2025-12-17T10:26:01.779Z

Halle
Die Hoffenheimer U14 bejubelt ihren Turniersieg in Nußloch.
Die Hoffenheimer U14 bejubelt ihren Turniersieg in Nußloch. – Foto: privat

Nußloch ist eine große Fußballfamilie

Der Safeguard Masters-Cup beim FV Nußloch ist der Höhepunkt einer Turnierserie mit 13 Veranstaltungen über die Weihnachtspause +++ Hoffenheim gewinnt die 20. Auflage des internationalen Hallenturniers nach 2017 und 2020 zum dritten Mal

Das Hallendach ist zwar nicht weggeflogen, wie manch ein Augenzeuge behauptete. Die Stimmung erreichte aber einen Lärmpegel, der an ein startendes Flugzeug erinnerte. Die 20. Auflage des internationalen Nußlocher U14-Hallenfußballturniers, das als Safeguard Masters-Cup firmiert, hatte in der TSG Hoffenheim einen würdigen Titelträger und in der Heimmannschaft des FV Nußloch den Sieger der Herzen, da der große Außenseiter es bis in die Zwischenrunde geschafft hat.

"Unser Motto lautete Erlebnis statt Ergebnis", sagte Christian Schippert. Der Trainer der Nußlocher C-Jugend, der die Mannschaft zusammen mit Alexander Bach coacht, durfte kurz nach 10 Uhr am Samstagmorgen feststellen, dass man auch beides haben kann. Der 2:1-Auftakterfolg gegen den Racing Club de Strasbourg war gerade eingetütet und die Olympiahalle feierte die jungen Gastgeber frenetisch.

Die beiden Torschützen strahlten, wie konnte es sein, über beide Ohren. "Das hat sich wie ein kleines Erdbeben angefühlt", sagte Vitali Getke. Sein Mannschaftskollege Semi Aydin, der den zweiten Treffer gegen den Franzosen erzielte, sagte schlicht: "Das ist krass."

Mit dem Erfolg im Rücken lief es früh auf die Zwischenrunde hinaus, womit sich der Nußlocher Nachwuchs in eine illustre Runde von nur drei Mannschaften einreihte. "Unsere Jugend hat zum sechsten Mal die Vorrunde überstanden", hatte Stephan Anweiler diese Statistik sofort griffbereit. In der Zwischenrunde gab es eine ganz knappe 0:1-Niederlage gegen Kaiserslautern und ein 1:4 gegen Hoffenheim.

Der neue Jugendleiter beobachtete das Geschehen an der Seite seines Vorgängers Peter Lüll. Erst vor zwei Monaten übergab der 70-Jährige sein Amt an den 41-Jährigen. Michael Venske komplettiert das Dreigestirn im Nußlocher Jugendfußball. Die Drei gehören zum 16-köpfigen Organisationsteam rund um den Safeguard Masters-Cup und leben den Jugendfußball wie kaum jemand sonst. "Peter hat sein Herz an den Jugendfußball verloren", berichtete Anweiler, der in große Fußstapfen tritt.

Lüll selbst steht nicht gerne im Vordergrund, er packt lieber mit an, als zu reden. Ein paar Sätze ließ er sich dann aber doch entlocken. "Mir geht es darum, dass alle Kinder in die Halle können", sagte er und bezog die zwölf weiteren Jugendturniere von den Bambinis bis zur B-Jugend mit ein, die über die Weihnachtsferien in Nußloch stattfanden und noch stattfinden. Der Auftakt war am 21. Dezember, der Abschluss steigt am Dreikönigstag. Die Organisatoren führten weiter aus: "Ein großer Dank geht an die Gemeinde um unseren Oberbürgermeister Joachim Förster, die unsere Jugendturniere mit großem Engagement unterstützen."

Der Enkel des ehemaligen Jugendleiters Lüll trug ebenfalls seinen Teil zum Gelingen der Veranstaltung mit bei. "Ich war nicht nervös", schmunzelte Leon Zesewitz. Der 16-jährige Nußlocher ist sein knapp über einem Jahr Schiedsrichter und gehörte am Samstag zum Schiri-Team. Sein Opa berichtete stolz: "Leon hat auch schon Seniorenspiele gepfiffen."

Anweiler und Lüll ist es ein besonderes Anliegen, diesen familiären Aspekt zu erwähnen: "Es gibt Helferinnen und Helfer bei uns, die auf ihren Skiurlaub verzichten, um bei den Turnieren mit dabei sein zu können." Sie heben heraus, „dass hier ausschließlich Ehrenamtliche mitanpacken.“ Von vielen Helferstunden ragt ein Aspekt heraus, wie der neue Jugendleiter erwähnt: "Ohne die Gasteltern wäre es unmöglich, dieses Turnier durchzuführen. Übernachtungskosten in Hotels für die Mannschaften von weiter weg wären schlechtweg nicht finanzierbar."

