletzt hat. Wir hoffen, dass er zum Vorbereitungsstart, wie alle Langzeitverletzen wieder auf dem Platz stehen kann.“

Personal, Rückkehrer und Ausblick
Neben dem Ergebnis wertete der Trainer ein personelles Signal hoch: „Wir freuen uns nicht nur über den Sieg, sondern das auch die Verletzten ihren Teil dazubeigetragen konnten.“ Besonders erwähnte er, „dass Ali Ferati nach fast einjähriger Verletzungpause wieder auf dem Platz stand“ und „das unser Kapitän Julian Geldner nach seiner Einwechslung das letzte Wort hatte und den Siegtreffer erzielt.“ Zugleich bleibt die Perspektive nüchtern und arbeitsam: „Es war ein kleiner Schritt und wir werden noch viele gehen müssen, denn der Weihnachtsmann ist noch lange kein Osterhase und so warten noch schwere und anstregende Monate auf uns.“ Bis zum Wiedersehen Anfang Januar gilt: „Bevor es weitergeht, werden wir die freie Zeit genießen, abschalten und Kraft viel tanken. Es war für alle Beteiligten und das Team ein anstregendes Jahr 2025.“ Mit dem Auswärtssieg von Hollenbach im Gepäck startet die TSG damit in die Pause – mit dem Vorsatz, den Arbeitsertrag der Rückrunde konsequent in Zählbares zu verwandeln.

Aufrufe: 030.11.2025, 08:00 Uhr
Timo BabicAutor