
Spielerisch vieles richtig gemacht, vor dem Tor aber zu wenig daraus gezogen: Für Averlak war die Auswärtsfahrt nach Hennstedt eine bittere Angelegenheit. Die Mannschaft von Franzmann hatte längere gute Phasen und erspielte sich Möglichkeiten, musste sich der von Stefan Frädermann trainierten SG Norderhamme aber mit 1:3 geschlagen geben.
Dabei begann die Begegnung denkbar ungünstig für die Gäste.
Bereits in der dritten Minute ging Norderhamme in Führung. Averlak bekam nach einer Ecke den Ball nicht konsequent aus der Gefahrenzone. Das Spielgerät landete im Rückraum bei Marek Maaßen, der zu viel Platz bekam und aus rund 20 Metern zum 1:0 traf.
„Wir hatten einen schlechten Start in die Partie“, ordnete Franzmann die frühe Szene ein.
Seine Mannschaft reagierte allerdings ordentlich. Nach einigen Anpassungen bekam Averlak zunehmend mehr Zugriff und entwickelte auch spielerisch Vorteile. Die Gäste kombinierten sich immer wieder in gefährliche Räume, ließen bei den Abschlüssen jedoch die nötige Präzision vermissen.
Kurz vor der Pause gelang schließlich der verdiente Ausgleich.
Nach einer Kombination über die rechte Seite setzte sich Louis Berwald durch und drang in den Strafraum ein. Dort wurde er gefoult. Dawid Majewski übernahm den fälligen Strafstoß und verwandelte in der 40. Minute zum 1:1.
Die Freude darüber hielt allerdings nur drei Minuten.
Averlak verlor an der Außenlinie einen Ball durch ein Foulspiel und reagierte auf den anschließenden Freistoß nicht schnell genug. Norderhamme führte zügig aus, Hannes Schimanski nutzte die Situation und brachte die Gastgeber noch vor der Pause wieder mit 2:1 nach vorne.
Für Franzmann war dieser Gegentreffer ein „klarer Dämpfer“.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich am grundsätzlichen Bild zunächst wenig. Averlak hatte erneut viel vom Spiel und kam zu Möglichkeiten auf den Ausgleich.
Doch immer wieder fehlte im entscheidenden Moment etwas.
Mal war der Norderhammer Torhüter zur Stelle, mal blockte ein Verteidiger den Abschluss, mal fehlte den Gästen selbst die nötige Genauigkeit. „Es sollte erneut nicht sein, dass wir ein Tor erzielen“, fasste Franzmann die erfolglosen Bemühungen zusammen.
Je länger die Partie dauerte, desto mehr musste Averlak ins Risiko gehen. Die Gäste schoben zusätzliche Spieler nach vorne und öffneten dadurch zwangsläufig Räume für Norderhamme.
Die SG wartete auf ihre Gelegenheit – und bekam sie.
In der 85. Minute traf der zuvor eingewechselte Patric Claussen zum 3:1 und entschied die Begegnung. Für Averlak war damit trotz des hohen Aufwands kaum noch Zeit, zurückzukommen.
Die Gäste versuchten es noch einmal, holten einige Eckbälle heraus, konnten daraus aber keine weitere Gefahr entwickeln.
Franzmann sprach anschließend von einer „bitteren Niederlage, die wehtut“. Spielerisch habe seine Mannschaft durchaus überzeugt. Entscheidend seien allerdings die fehlende Konsequenz vor dem gegnerischen Tor und einige Situationen gewesen, in denen Norderhamme die Fehler konsequenter nutzte.
Genau darin lag letztlich der Unterschied. Averlak besaß über längere Phasen mehr Spielanteile und mehrere gute Möglichkeiten, Norderhamme war im Abschluss aber effizienter.
Für die SG setzt sich damit der starke Saisonstart fort. Nach sieben Partien stehen vier Siege, ein Unentschieden und zwei Niederlagen zu Buche. Mit 13 Punkten und 20:11 Toren ist Norderhamme erster Verfolger von Tabellenführer SG TenSar 17, der bei 18 Zählern steht.
Averlak muss die zweite Niederlage nacheinander hinnehmen. Nach dem 0:3 gegen TenSar folgte nun das 1:3 in Hennstedt. Mit sieben Punkten aus fünf Begegnungen bleibt die Ausgangslage für den Aufsteiger dennoch ordentlich – auch weil die Mannschaft weniger Partien absolviert hat als viele Konkurrenten.
Der Auftritt in Norderhamme zeigte zugleich ziemlich deutlich, wo Franzmann ansetzen möchte. Spielerisch war vieles vorhanden. Nun gilt es, die eigenen Möglichkeiten konsequenter zu nutzen und in den entscheidenden Situationen wacher zu sein.
Denn diesmal spielte Averlak über weite Strecken ansprechend – die Tore erzielte aber Norderhamme.
SG Norderhamme – SV 86 Blau-Weiss Averlak 3:1
SG Norderhamme: Kevin Lemke, Johannes Sommer (46. Johannes Stuertz), Tjelle Rolfs, Julian Bischoff (46. Thies Thielmann), Tobias Wiegratz, Hannes Schimanski (69. Björn Suckow), Marek Maaßen, Till Lukas Roloff, Linus Hammon (60. Hanjo Falck), Don Kulstrunk, Mattis Dethlefs (52. Patric Claussen) - Trainer: Stefan Frädermann
SV 86 Blau-Weiss Averlak: Ole Freitag, Pascal Bothmann, Jannik Breier (46. Lasse Bockelmann), Luca Kjell Jürgens (79. Fabian Gülck), Steven Bindzius, Lukasz Radoslaw Kordek, Louis Berwald (49. Francesco Iannuzzo), Glenn Janne Kropp, Nico Jürgens, Dawid Majewski, Dennis Lorenz (75. Bjark Stollberg) - Trainer: Daniel Franzmann
Tore: 1:0 Marek Maaßen (3.), 1:1 Dawid Majewski (40.), 2:1 Hannes Schimanski (43.), 3:1 Patric Claussen (85.)