
Der TSV Emmering trennt sich von Trainer Elvis Nurikic. Im Interview spricht der Trainer über Höhen und Tiefen mit dem Kreisligisten.
Der abstiegsbedrohte TSV Emmering und Trainer Elvis Nurikic haben sich nach der 1:2-Niederlage in Neuötting zu Beginn der Woche nach über eineinhalbjähriger Zusammenarbeit getrennt. Im Interview mit unserer Zeitung spricht der in Waldhausen wohnhafte Nurikic über sein Aus, die Gründe für den sportlichen Sinkflug des Fußball-Kreisligisten, sein Verhältnis zum TSV Emmering und seine weiteren Pläne.
Herr Nurikic, hatten Sie Ihr Aus geahnt?
Elvis Nurikic: Leider haben wir in Neuötting das Sechs-Punkte-Spiel aufgrund individueller Fehler 1:2 verloren. Danach hatte ich eine kleine Vorahnung, weil ich in der Vorwoche mit Abteilungsleiter Andreas Bauer ein Gespräch über die Zukunft geführt hatte. Da ist durchgesickert, dass der Verein unbedingt in der Kreisliga bleiben möchte. Ich möchte auch unbedingt in der Kreisliga bleiben, aber wir haben wenig Punkte. Danach dachte ich mir schon, dass Handlungsbedarf entsteht, wenn es gegen Neuötting nicht mit einer Dreier funktioniert. Ich habe danach auf einen Anruf des TSV Emmering gewartet.
Auch wenn es nicht überraschend kam: Wie fühlen Sie sich?
Ich habe es geahnt, es schmerzt aber trotzdem, weil ich den Verein kennen und lieben gelernt habe. Ich mag die Jungs sehr und wir hatten ein super Verhältnis, es war ein Trainer-Freund-Verhältnis.
Wollten die Spieler am Ende trotzdem nicht mehr?
Im Spiel gegen Mehring letzte Woche, als wir 4:3 gewonnen haben, haben wir eine katastrophale erste Halbzeit gespielt, die zweite Halbzeit war gut. Da hat man gesehen, dass die Mannschaft intakt ist und, wie es so schön heißt, nicht gegen den Trainer spielt.
In der letzten Saison scheiterten Sie erst in der Relegation am Aufstieg in die Bezirksliga. Jetzt waren Sie Vorletzter in der Kreisliga 1 (Inn/Salzach). Wie ist dieser sportliche Absturz zu erklären?
Ich kam als neuer Trainer und kannte außer dem Abteilungsleiter niemanden. Ich bin ein Trainer, der sehr akribisch arbeitet und immer alles von meiner Mannschaft verlangt. Es hat von Anfang an gepasst und diesen Flow haben wir die ganze letzte Saison mitgenommen. Wir hatten phasenweise einen Lauf mit elf Siegen am Stück, wobei viele davon knapp waren. Und wir hatten keine Verletzten. In den Relegationsspielen gegen Tüßling hat man aber schon gesehen, dass viele Spieler auf dem Zahnfleisch daherkamen.
Warum kam es danach zu so einem Leistungsabfall?
Ich hatte schon geahnt, dass die Relegation ihre Spuren hinterlassen würde, und im ersten Training gewarnt. Wir bekamen in den ersten Spielen Verletzte. Im Oktober hatten wir teilweise nur vier, fünf oder sechs Spieler im Training. Das war einfach viel zu wenig. An einem Spieltag haben uns zwölf Spieler gefehlt.
Jetzt sind viele Spieler zurück.
Ja, aber Spieler, die vier, fünf Monate verletzt waren, sind nicht gleich da. Mehrere Spieler sind nach 60 Minuten platt, daher konnten wir in der Schlussphase nicht nachlegen.
Wie blicken Sie jetzt auf die Mannschaft?
Ich drücke den Jungs beide Daumen, dass sie mit dem neuen Trainer den besten Punkteschnitt holen und über den Strich kommen.
Und auf den Verein allgemein?
Das Verhältnis zu den Verantwortlichen ist noch gut. Wir hatten die besten Fans in der Region. Ich hatte immer Rückendeckung und verstehe den Verein, dass er der Mannschaft noch einmal einen neuen Impuls geben möchte. Ich bin nicht sauer, sondern drücke die Daumen.
Wie geht es für Sie persönlich weiter?
Ich bin Trainer durch und durch. Jetzt werde ich die Saison für mich analysieren und schauen, was ich hätte besser machen können. Ich habe meine B-Lizenz nicht einfach so gemacht und würde auch jetzt am liebsten weiter im Training sein. Ich bin bereit für jede offene Stelle. Ohne Fußball kann ich nicht.