Das, was die rund 800 Zuschauer zu sehen bekamen, war im Jugendfußball nationales Spitzenniveau, auch wenn dieses Mal der ein oder andere Kracher, allen voran der FC Bayern München, gefehlt hat. "Nächstes Jahr enden die Ferien später und unser Turnier findet am 9. Januar statt", sagte Anweiler und erklärte, "je später der Termin, desto besser ist das für die großen Klubs." 2027 ist es also sehr wahrscheinlich, dass mindestens wieder ein Weltklub im Format des FC Bayern in Nußloch aufschlägt. Vielleicht sogar mehr, Verhandlungen mit internationalen renommierten Vereinen sind für die Organisatoren Standard. Der FC Liverpool und Juventus Turin waren bereits zu Gast.

Dennoch gaben Talente wohlklingender Klubs ihr Stelldichein am Samstag. Neben dem Turniersieger aus Hoffenheim kamen Borussia Dortmund, der VfB Stuttgart, der FC Basel, der 1.FC Köln oder auch Vorjahressieger Borussia Mönchengladbach.

Auf bittere Art und Weise musste sich der SV Sandhausen verabschieden. Trotz eines 2:1-Siegs gegen den FC Basel schied der Nachwuchs vom Hardtwald aufgrund des schlechteren Torverhältnisses im Vergleich zu den punktgleichen Düsseldorfern und Baselern aus.

Je länger der Tag andauerte, desto souveräner präsentierte sich der Hoffenheimer Nachwuchs. "Wir sind sehr stolz, das Turnier mal wieder gewonnen und unserem Siegerbanner eine Jahreszahl hinzugefügt zu haben", sagte TSG-Cheftrainer Dominik Buhl. Zwei klaren Siegen in der Zwischenrunde ließen seine Schützlinge ein 3:1 im Halbfinale gegen Nürnberg und schließlich ein 5:0 im Finale gegen Düsseldorf folgen. Er sagte abschließend: "Das war sehr stark und nicht alltäglich ein Endspiel mit 5:0 zu gewinnen."

Safeguard Masters-Cup in Nußloch:

Vorrunde:

Gruppe A: Erster: TSG Hoffenheim 9 Punkte/9:1 Tore; Zweiter: Fortuna Düsseldorf 3/3:4, Dritter: FC Basel 3/4:7, Vierter: SV Sandhausen 3/2:6.

Gruppe B: Erster: Borussia Mönchengladbach 9/16:1, Zweiter: 1.FC Kaiserslautern 6/3:6, Dritter: KRC Genk 3/1:9, Vierter: SV Viktoria Aschaffenburg 0/1:9.

Gruppe C: Erster: 1.FC Köln 9/6:2, Zweiter: VfB Stuttgart 6/8:3, Dritter: FV Nußloch 3/2:6, Vierter: Racing Club de Strasbourg 0/3:8.

Gruppe D: Erster: Borussia Dortmund 7/8:3, Zweiter: AZ Alkmaar 4/6:8, Dritter: 1.FC Nürnberg 3/7:7, Vierter: FC Heidenheim 3/6:9.

Zwischenrunde:

Gruppe E: Erster: Hoffenheim 6/10:2, Zweiter: Kaiserslautern 3/2:6, Dritter: Nußloch 0/1:5.

Gruppe F: Erster: Nürnberg 4/6:3, Zweiter: Stuttgart 3/6:5, Dritter: Mönchengladbach 1/3:7.

Gruppe G: Erster: Köln 6/6:2, Zweiter: Alkmaar 3/2:3, Dritter: Basel 0/3:6.

Gruppe H: Erster: Düsseldorf 4/4:2, Zweiter: Dortmund 3/8:3, Dritter: Genk 1:8.

Halbfinale: Hoffenheim – Nürnberg 3.1, Köln – Düsseldorf 1:5.

Spiel um den dritten Platz: Nürnberg – Köln 0:3.

Finale: Hoffenheim – Düsseldorf 5:0.

Persönliche Auszeichnungen: Bester Spieler: Joshua Bär (TSG Hoffenheim). Bester Torhüter: Noah Ulgac (Fortuna Düsseldorf). Torschützenkönig: Neo Brenner (TSG Hoffenheim).

Aufrufe: 05.1.2026, 10:30 Uhr
red.Autor